Autobranche bleibt pessimistisch

Rund 70 Prozent der Vertragshändler rechnen im Februar mit sinkenden Neuwagenumsätzen
(PresseBox) (Würzburg, ) Der anhaltende Winter konnte die Stimmung der Fabrikatshändler und Inhaber von Freien Werkstätten im letzten Monat nicht aufheitern: Die Hälfte aller Unternehmen beurteilte die wirtschaftliche Situation der Branche mit "mittelmäßig" und knapp ein Drittel mit "schlecht". Ergebnis: Die Branchenindices beider Befragungsgruppen fielen unter die bereits schlechten Vormonatswerte.

Allerdings zeigt die Analyse der einzelnen Geschäftsbereiche ein sehr heterogenes Stimmungsbild: Während rund 40 Prozent der befragten Vertragsbetriebe niedrigere Umsätze im Neuwagengeschäft verbuchten, registrierte immerhin gut ein Drittel steigende Erlöse im Verkauf von neuen Fahrzeugen. Dies ergab die Umfrage der Fachzeitschrift »kfzbetrieb« und der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK).

Sorgenkind Gebrauchtwagenhandel

Im Werkstattgeschäft erzielte knapp ein Drittel der fabrikatsgebundenen Unternehmen höhere Umsätze als im Vorjahr. Das Sorgenkind der Vertragspartner der Automobilhersteller bleibt nach wie vor der Gebrauchtwagenhandel: Hier erzielten nur knapp zwölf Prozent höhere Erlöse. Dagegen verbuchten rund 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Umsätze im Verkauf von Secondhand-Fahrzeugen. Dennoch beurteilen die Befragten ihre zukünftige Entwicklung im Gebrauchtwagenhandel optimistischer als im Vormonat: Hier sind es gut 20 Prozent, die im Vergleich zum Vorjahresmonat mit höheren Umsätzen rechnen.

Auf die Frage "Wie beurteilen Sie Ihre Neuwagenumsätze im kommenden Monat?" antworteten knapp 70 Prozent mit "sinken". Nur etwa elf Prozent rechnen mit steigenden Erlösen.

Tragende Ertragssäule in den Unternehmen der markengebundenen Betriebe bleibt das Servicegeschäft. So erwarten im nächsten Monat rund 56 Prozent gleichbleibende und ein Viertel steigende Werkstatterlöse.

Dr. Hermann Frohnhaus, Sprecher des Vorstands der BDK, kommentiert die Situation: "Die Prognose bezüglich der Absatzzahlen trübt derzeit die Stimmung der Befragten: Die Neuzulassungen werden im laufenden Jahr um rund eine Million Fahrzeuge zurückgehen und die Besitzumschreibungen stagnieren voraussichtlich auf einem Niveau von rund sechs Millionen Fahrzeugen. Auch wenn Experten erwarten, dass sich der Markt auf diesem Niveau langfristig einpendeln wird, sollte der Handel optimistisch in die Zukunft blicken und sich den anstehenden Herausforderungen stellen. Ein Erfolgsfaktor ist für die Branche die Kundenbindung - diese können die Kfz-Betriebe durch die Vermittlung von Finanzdienstleistungen erreichen und somit ihre Ertragslage verbessern."

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