Konsolen technisch richtig bewerten

Die RAL GZ 655 bietet ein einheitliches Regelwerk
(PresseBox) (Landsberg am Lech, ) Für die Rohrbefestigung sind Konsolen inzwischen Stand der Technik. Doch schon bei der Planung treten Probleme auf. Denn die Berechnungen beruhen auf den Herstellerangaben im Katalog. Die Hersteller aber arbeiten nicht zwangsläufig mit einheitlichen Standards, um ihre Angaben zu ermitteln. Stattdessen verwenden sie individuelle Bewertungsverfahren.

Die RAL Gütegemeinschaft Rohrbefestigung hat verbindliche technische Bewertungen von Montageschienen, Konsolen, Schienenkonstruktionen und Rohrschellen entwickelt. Sie sind in der RAL GZ 655 zusammengefasst. Die schafft jetzt Verbindlichkeit. In ihr werden der Nachweis der Flächen- und Materialkennwerte sowie der Sicherheitsbeiwert klar definiert, und zwar herstellerübergreifend, in einem offenen, transparenten System.

Bislang gab es schon bei der einfachsten Variante einer Konsole, einer Montageschiene mit angeschweißter Kopfplatte, keine Einheitlichkeit bei den technischen Daten. Allein bei den beiden grundlegenden Parametern, der zulässigen, auftretenden Materialspannung und der zulässigen Durchbiegung tauchen Unterschiede bei der Bewertung seitens der Hersteller auf.

Der Einfluss der Kopfplatte auf die gesamte Tragfähigkeit wird erheblich unterschätzt. Wie sieht es mit der Belastbarkeit der Verbindung von Kopfplatte mit dem Ausleger aus? Die auftretenden Spannungen in der Kopfplatte werden gar gänzlich übersehen.

Zugegebenermaßen sind diese Punkte schwer zu beurteilen, gerade das Versagen der Verbindung von Kopfplatte und Ausleger. Die Beurteilung machen im Falle gütegesicherter Konsolen Experten einer unabhängigen Prüfstelle - ein Glücksfall. Die auftretenden Spannungen in der Kopfplatte sind vergleichsweise einfach zu ermitteln, Maß- und Werkstoffangaben aus dem Katalog reichen in der Regel aus. Wer die Streckgrenze des verwendeten Werkstoffes nicht überschreitet, ist auf der sicheren Seite.

Ein weiteres einfaches Instrument für die schnelle und praxisnahe Beurteilung einer Auslegerkonsole, wie oben beschrieben, ist das Grenzmoment. Wenn keine Last außerhalb eines definierten maximalen Hebelarmes wirkt, der in den technischen Daten der Konsole aufgeführt ist, dann darf die Summe der aus den Einzellasten resultierenden Einzelmomente das Grenzmoment nicht überschreiten. Wer das beachtet, ist ebenfalls auf der sicheren Seite. Die derart ausgewählte Konsole ist für den gedachten Lastfall geeignet.

In der RAL-GZ 655 sind all diese Erfordernisse aufgenommen. Die beteiligten Produkte und Systeme werden gleichartig bewertet, eine wirtschaftliche und sichere Planung lässt sich auf dieser Basis einfach realisieren, die Herstellerangaben der beteiligten Unternehmen basieren auf einem einheitlichen Standard.

Nicht nur das, verlangt das Regelwerk von den Herstellern die Selbstverpflichtung, die festgeschriebenen Verfahren auch einzuhalten. Darüber hinaus müssen unabhängige, neutrale Prüfstellen mit der Überwachung beauftragt werden. Planern, ausführenden Betrieben und Bauherren verschafft das für ihre Vorhaben ein besonders hohes Maß an Sicherheit.

Die Einhaltung der RAL-GZ 655 wird durch die Verleihung des Gütezeichens Rohrbefestigung gekennzeichnet. Nur für Produkte, die mit dem Gütezeichen ausgezeichnet sind, ist die Einhaltung dieser strengen Anforderungen nachgewiesen worden.

Das Gütezeichen wird ausschließlich durch die RAL Gütegemeinschaft Rohrbefestigung verliehen. Sie ist seit 2003 von RAL, dem Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung als herstellerunabhängige Organisation anerkannt.

Weitere Informationen zum Thema Konsolen gibt es bei der RAL Gütegemeinschaft Rohrbefestigung, 86899 Landesberg =RAL GEROB/BfC =

Kontakt

RAL Gütegemeinschaft Rohrbefestigung e.V.
Lechfeldstraße 67
D-86899 Landsberg am Lech
Manfred Eckermeier
BfC Das Redaktionsbüro GmbH
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