EOP Biodiesel AG: Banken verlängern Kreditlinien

Operatives Geschäft entwickelt sich positiv /Produktion für 2010 nahezu komplett verkauft / Schadenersatzpflicht ehemaliger Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder
(PresseBox) (Pritzwalk, ) Die kreditgebenden Banken der EOP Biodiesel AG haben ihre Betriebsmittelfinanzierung in Höhe von insgesamt 20 Mio. Euro zunächst bis zum 30. November 2010 verlängert. "Dies ist ein großer Erfolg für unser Unternehmen und unterstreicht, dass das aktive Management das volle Vertrauen der Banken hat", so Vorstandsvorsitzender Jörg Jacob.

Zum erfolgreichen Abschluss der Finanzierungsgespräche hat auch die zuletzt positive Geschäftsentwicklung der EOP Biodiesel AG beigetragen. So wurde nach vorläufigen Zahlen für den Einzelabschluss der EOP Biodiesel AG im ersten Halbjahr 2009/2010 (Stichtag 31. Dezember 2009) bei einem Umsatz von 42,7 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 57,0 Mio. Euro) ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 0,7 Mio. Euro erzielt. Ohne die angefallenen Aufwendungen für Restrukturierung wäre das EBITDA sogar um 1 Mio. Euro höher ausgefallen. Im Vorjahr war im Vergleich dazu noch ein erheblicher Verlust von -3,0 Mio. Euro zu verzeichnen. Die Rohertragsmarge steigerte sich von 5% im Vorjahr auf nunmehr 15%.

Sowohl die Ölmühle mit einer Jahreskapazität von 42.000 Tonnen als auch die Biodieselanlage Werk III mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen sind derzeit voll ausgelastet. Die zweite Anlage mit einer Kapazität von 30.000 Tonnen Biodiesel (Werk II) soll im Laufe des Jahres zu zwei Dritteln ausgelastet werden. Das Unternehmen hat jetzt schon über 120.000 t für das Kalenderjahr 2010 fest in den Auftragsbüchern, da ein dritter Großkunde in der Mineralölindustrie gewonnen werden konnte.

Der Bericht zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/2010 wird voraussichtlich am 31. März 2010 veröffentlicht.

Geltendmachung von Schadenersatz gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern

Die ehemaligen Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Karl-Wilhelm Giersberg und Sven Schön sollen in Kürze, gegebenenfalls auch gerichtlich, auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden. Formal ist hierfür der Aufsichtsrat zuständig.

Hintergrund sind im Wesentlichen Geschehnisse um die ehemalige Tochtergesellschaft ABID Biotreibstoffe AG in Österreich (ABID) sowie die Beteiligung an der AS Baltic Holding Company in Lettland (BHC). Im Zusammenhang mit Beteiligung an der ABID soll es nach heutiger Einschätzung zu einem Gesamtschaden in Höhe von 3,5 Mio. Euro gekommen sein, der Schaden durch das Investment bei der BHC soll sich auf 2,4 Mio. Euro belaufen.

Bei der ABID sollen nach vorliegenden derzeitigen Untersuchungsergebnissen Darlehen nicht ordnungsgemäß vergeben sowie Zustimmungsvorbehalte nicht beachtet worden sein. Eine Kapitalerhöhung im Jahr 2008 wurde nach vorliegenden fachkundigen Beurteilungen ohne hinreichende Prüfung gezeichnet. Bei all diesen Vorgängen waren Prof. Dr. Giersberg und Sven Schön federführend. Zudem gibt es nach vorliegenden rechtlichen Beurteilungen konkrete Anhaltspunkte, dass es Verkäufe von ABID-Aktien durch die beiden ehemaligen Vorstandsmitglieder sowie durch Mitglieder des Aufsichtsrates an die EOP Biodiesel AG gegeben hat, als sich die ABID längst in der Krise befunden hat.

Die Beteiligung an der BHC wurde nach vorliegenden Beurteilungen ohne die übliche Due Diligence gekauft. Wesentliche Unterlagen wie Investitionsrechnungen sollen fehlerhaft, eventuell sogar manipuliert worden sein. Darüber hinaus wurde der BHC ein ungesichertes Darlehen gewährt, das vollständig abgeschrieben werden musste. Nach den bisherigen vorliegenden rechtlichen Beurteilungen hat Herr Prof. Dr. Giersberg hierbei Zustimmungsvorbehalte nicht beachtet und seine Vorstandskollegen nicht eingebunden.

Anhaltspunkte für ein aktives eigenes Fehlverhalten durch das amtierende Vorstandsmitglied Bengt Korupp haben sich nicht ergeben. Herr Korupp ist erst seit dem 1. Januar 2008 Mitglied des Vorstands, so dass er zum Zeitpunkt der wesentlichen schadensursächlichen Vorgänge noch nicht im Amt war. Zudem fallen sämtliche schadensursächlichen Vorgänge nicht in seinen Geschäftsbereich.

Untersuchung auch gegen Aufsichtsrat

Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse hat der amtierende Vorstand auch eine Untersuchung gegen den Aufsichtsrat eingeleitet. Die Gesellschaft geht inzwischen davon aus, dass auch gegenüber Aufsichtsratsmitgliedern Schadenersatzansprüche bestehen und wird die notwendigen Schritte einleiten.

Vertagung der Hauptversammlung vom 10. März 2010

Am 28. Januar 2010 war die ordentliche Hauptversammlung für den 10. März 2010 einberufen worden. Bereits in der Einberufung der Hauptversammlung war darauf hingewiesen worden, dass sich Anhaltspunkte für Pflichtverletzungen durch ausgeschiedene Vorstandsmitglieder ergeben hatten und dass der Vorstand eine Prüfung der Ordnungsgemäßheit der Amtsführung des Aufsichtsrats veranlasst hatte. Die Erkenntnisse waren aber nicht abschließend und hatten nicht den heutigen Umfang, so dass unter anderem vorgeschlagen worden war, in der Hauptversammlung am 10. März 2010 zu beschließen, die Entscheidung über die Entlastung der Herren Sven Schön und Prof. Dr. Karl-Wilhelm Giersberg sowie auch der Aufsichtsrastmitglieder zu vertagen.

"Vor dem Hintergrund der seit der Einberufung der Hauptversammlung am 28. Januar 2010 neu erlangten beziehungsweise verdichteten Erkenntnisse konnte der Vorstand seinen Beschlussvorschlag zur Hauptversammlung, nämlich die Entlastung der ehemaligen Vorstandsmitglieder Sven Schön und Prof. Dr. Karl-Wilhelm Giersberg und auch des Aufsichtsrats zu vertagen, nicht mehr aufrecht erhalten. Wir würden heute vielmehr vorschlagen, die ehemaligen Vorstandsmitglieder nicht zu entlasten", so Vorstandsvorsitzender Jörg Jacob. "Gleiches gilt für den Aufsichtsrat. Wir werden daher auf der neu einzuberufenden Hauptversammlung neue Beschlussvorschläge unterbreiten und den Aktionären damit die Gelegenheit geben, auf der neuen Informationsbasis zu entscheiden. Dies wäre aufgrund der Anmeldeformalien aber nicht mehr möglich gewesen, wenn die Hauptversammlung am 10. März 2010 stattgefunden hätte. Gerade in dieser nicht einfachen Situation liegt es aber im besonderen Interesse der Gesellschaft, dass sich die Aktionäre aktiv und möglichst zahlreich in die Geschicke der Gesellschaft einbringen, um so eine gefestigte Legitimation für die künftigen Entscheidungen der Verwaltung zu schaffen. Dies gilt vor allem, da relevante Aktienpakete unter dem Einfluss gerade derjenigen stehen, gegen die Ansprüche geltend gemacht werden sollen."

Vor diesem Hintergrund war am vergangenen Montag die für heute geplante Hauptversammlung auf ein noch festzulegendes Datum vertagt worden, das sehr wahrscheinlich im Mai 2010 sein wird.

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