KDG-Börsengang: Kundenabzocke statt Volksaktie

FRK-Sprecher Labonte sieht im KDG-Plan, die Kabelgebühren um über 62 % zu erhöhen, einen starken Wachstumsimpuls für die unabhängigen mittelständischen Kabelnetzbetreiber (uKNB)
(PresseBox) (Lauchhammer, ) „Die KDG muss ihre monatlichen Kabelgebühren bis 2014 um über 62 % erhöhen. Dies geht aus einer von Dow Jones Newswires bereits am 7. März zitierten Studie der Deutschen Bank im Vorlauf des Börsenganges hervor und sei zum Erreichen ihrer mittelfristigen Wachstumsziele von 9 % nötig. Das EBITDA könne jährlich sogar um 13 % zulegen und beim operativen Cashflow seien überdies 21 % möglich. Damit müsste der Umsatz je Kunde von 12,30 € Ende 2009 bis 2014 auf monatlich 20 € gesteigert werden.“

Diese Analyse der Bank hält der Geschäftsführende stellvertretende Vorsitzende des FRK, Heinz-Peter Labonte, einerseits für glaubwürdig auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt vermuteten Emissionskurse der KDG-Aktie. Andererseits halte er sie aber wegen der inzwischen genannten Preisspanne von 21,50 bis 25,50 € sogar noch für untertrieben. Offenbar auch wegen der im Jahr 2014 fälligen PIK- (Pay in Kind) Notes unterstelle die Prognose auch den Verzicht auf Zahlung jeglicher Dividenden an die Aktionäre.

Ob jedoch diese „geringe Preiserhöhung von über 60 %“ der monatlichen Kabelgebühr für die KDG-Kunden tatsächlich so „gering“ zu halten sei, bezweifle er allerdings auch vor dem Hindergrund des fortbestehenden Schwundes an KDG-Kundenhaushalten. Immerhin habe die KDG 2003 rd.11 Mio. zahlende Kundenhaushalte von der Telekom, zusätzlich über 1 Mio. von der TeleColumbus und sicherlich weitere 0,5 bis 0,8 Mio. ehemalige uKNB-Haushalte gekauft. Von diesen mindestens 12,5 Mio. seien heute jedoch nur noch 8,9 Mio. Haushalte Kunden bei der KDG. Damit seien innerhalb von nur 7 Jahren mindestens 28,8 % der Kundenhaushalte an vorwiegend mittelständische Wettbewerber verloren worden. Dieser anhaltende Trend müsse natürlich über Preiserhöhungen bei den verbleibenden Kunden ausgeglichen werden.

Deshalb erwartet der FRK-Sprecher einen „wahrscheinlich sogar verstärkt“ fortschreitenden Verlust von Kunden der KDG, deren Umsätze auch durch Triple-Play-Angebote nicht substituiert werden könnten. Dies gelte vor allem für den EBITDA. „Dennoch freuen wir uns mit Herrn Tony Ball über die 50 Mio. €, die er bei dem Börsengang erhält ebenso wie über die 1 Mio. € für den ehemaligen Bundesminister, Herrn Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Heinz Riesenhuber, und auch über die vielen Millionen Euro für den Finanzinvestor Providence und sein Management“, sagte Labonte.

Denn der damit verbundene Verzicht auf die Zuführung frischen Kapitals eröffne – gepaart mit den laut Analysen der Emittentenbank und offenbar für die Prognoseeinhaltung notwendigen Preiserhöhungen – riesige Chancen für die mittelständischen Wettbewerber der KDG. „Wir werden diese Chance nutzen, die Preise stabil halten und keine KDG-Aktien kaufen, sondern weiter unser Geld in unsere eigenen Kabelfirmen sowie den Service für unsere Kunden investieren“, erklärte Labonte abschließend.

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