IFAT CHINA + EPTEE + CWS 2010: Erstklassige Abwasserreinigung zunehmend gefragt

(PresseBox) (München, ) • Schutz von Flüssen und Seen ist große ökologische und gesellschaftliche Herausforderung in China
• Staatlich definierte, anspruchsvolle Standards bei der Abwasseraufbereitung zwingen die Kläranlagenbetreiber, technologisch nachzurüsten

In China wird die Qualität, sprich die Belastung, von geklärten Abwässern in drei Klassen eingeteilt. Je höherwertig der Schutz- und Verwendungszweck des Vorfluters, desto anspruchsvoller die geforderte Klasse. Dient das Oberflächengewässer beispielsweise als Trinkwasserquelle, so ist die höchste Klasse 1A einzuhalten. Der seit dem Jahr 2002 existierende „Standard über die Verschmutzungsabgabe aus Kläranlagen” schreibt hierfür unter anderem einen CSB-Gehalt (Chemischer Sauerstoffbedarf-Gehalt) unter 50 mg/l und einen Gesamtstickstoffgehalt unter 15 mg/l vor. Im Jahr 2006 hat die damalige staatliche Umweltschutzverwaltung SEPA (im Jahr 2008 umgewandelt in das chinesische Umweltministerium MEPA) das Anwendungsgebiet der höchsten Abwasserqualitätsstufe noch ausgeweitet: Sie gilt seither auch für die Einleitung in Flüsse oder Seen, die von der Zentralregierung oder den Provinzverwaltungen als „prioritär“ eingestuft werden.
„Speziell diese Ergänzung der ursprünglichen Standards hat in China einen sehr großen Markt für High-End-Abwasserbehandlungssysteme geschaffen”, sagt Henrik Alt, der bei Siemens Water Technologies für das China-Geschäft verantwortlich ist. „Schließlich erreicht eine ganze Reihe von kommunalen Kläranlagen momentan die ambitionierten 1A-Grenzwerte noch nicht.“
Nach Einschätzung des Experten sind derzeit besonders Technologien gefragt, mit denen die bestehenden Kläranlagen unter geringem Kostenaufwand auf den neuen Standard aufgerüstet und preiswert betrieben werden können.
Ein Beispiel dafür ist ein aktuelles Projekt in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Siemens wird hier in den kommenden Monaten eine der größten Kläranlagen des Landes mit einer neuen Nährstoffentzugsanlage ausstatten. Ziel ist es, die Verschmutzung des Hai-Flusses in den Griff zu bekommen. Hierzu setzt Siemens einen belebten anoxischen Reaktor ein, in dem Nitrifikation und Denitrifikation gleichzeitig stattfinden. Zwei nachgeschaltete, aerobe Reaktoren sorgen für eine effiziente Stickstoffentfernung. Das umgerechnet 4,2 Millionen Euro teure Vorhaben soll die Ablaufqualität von Klasse 2 auf Klasse 1A heben. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende dieses Jahres geplant.
„Eine weitere, viel versprechende Technologie zur Ertüchtigung der chinesischen Kläranlagen sind Membran-Bio-Reaktoren“, erläutert Alt. So stattete sein Unternehmen beispielsweise eine der Kläranlagen der wirtschaftlich aufstrebenden Millionenstadt Wuxi mit einem solchen MBR-System aus. Mit der im Sommer 2009 in Betrieb gegangenen Anlage wird der Abwasserstandard Klasse 1A erreicht. Hintergrund der Maßnahme ist die Verbesserung der Wasserqualität des Tai Hu-Sees, der eine wichtige Trinkwasserquelle für 30 Millionen Menschen darstellt.
„Bevor ein MBR-System oder eine andere abschließende Technik zum Zug kommen kann, müssen Störstoffe wirtschaftlich und zuverlässig entfernt werden“, weiß Rainer Köhler, Vertriebsvorstand der Huber SE aus dem bayerischen Berching. So wurden zum Beispiel bei dem oben genannten Projekt in Wuxi mehrere Feinrechen des auf Wasser- und Abwasserbehandlungsanlagen spezialisierten Maschinenbauunternehmens als Vorstufe der Membran-Bio-Reaktoren installiert. Außerdem dienen Huber-Maschinen als Vorstufe für eine darauf folgende UV-Desinfektion.
„Nicht nur auf kommunaler Ebene, sondern auch bei der dezentralen Abwasserbehandlung unternimmt China große Anstrengungen, hohe Reinigungsleistungen zu erzielen“, berichtet Köhler weiter. Ein Beispiel ist die Jing Mao Universität für Außenwirtschaft in Beijing. Hier wird derzeit ein Ultrafiltrationsmenbransystem von Huber installiert. Nach ihrer für April dieses Jahres geplanten Inbetriebnahme soll die Anlage pro Tag 300 m³ Abwasser zu Brauchwasser aufbereiten.
Auch chinesische Industrieunternehmen streben danach, ihre Abwasserfracht – häufig schon innerbetrieblich – zu reduzieren. Beispielsweise hat die atech innovations GmbH aus Gladbeck zusammen mit ihrem chinesischen Partner Wuhan Hualin Technology in mehreren Stahlwerken große Membranfiltrationsanlagen installiert. Das mittels keramischer Membranen aufbereitete Abwasser wird rezykliert und im Unternehmen wiederverwertet. „Auch für diese Wässer gelten strenge Vorgaben“, unterstreicht Dipl.-Ing. Peter Bolduan, Geschäftsführer von atech. „So werden zum Beispiel CBS-Gehalte von unter 30 mg/l gefordert, die unsere Anlagen sicher einhalten können.“
Abwasserbehandlung und Trinkwasseraufbereitung sind auch Kernthemen der größten Umweltmesse in China – IFAT CHINA + EPTEE + CWS 2010, die vom 5. bis 7. Mai in Shanghai stattfindet.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ifat-china.com und www.eptee.com

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