S&T: Harter Gegenwind im Geschäftsjahr 2009

Mit serviceorientiertem Lösungsportfolio und schlagkräftiger Organisation in die Zukunft
(PresseBox) (Wien, ) Die S&T Gruppe war aufgrund der Branchenfokussierung auf die Fertigungsindustrie und den Automotive-Bereich und ihrer starken geografischen Präsenz in CEE besonders stark von der negativen konjunkturellen Entwicklung im Jahr 2009 betroffen. So ging der Gesamtumsatz um 18 Prozent auf EUR 411 Mio zurück, das EBIT war mit EUR -3,4 Mio nach 11,6 Mio in 2008 nicht zufriedenstellend. Mit umfangreichen Kostenreduktionen, Verstärkungen in Vertrieb und Management als auch der Neuorganisation der Geschäftseinheiten, besonders in der deutschsprachigen Region, geht die Gruppe offensiv in das Geschäftsjahr 2010.

Gruppenweite Geschäftsentwicklung und Maßnahmen

Budgetkürzungen und Projektverschiebungen von Seiten der Kunden wirkten sich für S&T 2009 vor allem im Consulting-Bereich / Business Solutions negativ aus. Das Infrastruktur-Servicegeschäft und der Outsourcing-Bereich blieben weitestgehend stabil und zeigten eine gute Profitabilität. In den einzelnen Märkten traten die Konsequenzen und die Auswirkungen regionaler Konjunkturprogramme in unterschiedlicher Intensität zutage: Während die Ukraine von der Rezession besonders betroffen war, entwickelten sich die Geschäfte in Kroatien und Serbien zufriedenstellend.

Vor diesem Hintergrund sind die Umsätze der S&T zu bewerten: Gruppenweit wurden 411 Mio Euro erlöst, um 18 Prozent weniger als im Jahr zuvor mit 503 Mio Euro (bereinigt um aufgegebene Geschäftsbereiche*). Dienstleistungserlöse stellen in Summe erneut ca. die Hälfte des Gesamtumsatzes dar. Die Gross Margin blieb mit 38,3% im Vergleich zu 2008 stabil (38,6%).

Nach Veröffentlichung des vorläufigen S&T Jahresergebnisses am 10. Februar 2010 sind Sachverhalte zu Tage getreten, die noch Geschäftsvorfälle des Jahres 2009 betreffen und im Jahresabschluss 2009 nunmehr berücksichtigt sind. Es handelt sich hierbei um Risikovorsorgen im Bereich BS (Business Solutions) für Großprojekte in Deutschland, Schweiz und Rumänien, die sich auch noch auf die Ergebnisse des ersten Quartals 2010 auswirken werden.

Das auf EUR -3,4 Mio zurückgegangene EBIT (2008: 11,6 Mio) ist, neben dem geringeren Geschäftsvolumen und dem konjunkturbedingten Druck auf die Preise, auch maßgeblich auf diese Einmalaufwendungen zurückzuführen. Das Unternehmen hat in den betroffenen Bereichen bereits umfassende organisatorische und personelle Konsequenzen gesetzt, um zu einer nachhaltigen Profitabilität zurückzukehren. Neben der Neubesetzung des COO BS durch Peter Trawnicek in Februar 2010 wurde die Organisation der deutschsprachigen Region länderorientiert neustrukturiert. Ein jeweils lokales Ländermanagement und eine neue Vertriebsorganisation werden in Österreich, Deutschland und der Schweiz die Nähe zu Markt und Kunden forcieren.

Die Liquidität des Konzerns konnte trotz des erheblichen Verlustes auf einem zufriedenstellenden Niveau und das EBITDA positiv gehalten werden. Wenngleich die langfristigen Verbindlichkeiten derzeit eine sehr günstige Refinanzierung ermöglichen, hat die durchschnittliche Restlaufzeit dieser Verbindlichkeiten jedoch durch Zeitablauf abgenommen.

Kostenanpassungen unter Beibehalt von Kompetenz und Wettbewerbsfähigkeit

Im Jahr 2009 wurden umfangreiche zukunftsweisende Maßnahmen gesetzt. Insbesondere wurde die Kostenbasis maßgeblich optimiert. Im Jahresverlauf wurde der Mitarbeiterstand, außerhalb der Türkei, Russlands und Chinas, die devestiert wurden, um ca. 10 % unter anderem durch Ausnutzung der natürlichen Fluktuation reduziert und somit die Personalkosten um 12,5 % gesenkt. Einsparungen in Höhe von 12,7 % konnten im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen erzielt werden, hauptsächlich durch Reduktion von gemieteten Büroflächen und generelle Einsparungen beim Sachaufwand. Bei allen Kostenanpassungen wurde besonders auf die Beibehaltung der Servicequalität und die Sicherstellung der fachlichen Kompetenz geachtet.

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Business Solutions (BS): Die Nachfrage nach Lösungs- und Prozessberatung sollte 2010 wieder steigen. Transformationsprozesse müssen technologisch begleitet und abgebildet werden - eine Herausforderung, die S&T mit viel Expertise unterstützt. Obwohl hocheffiziente IT-Lösungen einen entscheidenden Schlüssel zu einer verbesserten Produktivität bilden, litt das BS-Segment bei S&T im abgelaufenen Jahr besonders stark unter der rückläufigen Investitionsneigung der Kunden. 2009 war auch durch ein besonders hohes Projektrisiko gekennzeichnet. Eine generelle Tendenz zu "Fixpreis-Projekten" übte weiters Druck auf die erzielbaren Preise aus.

Infrastructure Solutions (IS): S&T bietet neben seinem Virtual Data Center auch den kompletten Einkauf sowie die Installation und Wartung von komplexen IT-Infrastrukturen. Die Expertise reicht von "Desktop Services" bis hin zu komplexen Netzwerk-, Sicherheits- und Speicher-Konzepten. Das Segment IS fasst die beiden bis zum 3. Quartal 2009 unter "Enterprise Solutions" und "Managed Services" ausgewiesenen Geschäftsbereiche zusammen. Trotz der Stopps oder der Redimensionierung etlicher Infrastruktur-Projekte auf Kundenseite entwickelten sich die Umsätze 2009 im Rahmen der Gesamt-Marktentwicklung, die Profitabilität weit besser als der Markt. Betreuungs- und Wartungsverträge mit mehreren Jahren Laufzeit wirkten sich in diesem Segment positiv aus und werden auch in Zukunft eine solide Ertragsbasis bilden.

Zusammenfassung und Ausblick

Auch im Krisenjahr 2009 wurden die langfristigen strategischen Ziele und Werte weiter klar verfolgt, Strukturen angepasst und Marktchancen genutzt. Trotz der harten Einschnitte 2009 konnte S&T das Angebot vor allem im Outsourcing- und Branchenlösungsbereich ausbauen und seine langfristige strategische Ausrichtung weiter vertiefen. Das Unternehmen sieht sich mit einem innovativen und kundenorientierten Portfolio, den deutlich reduzierten Kostenstrukturen, der breiten Kundenbasis, den personellen Neubesetzungen und den verstärkten Vertriebs- und Marketingaktivitäten gut für die Zukunft positioniert. Dennoch bestehen vor allem in den deutschsprachigen Märkten anhaltende Projektschwierigkeiten, sodass auch im ersten Quartal mit anhaltenden Verlusten zu rechnen ist.

"Wir haben effiziente Strukturen geschaffen und unsere Kapazitäten dem Marktumfeld angepasst. Wir konzentrieren uns nun mit voller Kraft auf das operative Geschäft samt einer weiteren Intensivierung unserer Vertriebsstärke und Optimierung des Projekt Managementsund Controlling," meint CEO Christian Rosner zu den aktuellen Herausforderungen.

Da die Visibilität auf den Märkten noch immer sehr eingeschränkt ist, bleibt S&T bei Marktprognosen zur Entwicklung vorsichtig, erwartet aber einen leicht positiven Trend ab dem zweiten Halbjahr 2010.

*) Aufgegebene Geschäftsbereiche: Der Rückzug auf die S&T-Kernmärkte wurde durch die Schließung der türkischen Tochtergesellschaft sowie den mehrheitlichen Verkauf der russischen Tochtergesellschaft an einen strategischen Partner umgesetzt. Dazu gehört auch der vorbereitete und beschlossene Verkauf der chinesischen Tochtergesellschaft an einen strategischen Partner. Die Vergleichswerte des Jahres 2008 wurden entsprechend angepasst. In Russland und China bleibt S&T über strategische Partner und Minderheitsbeteiligungen weiterhin präsent.

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