Chatter aufgepasst: Der Gesprächspartner könnte ein Computer sein

Trend Micro Kommentar
(PresseBox) (Hallbergmoos, ) Cyberkriminelle werden sich die Hände reiben. Forschern an der technischen Universität Wien ist es gelungen, eine der größten Hürden zu überwinden, die Online-Kriminelle bislang daran gehindert haben, die Online-Kommunikation in Internet-Chats erfolgreich zu manipulieren: das menschliche Gespür dafür, dass nicht eine Person, sondern ein Computer mit einem "spricht".

Die von den Forschern entwickelte Anwendung Honeybot hört die Konversation von Chattern mit und schaltet sich dazwischen. Gleichzeitig verändert sie die jeweiligen Nachrichten, um den Gang der Unterhaltung zu bestimmen, Links zu bösartigen Webseiten einzuschleusen und die Personen dazu zu bringen, diese anzuklicken. Denn die Anwendung, die in ihrer Funktion den bekannten Botnetzen gleicht, verfügt über die erforderliche Intelligenz, um unter anderem das Geschlecht der Opfer zu ermitteln, Fragen zu stellen und von den Personen selbst eingefügte Webadressen gegen bösartige Links auszutauschen.

Wer das jetzt für eine freche Behauptung oder einfach Zukunftsmusik hält, irrt - leider. Denn die Forscher haben ihre Software in zwei Testszenarien erfolgreich erprobt und dabei Erfolgsraten von bis zu 76 Prozent erzielt! Das heißt, in drei von vier Fällen haben die Chatter den Betrugsversuch nicht erkannt und auf die eingeschleusten Links geklickt.

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass diese Technik schon sehr bald Teil der Methoden von Cyberkriminellen sein wird. Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten für die Anwender, sich vor dieser neuen Gefahr zu schützen. Erstens sollten Sie lieber zehn Mal nachdenken, bevor sie auf einen Link in einem Online-Chat klicken. Und zweitens sollten sie eine Sicherheitslösung einsetzen, die, zum Beispiel durch Reputationsdienste, in der Lage ist, bösartige Webadressen gleichsam in Echtzeit zu erkennen und zu blockieren.

Von: Rik Ferguson, Senior Security Advisor bei Trend Micro

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