40 Jahre INTERFORST

4 Jahrzehnte forsttechnische Innovationen / Forsttechnik-Geschichte von 1970 bis 2010
(PresseBox) (München, ) Seit der ersten Veranstaltung im Jahr 1970 steht die INTERFORST für forsttechnische Innovationen. Das wird auch zur 11. Veranstaltung wieder so sein. Die INTERFORST zeichnet aus, dass sie sich immer als eine Messe versteht, die sowohl die forsttechnische "Hardware" als auch die zugehörige "Software" wie Verfahrenstechnik, Arbeitsorganisation und Technikmanagement präsentiert. Dies war und ist auch die zentrale Aufgabe des INTERFORST-Kongresses und der INTERFORST-Foren. Diese sind in Verbindung mit der Messe und zusammen mit den Sonderschauen unverwechselbare Markenzeichen der INTERFORST seit ihrem Bestehen.

Seit 2002 gibt es als weiteren Innovationstreiber den Neuheitenwettbewerb des KWF, der fester Bestandteil der INTERFORST ist. Die INTERFORST beziehungsweise die dort abgebildete Forsttechnik­geschichte lässt sich in 5 wesentliche Phasen einteilen.

Im ersten Jahrzehnt von 1970 bis 1980 stand die Entwicklung der Rücketechnik mit zahlreichen für den Forsteinsatz umgerüsteten landwirtschaftlichen Schleppern mit Frontpolterschild und Tragbergstütze sowie vor allem mit Doppeltrommel-Funkseilwinde und dann vor allem als deutsche Neuentwicklung die sehr geländegängigen sogenannten Forstspezialschlepper mit Knicklenkung und ebenfalls Funkwinden im Mittelpunkt.

Eine weitere Errungenschaft dieses Zeitabschnitts ist die Entwicklung und Perfektionierung mobiler Langholz-Entrindungsmaschinen und die Mechanisierung der Schwachholzernte auf halbstationären und stationären Aufarbeitungsplätzen. Die Rundholztechnik mit Entrinden, Vermessen und Einteilen mit EDVgestützter Einteiloptimierung findet sich bis heute auf den wenigen verbliebenen forsteigenen Holzhöfen und den Rundholzplätzen der Sägeindustrie. Der Einsatz von Forstfunk ermöglichte erstmals in Katastrophenfällen die Einsatzkoordination von Maschinen und Unternehmern.

Das zweite Jahrzehnt von 1980 bis 1990 ist geprägt durch den Beginn der mechanisierten Schwachholzernte mit Fällmaschinen und Prozessoraufarbeitung und brachte die erste größere Mechanisierungswelle, die zwar später durch die Kranvollernter-Technologie abgelöst wurde, aber mit dazu beitrug, die Sturmkatastrophe 1990 und auch die folgende von 1999 in kürzester Zeit zu bewältigen. Von wesentlicher Bedeutung war auch die Perfektionierung der Mobilseilkrantechnik unter anderem mit Funksteuerung für die Holzbringung in Steilhängen und die Entwicklung der ersten Harvester für Fällung und Aufarbeitung.

Die politischen Ereignisse von 1990 bis 2000, wie die deutsche Wiedervereinigung und die Öffnung nach Osteuropa haben nicht nur die Gesellschaft geprägt, sondern auch die Forsttechnik. Die neuen Bundesländer wurden in die aktuelle Forsttechnik eingebunden. Zeitgleich entwickelte sich die Philosophie der naturnahen Waldwirtschaft mit angepasster, besonders boden- und bestandschonender Forsttechnik. Außerdem gewann Deutschland den Anschluss an das forsttechnisch führende Skandinavien mit der Entwicklung eigener Harvester und Forwarder sowie durch Anpassung und Vertrieb skandinavischer Produkte auf dem mitteleuropäischen Markt. Und schließlich ist der "Siegeszug" der Kranvollernter und Forwarder zu nennen - heute Standard in befahrbaren Lagen.

Seit 2002 erlebte der Rohstoff Holz eine Renaissance unter anderem als Folge der hohen Holzvorräte, die die Bundeswaldinventur nachwies. Die Forstwirtschaft reagierte mit der verstärkten Beschäftigung mit Themen wie Holzmobilisierung, Prozessorientierung und der Optimierung der Logistikkette vom Wald zum Werk mit den entsprechenden Werkzeugen (EDV, Navigation). Gleichzeitig begann die Umwandlung der Staatsforstbetriebe in Unternehmen, wie zum Beispiel in die Gründung der Bayerischen Staatsforsten.

Die weitere Perfektionierung der Kranharvestertechnologie erlaubt seitdem den Einsatz auch im schwierigeren Gelände, im stärkeren Nadelholz und auch im Laubholz durch Kettenfahrwerke und Sicherung durch Synchronseilwinde.

Die Interforst 2010 läutet das fünfte Jahrzehnt mit Chancen und Herausforderungen ein. Eine wesentliche Chance liegt sicherlich darin, dass Holz als Multitalent mittlerweile unbestritten anerkannt ist, da es nachhaltig, zukunftsfähig, innovativ ist. Herausforderungen verbergen sich hinter den Stichworten Klimawandel, Umbau der Wälder und Katastrophenholzanfall.

Auf der INTERFORST geben Aussteller, Kongress, Foren und Sonderschauen einen umfassenden Ausblick auf die Zukunft der Forsttechnik.

Weitere Informationen sowie Fotos: www.interforst.de

Über die INTERFORST Internationale Messe für Forstwirtschaft und Forsttechnik mit wissenschaftlichen Fachveranstaltungen und Sonderschauen

Die INTERFORST gehört zu den weltweit wichtigsten Fachmessen der Branche. Die im Vier-Jahres-Turnus stattfindende Veranstaltung präsentiert zukunftsweisende Technologien für die ganze Dimension von Holz und Forst und wird von hochkarätigen wissenschaftlichen Kongressen, Fachveranstaltungen, Sonderschauen und Foren begleitet. Die Messe zeigt die komplette Vielfalt der Branche von der Aufforstung über die Holzernte bis zum Sägewerk. Die Präsenz der Marktführer und die internationale Ausrichtung unterstreichen den Leitmesse-Charakter der INTERFORST. Die Aussteller- und Besucherzahlen der INTERFORST sind von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer im Auftrag der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) geprüft und international durch UFI (Global Association of the Exhibition Industry) zertifiziert. Die nächste INTERFORST findet statt vom 14. bis 18. Juli 2010 in den Hallen und auf dem Freigelände der Neuen Messe München. Die erste INTERFORST wurde im Jahr 1970 veranstaltet.

Über das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF)

Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein und wird von 2000 Mitgliedern getragen. Das KWF ist das Kompetenzzentrum für Waldarbeit, Forsttechnik und Holzlogistik in Deutschland und Europa. Es informiert und berät alle Akteure aus den Bereichen Forst, Holz und Bioenergie. Es steht allen als Ansprechpartner zur Verfügung. Das KWF konzentriert sich gemeinwohlorientiert und länderübergreifend auf die wichtigen Aufgaben der Zukunftssicherung, Unfallvermeidung und Umweltvorsorge. Damit ist das KWF beispielhaft für eine gemeinsame, arbeitsteilige, rationelle, und zukunftsweisende Aufgabenerledigung von Bund und Ländern. Das KWF prüft und zertifiziert als einzige bundesweit und länderübergreifend tätige Organisation Forsttechnik, forstliche Arbeitsmittel und Schutzausrüstung. Dabei vergibt es das begehrte KWF-Gebrauchswertzeichen, das KWF-Testzeichen, aber auch die DPLF- und GS-Zeichen. Das KWF vermittelt außerdem branchenübergreifend zwischen Forschung, Praxis und Industrie in den Bereichen Forst, Holz und Bioenergie. In diesen Bereichen steht es außerdem als Projektpartner zu Verfügung. Das KWF organisiert mit der KWF-Tagung die zweitgrößte Forst-Messe der Welt. Auf dieser gibt es einen Kongress, Fachexkursionen, Forstmaschinen- und Neuheitenschau. Zudem gestaltet das KWF Sonderschauen zu den Themen Forst und Holz, z.B. auch auf der INTERFORST. Am Firmensitz in Groß-Umstadt veranstaltet das KWF Fachforen, Seminare, Workshops und Expertengespräche zu aktuellen Themen aus der forstlichen Praxis.

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