Nur bei richtigem Einsatz hilft das Navi im Auto

TÜV SÜD Tipp: Darauf kommt es beim Navigationssystem an
(PresseBox) (München, ) Zur entspannten Reise in den Sommerurlaub gehört für immer mehr Autofahrer das Navigationsgerät. Und keine Frage: Ein gutes Navi kann einen großen Beitrag leisten, sicher und gut gelaunt am Ziel anzukommen. Aber nur dann, wenn der Fahrer von dem Gerät nicht mehr abgelenkt wird und auch dessen Kommandos nicht blind befolgt, so die Verkehrsexperten von TÜV SÜD. Sie haben zusammengestellt, worauf Autofahrer achten sollten.

Erst navigieren, dann starten: Wer sich ein Navigationssystem zulegt, sollte nicht an der falschen Stelle sparen - und muss es auch nicht. Technik und Qualität vor allem mobiler Systeme machen sehr rasche Fortschritte, das bei sinkenden Preisen. Ganz grundsätzlich sollten im Auto nur Geräte mit Sprachunterstützung eingesetzt und zudem richtig eingebaut respektive angebracht werden, so die Fachleute von TÜV SÜD. Nur durch Spracheingabe kann während der Fahrt sicher reagiert werden, wenn z.B. wegen Stau eine alternative Route vorgeschlagen wird. Bei Bildschirmsystemen gilt das Gleiche wie früher bei der Landkarte: Am sichersten ist es, zum Routenstudium anzuhalten. Auch wer vergessen hat, das System vor der Fahrt zu programmieren, sollte einen Stopp einlegen und die Eingabe erst dann nachholen: "Das Risiko, für ein paar Sekunden Zeitersparnis einen Unfall zu riskieren, ist schlichtweg unverantwortlich", betont TÜV SÜD-Experte Philip Puls. Ganz speziell gilt dies, wenn man Mietautos mit Navigation benutzt: "Ein unbekanntes System in einem ungewohnten Auto während der Fahrt zu benutzen, ist lebensgefährlich." Für wenig ratsam hält der Auto-Experte, das Navi nicht an der vorgesehenen Halterung zu befestigen, sondern - wie häufig praktiziert - diese in der Mittelkonsole zu platzieren: "Die Blickführung geht so zwangsläufig von der Straße weg, die nötige Aufmerksamkeit für den Verkehr ist nicht mehr gegeben, die Fahrt wird so zum Blindflug. Ebenso ist die Genauigkeit der Geräte bei Befestigung an der Windschutzscheibe am höchsten."

Nachrüstung lohnt nicht: Bei der Wahl des passenden Gerätes selbst empfiehlt Martin Grzebellus von der TÜV SÜD-Tochter NavCert weniger den Blick auf den Preis als mehr auf das wahrscheinliche Einsatzprofil. Teilweise gibt es identische Geräte mit großen Preisdifferenzen und mit unterschiedlichem Kartenmaterial.

Am günstigsten sind Navis mit Kartenmaterial für Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein. Teurer wird es, wenn West- und Osteuropa hinzu kommen. Ein günstigeres Navigationsgerät zu kaufen und Kartenmaterial nachzurüsten, lohnt in der Regel nicht. Auch sollte man beim Kauf mobiler Geräte die Bedingungen beachten, unter denen das Kartenmaterial via Internet aktualisiert werden kann. Die regelmäßige Aktualisierung ist nach Einschätzung von Martin Grzebellus unbedingt ratsam: "Aktuell liefen und laufen sehr viele Straßenbaumaßnahmen, diese Informationen können natürlich noch nicht in den Informationen enthalten sein". Grzebellus empfiehlt eine Aktualisierung alle 12 Monate. Zudem auf seiner Empfehlungsliste für den Navi-Kauf für Vielfahrer: "Das Gerät sollte mindestens mit TMC Pro ausgerüstet sein, um zuverlässige Verkehrsinformationen aufnehmen zu können und bei der Routenberechnung zu den Standards idealerweise die Funktion Eco Route umfassen. Weitere Kaufkriterien, die den Preis stark beeinflussen, sind die Größe des Bildschirms sowie Online-Dienste. Über 2D oder 3D Ansichten verfügen mittlerweile fast alle Geräte."

Nicht blind vertrauen: "Autofahrer folgt Navi und landet im Fluss", "Navi leitet Autofahrer in die Irre", "Weil Navi in die falsche Richtung führte: Luxusauto zerstört". Solche und ähnliche Überschriften sind keineswegs selten. Deshalb sei erwähnt, auch wenn es selbstverständlich klingt: Kommandos des Navigationsgerätes sollten nie blindlings ausgeführt werden! "Das System unterstützt den Fahrer bei der Routenentscheidung", unterstreicht Puls, "es ersetzt aber keineswegs das eigenverantwortliche Handeln. Meldet das Gerät aber beispielsweise "links abbiegen", bitte immer erst prüfen, ob die Gegenfahrbahn auch wirklich frei ist und eine befahrbare Straße vorhanden ist.

Genauso wenig wie zu tatsächlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt der elektronische Beifahrer Hinweise zu Überholverboten. Eine geänderte Autobahnauffahrt oder Kreisverkehr? Auch hier weiß das Gerät manchmal nichts von der aktuellen Lage und wiederholt eventuell unzutreffende Kommandos. Fahrer, die sich durch diese Kommandos gestört fühlen, sollten die Sprachunterstützung in dieser Situation besser abschalten, möglichst durch Sprachsteuerung.

Diebstahl vorbeugen: Navigationsgeräte gehören aktuell zu den beliebten Beutestücken von Langfingern. Dem kann man bei mobilen Geräten einfach vorbeugen, indem man die Navis aus dem Auto entfernt. Weitere Empfehlung von Philip Puls: "Autofahrer sollten beim Parken auch die Kabelverbindung verstauen. So kommt ein potenzieller Dieb erst gar nicht auf die Idee, dass außer dem Kabel vielleicht auch noch das Gerät im Auto liegt."

Karte im Auto: Navi drin und die Karte auf den Müll? Keinesfalls, sagt Philip Puls: "Jeder, der schon mal ins Ausland gefahren ist, weiß wie unangenehm es ist, wenn man sich total auf die Navigation verlassen hat und auf einmal in der Pampa steht, weil das Ziel in abgelegener Ecke halt doch nicht im Kartenverzeichnis war. Hier hilft zur Orientierung am besten die Karte - aber nur wenn sie im Auto ist und nicht zu Hause im Wohnzimmerschrank"

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