Mit Optimismus in den Sommer

IHK-Umfrage im Gastgewerbe: angespannte Lage im letzten Halbjahr / Hohe Erwartungen an die Sommersaison 2010
(PresseBox) (Darmstadt, ) Die Situation im Gastgewerbe hat sich nach wie vor nicht stabilisiert. Doch die Branche blickt optimistisch in den Sommer. Zum dritten Mal hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Inhaber von Hotels, Gastronomiebetrieben und Campingplätzen nach der derzeitigen Lage und ihren Erwartungen gefragt. 56 Prozent der Befragten beurteilt die aktuelle Situation als schlecht, das sind 19 Prozent mehr als im Herbst 2009. Dabei gaben deutlich mehr Hoteliers als Gastronomen an, dass die Situation derzeit schlecht ist (82 versus 46 Prozent). „Der Druck auf die Branche lässt nicht nach. Kommunen, Vermarktungsgesellschaften und Unternehmen müssen daher gemeinsam an touristischen Angeboten und deren Vermarktung arbeiten, damit wieder mehr Touristen in unsere Region kommen“, sagt Kirsten Rowedder, Tourismusexpertin im Geschäftsbereich Standortpolitik der IHK Darmstadt.

Der Negativtrend spiegelt sich auch in der Umsatzentwicklung wider: Bei 59 Prozent der Befragten ist der Umsatz innerhalb der vergangenen sechs Monate zurückgegangen. Unterschieden wurde in der Umfrage zwischen drei Segmenten, den Geschäftsreisenden, den Urlaubsreisenden sowie den Gästen aus der Region. Letztere sorgen für einen kleinen Lichtblick: bei 41 Prozent der Betriebe ist der Umsatz in diesem Segment stabil geblieben, bei 24 Prozent sogar gestiegen. Der Umsatz mit Geschäftsreisenden ist dagegen bei der Hälfte der Befragten zurückgegangen und bei einem Drittel gleich geblieben. Ähnlich sieht die Umsatzentwicklung bei den Urlaubsreisen aus: 44 Prozent melden gleich bleibende Umsätze, 48 Prozent einen Rückgang der Umsätze.

Die durchschnittliche Zimmerauslastung ist bei 17 Prozent der Befragten gestiegen. Drei Viertel der Betriebe haben allerdings mit einem Rückgang der Auslastung zu kämpfen. Zum Vergleich: In der vorherigen Saison war die Hälfte der Betriebe von einem solchen Rückgang betroffen. Aktuell liegt die durchschnittliche Auslastung bei 37 Prozent.

Hohe Erwartungen für den Sommer

Die Erwartungen an die Sommersaison sind hoch: 37 Prozent der Befragten rechnen mit einer günstigeren, 47 Prozent immerhin mit einer gleich bleibenden Geschäftslage. „Die wachsende Zahl touristischer Angebote wie beispielsweise ausgeschilderte Wander- und Radwege machen unsere Region attraktiver und lassen auf steigende Übernachtungszahlen hoffen“, sagt Rowedder.

Der sich aus der Einschätzung der aktuellen Lage und den Erwartungen ergebende Geschäftsklimaindex von 89 Punkten weist ebenfalls auf eine weitere Stabilisierung der Lage hin. Doch sind auch hier deutliche Unterschiede zwischen Beherbergung und Gastronomie zu erkennen: In der Gastronomie liegt der Geschäftsklimaindex bei 98 Punkten, bei den Hoteliers nur bei 65 Punkten.

Aus- und Weiterbildung im Gastgewerbe

Mit der aktuellen Saisonumfrage wurden Fragen zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung gestellt. Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) bildet nicht aus, ist allerdings aufgrund der Unternehmensgröße auch nicht hierfür geeignet. Von den Betrieben, die ausbilden, konnten allerdings 44 Prozent nicht alle freien Plätze besetzen. Hier zeichnen sich bereits die Folgen des demografischen Wandels ab: Die Azubis werden knapp. Von den 45 Prozent der Betriebe, die ein Budget für Weiterbildung haben, plant die Mehrheit, ihre Ausgaben für Weiterbildung in den kommenden sechs Monaten konstant zu halten.

Weitere Ergebnisse der Umfrage, kurz zusammengefasst:

Preisentwicklung:
Die Preise in Hotellerie und Gastronomie bleiben weitestgehend stabil: 80 Prozent der Befragten wollen ihre Preise beibehalten (steigende Preise: 13 Prozent, sinkende: acht Prozent).

Beschäftigte:
Die Zahl der Beschäftigten bleibt insgesamt stabil: Rund drei Viertel der befragten Unternehmen planen, ihre Zahl der Beschäftigten konstant zu halten, neun Prozent planen sogar, weiteres Personal einzustellen.

Investitionen:
58 Prozent der Befragten wollen in der kommenden Saison investieren. Davon will die Mehrheit in gleicher Höhe investieren wie in der vorherigen Saison. Die Investitionsmittel werden überwiegend in die Modernisierung der Betriebe fließen – dies gaben 78 Prozent der Befragten an. Innovationen und Angebotserweiterung sowie Rationalisierung und Kostensenkungen stehen an zweiter Stelle bei den Gründen für Investitionen.

Hintergrund:
Mit der Saisonumfrage zur Wintersaison 2009/2010 präsentiert die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar zum dritten Mal die Ergebnisse einer Befragung von Unternehmen aus der Tourismuswirtschaft. Die Umfrage fand im April und Mai 2010 statt. Unternehmen werden um einen Rückblick auf die vergangene Saison und einen Ausblick auf die kommende gebeten. Befragt werden Beherbergungsbetriebe, Gastronomiebetriebe und Campingplätze. Die Saisonumfrage wird in Zukunft halbjährlich durchgeführt, um auch Entwicklungstendenzen in der Tourismuswirtschaft abbilden zu können.

Die südhessischen Ergebnisse fließen in die bundesweite Saisonumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ein.

Weitere Informationen zur Tourismusbranche in der Region finden Sie im Internet unter www.darmstadt.ihk24.de (Dokument-Nummer 7604), Direktlink: http://www.darmstadt.ihk24.de/...

Kontakt

Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar
Rheinstraße 89
D-64295 Darmstadt
Thomas Klein
Leiter Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Kirsten Rowedder
Geschäftsstelle Arbeitsgemeinschaft Standortmarketing
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