Die Zukunft des Lötens

LÖT 2010 zeigt aktuelle Trends der Branche / "Erich-Lugscheider-Award" erstmals verliehen
Preisträger Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Tillmann (links) mit dem Namensgeber des neuen Preises, Prof. Dr. Erich Lugscheider (PresseBox) (Düsseldorf, ) Die LÖT 2010 ist am 17. Juni 2010 in Aachen zu Ende gegangen. Die Fachtagung, die der DVS - Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. zum nunmehr neunten Mal organisiert hat, brachte 235 Konferenzteilnehmer aus 17 Nationen zusammen. Experten im Hart- und Hochtemperaturlöten sowie im Diffusionsschweißen berichteten über die neuesten Fügeverfahren bei Hochleistungswerkstoffen sowie bei Glas, Keramik und verschiedenen Metallen. Beispiele für innovative Anwendungen des Lötens in der Industrie standen genauso auf der Tagesordnung wie Modellierung, Simulation und Qualitätssicherung.

Die über 50 Fachvorträge aus Wirtschaft und Forschung zeigen drei Trends für die Zukunft des Lötens: Zunächst setzen sich Lote auf Eisenbasis in der Industrie immer mehr durch. Des Weiteren hält die Simulation auch bei diesem Verfahren verstärkt Einzug in die Betriebe, z. B. bei der Auslegung von Fügeverbunden oder bei der Berechnung von Benetzungsvorgängen. Und schließlich ist ein Verfahren auf dem Vormarsch, das den Produktionsaufwand in den Betrieben deutlich reduzieren wird: Mit dem "Reactive Air Brazing", also dem Fügen an der Luft, lassen sich Metall-Keramik-Verbunde bei Umgebungsdruck und ohne schützendes Vakuum oder Inertgasatmosphäre herstellen.

Neben den Vorträgen präsentierten rund 30 Unternehmen ihre aktuellen Produkte bei einer Tabletop-Ausstellung. Posterpräsentationen informierten die Tagungsteilnehmer der LÖT über neueste Forschungsergebnisse und luden die Teilnehmer zu Diskussionen ein.

Zum ersten Mal im Rahmen der 3tägigen Veranstaltung wurde der "Erich-Lugscheider-Award" vergeben. Der Preis wird vom Förderverein des Instituts für Oberflächentechnik e. V. der RWTH Aachen verliehen und zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich um die internationale Vernetzung der Löttechnik und um den Austausch von Wissen verdient gemacht haben. Besonders fördern möchte die Kommission Verdienste, die Nachwuchswissenschaftlern einen internationalen Erfahrungsaustausch ermöglichen. Preisträger 2010 ist Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Tillmann von der Technischen Universität Dortmund. Tillmann konnte sich neben der Auszeichnung über ein Preisgeld von 5.000 Euro freuen, das vom DVS, der Innobraze GmbH, der Listemann AG sowie der Umicore AG & Co KG zur Verfügung gestellt wurde. Der Award wird zukünftig alle drei Jahre anlässlich der LÖT verliehen.

Weiterhin wurden die vier besten Beiträge der diesjährigen LÖT ausgezeichnet:
-Nils Kopp, RWTH Aachen: "Konturtreue Lote zum Fügen von Keramik an Luft"
-Dr.-Ing. Josef Remmel, Forschungszentrum Jülich: "Diffusionsschweißen von Aluminium-Werkstoffen zur Herstellung von Kühlstrukturen für den Einsatz im Ultrahochvakuum"
-Chunlai Liu, TU Dortmund: "Dotierung von Aluminiumbasisloten zum flussmittelfreien Hartlöten von Aluminiumlegierungen"
-Susann Hausner, TU Chemnitz: "Beitrag zum Induktionslöten von Metall-Keramik"

Die LÖT 2013 ist für den 18. bis 20. Juni vorgesehen, Veranstaltungsort wird wiederum Aachen sein.

Kontakt

DVS - Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V.
Aachener Straße 172
D-40223 Düsseldorf
Katja Wolf
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bilder

Social Media