BilMoG in der Landwirtschaft

(PresseBox) (Berlin, ) Das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) ist verpflichtend für Handelsbilanzen zum 31. Dezember 2010 oder für in 2011 endende abweichende Wirtschaftsjahre anzuwenden. Auch land- und forstwirtschaftliche Betriebe sind von dieser Reform des Handelsrechts betroffen, wenn sie in der Rechtsform einer OHG, KG, GmbH & Co. KG oder einer Kapitalgesellschaft geführt werden. Kernpunkt des BilMoG ist unter anderem die Aufgabe der umgekehrten Maßgeblichkeit, sodass rein steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nicht mehr in der Handelsbilanz nachvollzogen werden dürfen. Die sich daraus ergebende Folge einer von der Handelsbilanz gesondert aufzustellenden Steuerbilanz eröffnet nun aber für landwirtschaftliche Betriebe, die den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs unterliegen, neue Bilanzierungsmöglichkeiten. Erstmals dürfen sie in ihrer Handelsbilanz die stehende Ernte und die selbst erzeugten, nicht zum Verkauf bestimmten Vorräte aktivieren, ohne dadurch Steuerzahlungen befürchten zu müssen. Damit kann mit der getrennten Handelsbilanz ein besserer Ausweis des tatsächlichen Vermögens des landwirtschaftlichen Betriebs erfolgen, was insbesondere auch für Kreditgespräche mit der Bank von Vorteil sein kann. In der davon getrennten, beim Finanzamt einzureichenden Steuerbilanz bleibt es hingegen bei der üblichen Nichtaktivierung des Feldinventars und der stehenden Ernte, sodass keine Steuerzahlungen aus der erstmaligen Aktivierung zu befürchten sind. Im Bereich der Tierbewertung bedarf es dagegen keiner getrennten unterschiedlichen Ansätze zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz, da die von der Finanzverwaltung vorgegebenen Viehrichtwerte auch für Zwecke der Handelsbilanz regelmäßig als zutreffende Wertansätze beachtet werden.

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