Nationaler Forschungsverbund Windenergie

ForWind und Fraunhofer IWES: Bundesweit einmalige Kooperation / Start der Forschungsinitiative "Windenergie 2020"
(PresseBox) (Hannover, ) Zum "Nationalen Forschungsverbund Windenergie" haben sich ForWind, das Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover, Bremen, und das Fraunhofer- Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) zusammengeschlossen. Das gaben heute ForWind-Geschäftsführer Dr. Stephan Barth und Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter, Leiter des Fraunhofer IWES, im Rahmen des "Leibniz Zukunftsdialogs" zum Thema "Wie kommt der Wind ins Netz?" an der Universität Hannover bekannt.

"Die Bündelung der gemeinsamen Forschungskompetenzen ermöglicht die optimale Nutzung von Synergien sowie die Lösung schwieriger Probleme in effektiver und effizienter Weise", erklärt Dr. Barth. In dem neuen Forschungsverbund sind mehr als 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 35 Instituten und Forschungseinrichtungen tätig. Dabei können sie auf eine Forschungsinfrastruktur für grundlagen- und anwendungsorientierte Untersuchungen zurückgreifen. Beispiele sind ein Supercomputer für Strömungssimulationen, der weltgrößte Wellenkanal oder ein einmaliger Teststand für Rotorblätter bis 90m Länge. "Das sind ideale Voraussetzungen für einen Forschungsverbund, der im Bereich der Windenergie in Deutschland einmalig ist", sagt Prof. Reuter. Mit dem Zusammenschluss decken ForWind und IWES nahezu das gesamte Spektrum der Windenergietechnik ab - von der Energiemeteorologie über das Rotorblatt bis zum Antriebsstrang, von der Gondel über die Tragstruktur bis zum Baugrund.

"Innerhalb der vergangenen Jahre haben sich ForWind und Fraunhofer IWES im Bereich der Windenergie als versierte und gefragte Ansprechpartner für Industrie, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft etabliert. So ist es nur konsequent, sich zum ,Nationalen Forschungsverbund Windenergie' zusammenzuschließen", ergänzt Prof. Reuter. "Durch die Bündelung unserer Forschungsaktivitäten sind wir nun in der Lage, mit den international tonangebenden Forschungsverbünden in Dänemark und den USA Schritt zu halten.

Die Forschung erreicht damit ein Niveau, welches mit der Technologieführerschaft der deutschen Windenergieindustrie korrespondiert."

Die enge Kooperation zwischen ForWind und Fraunhofer IWES ist durch die Fraunhofer Projektgruppen in Oldenburg und Hannover sowie über die Offshore-Baugrunderkundung der Universität Bremen sicher gestellt. Darüber hinaus erfolgt eine Vernetzung des Forschungsverbunds ForWind - IWES derzeit vor allem über die Forschungsinitiative RAVE (Research at alpha ventus). Zusätzlich arbeiten ForWind und IWES gemeinsam an Teilprojekten der europäischen Netzwerke "Joint Programme Wind Energy" der "European Energy Research Alliance" (EERA) und der »Technology Platform Wind« und sind Projektleiter im »Implementing Agreement for Co-operation in the Research, Development, and Deployment of Wind Energy Systems« der »Internationalen Energie Agentur« (IEA).

Ein aktuelles Vorhaben des "Nationalen Forschungsverbunds Windenergie" ist die Bewerbung "WindPowerCluster" im Spitzenclusterwettbewerb des Ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die ForWind und IWES gemeinsam mit der Windenergie Agentur WAB organisieren. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre haben ForWind, IWES und WAB über 300 Forschungseinrichtungen und Windenergiebetriebe der Nordwest- Region zu einem komplexen Wirtschafts- und Forschungsnetzwerk verwoben. Die Einmaligkeit dieses Netzwerkes zeigt die Bewerbung zum "WindPowerCluster". Der Cluster ist das einzige Vorhaben im Bereich Windenergie im Rahmen des Spitzenclusterwettbewerbs.

"Der Zusammenschluss von ForWind und IWES zum ,Nationalen Forschungsverbund Windenergie' ist ein Gewinn für die gesamte Nordwest-Region und verdeutlicht die Ausnahmestellung dieser Region im Bereich Windenergie", freut sich Ronny Meyer, Geschäftsführer des Offshore-Branchenverbandes WAB.

Die erste gemeinsame Programmatik des "Nationalen Forschungsverbunds Windenergie" ist die Forschungsinitiative "Windenergie 2020". Sie bezweckt die Umsetzung der Zielsetzung der Bundesregierung, 35 Prozent der Elektrizität bis 2020 aus regenerativen Energien zu gewinnen. Windenergie bildet die tragende Säule dieses Vorhabens. Damit steht die Windenergiebranche in Deutschland vor gewaltigen Herausforderungen: So muss die Windenergie sinnvoll in ein nachhaltiges Energieversorgungskonzept integriert werden. Die Technologie muss zuverlässig und international wettbewerbsfähig sein, und die neuen Windparks müssen umweltverträglich und im Konsens mit den betroffenen Anwohnern errichtet und betrieben werden. Das sind Herausforderungen, deren erfolgreiche Bewältigung den Technologievorsprung der deutschen Windenergiebranche ausbauen wird und ein erhebliches Marktpotenzial in Deutschland wie auch im Export bietet.

"Windenergie 2020" vernetzt deshalb die Forschung mit der deutschen Windenergieindustrie und beantwortet technische und wirtschaftliche Forschungsfragen mit multidisziplinärer Reichweite. In mehrjährigen Projekten, die gemeinsam mit der Branche entwickelt und durchgeführt werden, werden der Ausbau der Windenergienutzung kosteneffizient, nachhaltig und langfristig vorangetrieben und die Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie gegenüber konventionellen Kraftwerken kontinuierlich verbessert. Im Zentrum der Forschungsinitiative steht unter anderem die optimale Ausnutzung der Ressource Wind und der verfügbaren Flächen bei der Realisierung von Offshore-Windparks mit einer Leistung von mehreren Gigawatt. Auch neuartige belastungs- und geräuschreduzierte Rotorblätter, die Optimierung von Trag-Strukturen für kostengünstigere Offshore-Windenergieanlagen sowie die Entwicklung von robusten, das Verbundnetz stützenden Generatorund Triebstrangsystemen gehören dazu.

"Der Nationale Forschungsverbund Windenergie wird in seiner Arbeit alles daran setzen, die Forschung im Bereich der Windenergie voranzutreiben und Deutschland als eines der wichtigsten Länder für die Windenergie zu etablieren", so Barth und Reuter.

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ForWind - Zentrum für Windenergieforschung, zukunftsenergien nordwest 2012
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Dr. Stephan Barth
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