Konsens: Parteien wollen Technologiepark weiterentwickeln

Vertreter der fünf großen Parteien stellten am 17. Mai auf Initiative des Technologiepark Uni Bremen e.V. ihre Pläne für den Stadtteil vor
(PresseBox) (Bremen, ) Die Weiterentwicklung des Technologieparks Bremen steht für alle Parteien auf der Tagesordnung für die nächste Legislaturperiode – das jedenfalls ergab die Podiumsdiskussion „Gespräche im Park“ am 18. Mai mit Vertretern von SPD, CDU, B‘90/Die Grünen, Die Linke und FDP. Eingeladen hatte der Technologiepark Uni Bremen e.V. gemeinsam mit dem Gastgeber, der OHB Technology AG.

In Fragen der Innenentwicklung herrschte weitegehend Konsens unter den Parteien. Den Aufbau eines Dienstleistungs- und Einzelhandelsangebots befürworteten alle Teilnehmer der Diskussion ebenso wie den Ausbau der Kinderbetreuung. Auch die Ansiedlung einer Schule in freier Trägerschaft konnten sich die Vertreter von SPD, CDU, Grünen und FDP perspektivisch vorstellen, um den Standort für Fachkräfte noch attraktiver zu machen. Allein Die Linke sieht hier die Gefahr einer „Entmischung“, also den Abzug von Kindern besserverdienender Eltern aus den Schulen in Stadtteilen mit durchmischteren Bevölkerungsschichten.

Wenige Chancen wurden dagegen einer deutlichen Ausweitung des Wohnangebots eingeräumt. Vielmehr sei es wichtig, den Technologiepark stärker an die angrenzenden Stadtteile Horn und Schwachhausen anzubinden.

Vor diesem Hintergrund sprachen sich auch fast alle Vertreter der Parteien für eine räumliche Ausweitung nach Südwesten aus, wenn die Flächen knapp werden. Im Moment sei zwar noch ausreichend Spielraum vorhanden, allerdings müsse perspektivisch auch schon die Zeit nach 2020 ins Auge gefasst werden, fanden insbesondere Andreas Kottisch (SPD), Susanne Grobien (CDU) und Dr. Magnus Buhlert (FDP). Dr. Matthias Güldner (Die Grünen) schloss sich dieser Meinung zwar grundsätzlich an, sah allerdings noch für lange Zeit genügend Verdichtungspotenzial auf den bestehenden Flächen. Auch müsse der Bebauungsplan so geändert werden, dass höhere Gebäude möglich werden und der Technologiepark in die Höhe wachsen kann. Dr. Christoph Spehr (Die Linke) sprach sich unterdessen komplett gegen eine räumliche Ausweitung des Parks und für eine ausschließlich qualitative Weiterentwicklung aus.

Ein weiteres großes Thema war die ÖPNV-Anbindung des Stadtteils. Angesichts der oft überfüllten Straßenbahnlinie 6 erkannten alle Teilnehmer den Handlungsbedarf an. Durchgehend positiv bewertet wurde auch die Idee einer Haltestelle für die S-Bahn oder den Metronom im Technologiepark. Auf diese Weise müssten Pendler nicht bis zum Hauptbahnhof fahren und anschließend mit der Straßenbahn den gleichen Weg zurückkehren, um zur Universität zu gelangen. Unterschiedlich bewertet wurden nur die Finanzierungsmöglichkeiten: Während Susanne Grobien dieses Projekt angesichts der Haushaltsnotlage für kaum durchsetzbar hielt, räumten Andreas Kottisch und Matthias Güldner als Vertreter der Regierungskoalition dem Bahnhof durchaus Chancen ein – insbesondere, wenn er mit Ergänzung durch EU-Mittel gebaut werden kann. Beide waren der Meinung, dass ein strukturpolitisch essenziell wichtiges Gebiet wie der Technologiepark mit vergleichsweise geringem Mittelaufwand in seiner Infrastruktur sinnvoll ergänzt und aufgewertet werden kann.

Moderatorin Gaby Schuylenburg von Radio Bremen merkte gleich zu Beginn an, dass außer der FDP keine Partei den Technologiepark in ihrem Wahlprogramm erwähnt habe. Kottisch fand dafür jedoch die passende Erklärung: 25 Jahre nach der Gründung sei dieser Stadtteil bereits so selbstverständlich in den Köpfen verankert, dass er nicht mehr gesondert erwähnt werde. „Der Technologiepark ist ein Paradebeispiel für den Strukturwandel“, betonte er. Die politische Unterstützung sei auch für die Zukunft ganz klar vorhanden.

Weitere Informationen: www.technologiepark-uni-bremen.de

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