Erfolgreicher Auftakt der neuen Kongressreihe "Leibniz Zukunftsdialog"

Erste gemeinsame Veranstaltung von Deutscher Messe und Leibniz Universität zum Thema Offshore-Windenergie / Ausbau der Windaktivitäten innerhalb des neuen "Nationalen Forschungsverbunds Windenergie"
(PresseBox) (Hannover, ) Mit der Frage "Wie kommt der Wind ins Netz?" ist am Donnerstag, 19. Mai 2011, eine neue gemeinsame Kongressreihe der Deutschen Messe AG und der Leibniz Universität Hannover gestartet. Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten beim ersten "Leibniz Zukunftsdialog" Themen rund um die Offshore-Windenergie. Insgesamt kamen rund 100 Teilnehmer zu der Tagung in das Convention Center auf dem hannoverschen Messegelände. Unterstützt wurde der Kongress unter anderem von der E.ON AG und dem Windkraft-Netzwerk "WindPowerCluster".

Nach der Begrüßung durch Dr. Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, und einer kurzen Vorstellung der Leibniz Zukunftsdialoge von Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover, begann der Kongress mit einem Vortrag zum Energiekonzept der Bundesregierung von Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) Bremerhaven sowie des Instituts für Windenergiesysteme der Leibniz Universität Hannover. Prof. Dr.-Ing. Robert Gasch, ehemaliger Leiter des Fachgebiets Strukturdynamik am Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin, berichtete von den Anfängen und der Entwicklung der Windenergie. Die Strukturierung und Finanzierung von Offshore-Windprojekten erläuterte Björn Heinemeyer von der NORD/LB, Structured Finance Europe - Energy Origination. Ronny Meyer, Geschäftsführer der Windenergie-Agentur WAB stellte den WindPowerCluster vor. Der Journalist und Buchautor Dr. Franz Alt sprach sich für den vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie und einem konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien aus. Der Niedersächsische Minister für Umwelt und Klimaschutz, Hans-Heinrich Sander, ging auf die Rolle der Windenergie für die Entwicklung Niedersachsens ein.

Am Mittag diskutierte eine Podiumsrunde, bestehend aus Minister Hans-Heinrich Sander, Dr. Franz Alt, Prof. Dr.-Ing. Robert Gasch, Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter und Dr. Bernhard Fischer, CEO der E.ON Generation GmbH, über die größten Chancen und Hürden, die beim Ausbau der erneuerbaren Energien bevorstehen. Lebhaft ging es zu bei Details zu Netzausbau, Subventionen, Akzeptanzproblemen bis zur dezentralen Versorgung. Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass die Reise zu einem "Mehr an erneuerbaren Energien" voran getrieben werden muss. Entsprechend weit lagen die Meinungen bei der Umsetzung auseinander: "Wind ist für mich eine Energieform, die man gut in ein bestehendes System einbauen kann - aber kein Allheilmittel", diesen Standpunkt vertrat Dr. Bernhard Fischer. Als "wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung" bezeichneten Prof. Reuter und Prof. Gasch die Windenergie. Hans-Heinrich Sander hob den Beitrag Niedersachsens am Anteil erneuerbarer Energien hervor, der bei 30 Prozent liegt. Niedersachsen mache sich stark für die Zukunft von erneuerbaren Energien, dies müsse in anderen Bundesländern, Europa und sogar weltweit ebenso geschehen, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Dr. Franz Alt beendete die Podiumsdiskussion mit den markigen Worten: "Bürger, zur Sonne, zum Wind!"

Anschließend vertieften die Teilnehmer in zwei parallelen Sessions unterschiedliche Schwerpunkte. So drehte es sich zum einen um die aktuellen Herausforderungen und Erfahrungen mit den bestehenden Windparks im Meer sowie der damit einhergehenden Entwicklung von Logistik, Technik und Tragstrukturen. Die Referenten waren Joachim Ditzen, Project Manager DanTysk der Vattenfall Europe Windkraft GmbH, Norbert Giese, Leiter des Offshore-Geschäfts der REpower Systems AG, Prof. Dr.-Ing. Peter Schaumann, Leiter des Instituts für Stahlbau der Leibniz Universität Hannover und Vorstandsmitglied von ForWind, Ralf Lamsbach, Bereichsleiter Offshore-Projekte der E.ON Climate & Renewable Central Europe GmbH, Carsten Rogge, BLG Logistics Solutions Group und WindEnergy Logistics sowie Prof. Dr. Martin Kühn, Inhaber der Stiftungsprofessur Windenergiesysteme der Universität Oldenburg und Vorstandsmitglied von Forwind.

In der zweiten Session ging es um die Netzintegration sowie die Herausforderungen für künftige Stromnetze und lokale Energieversorger. Zu den Referenten gehörten Dr.-Ing. Kurt Rohrig, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik Kassel, Prof. Dr.-Ing. Lutz Hofmann, Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik der Leibniz Universität Hannover, Dipl.-Geograph Martin Weiße von der WIND-projekt Ingenieur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Dr. Jörg Buddenberg, Leiter der Abteilung Energie- und Umwelttechnologie der EWE AG Oldenburg, Dr. Peter Hoffmann, Leiter Netzführung der Tennet TSO GmbH Bayreuth, und Johannes Schmiesing, Leiter Netzwerkentwicklung Strom der E.ON Avacon AG Helmstedt.

Gründung des "Nationalen Forschungsverbunds Windenergie"

Beim ersten "Leibniz Zukunftsdialog" wurde auch die Gründung des "Nationalen Forschungsverbunds Windenergie" offiziell verkündet. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen ForWind, dem Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Hannover, Oldenburg und Bremen, und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES). Durch die Bündelung der Forschungsaktivitäten werden Synergien optimal genutzt. Der Forschungsverbund, der im Bereich der Windenergie in Deutschland einmalig ist, kann auf eine Forschungsinfrastruktur für grundlagen- und anwendungsorientierte Untersuchungen zurückgreifen. Beispiele sind ein Supercomputer für Strömungssimulationen, der weltgrößte Wellenkanal oder ein einmaliger Teststand für Rotorblätter bis 90m Länge. Mit dem Zusammenschluss decken ForWind und IWES nahezu das gesamte Spektrum der Windenergietechnik ab - von der Energiemeteorologie über das Rotorblatt bis zum Antriebsstrang, von der Gondel über die Tragstruktur bis zum Baugrund.

Ein aktuelles Vorhaben des "Nationalen Forschungsverbunds Windenergie" ist die Bewerbung "WindPowerCluster" im Spitzenclusterwettbewerb des Ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die ForWind und IWES gemeinsam mit der Windenergie Agentur WAB organisieren. Darüber hinaus hat der neue Verbund von ForWind und IWES die Forschungsinitiative "Windenergie 2020" gestartet. Sie bezweckt die Umsetzung der Zielsetzung der Bundesregierung, 35 Prozent der Elektrizität bis 2020 aus regenerativen Energien zu gewinnen.

Über die "Leibniz Zukunftsdialoge"

Die "Leibniz Zukunftsdialoge" haben das Ziel, die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern und den Standort Hannover nachhaltig zu positionieren. Dazu gehören die Verbesserung der Zusammenarbeit der norddeutschen Länder im Bereich von Wissenschaft und Forschung, die Unterstützung in der Vorbereitung von Institutionen übergreifenden Forschungsanträgen in der Exzellenzinitiative und im Spitzencluster-Wettbewerb, die Stärkung der wissenschaftlichen Schwerpunkte in Niedersachsen und die Vermarktung des Wissenschaftsstandortes Niedersachsen. Die Leibniz Universität Hannover koordiniert dieses neue Veranstaltungsformat, die Deutsche Messe AG verantwortet die gesamte Organisation. Mit den "Leibniz Zukunftsdialogen" realisieren beide Partner im Rahmen der im vergangenen Jahr geschlossenen Kooperationsvereinbarung ihr erstes gemeinsames Veranstaltungsprojekt.

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