Vom Einkäufer zum Rohstoffmanager

5. Strategietreffen der Weltmarktführer zum Thema „Supply Chain Management als Erfolgsfaktor“
Beim 5. Strategietreffen der Weltmarktführer ging es um das Supply Chain Management als Erfolgsfaktor (PresseBox) (Heilbronn, ) Einkauf wird zunehmend zu einem strategischen Instrument in der Unternehmensführung, Supply-Chain-Management zu einer zentralen Managementaufgabe. Zu diesem Ergebnis kam das fünfte Strategietreffen der Weltmarktführer in der Jagstmühle bei Mulfingen im Hohenlohekreis. Das Strategietreffen ist eine Initiative der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF), German Graduate School (GGS) und der Commerzbank AG.

Rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien setzten sich in Vorträgen und Gesprächen mit dem Thema Supply Chain Management auseinander. Für Gregor van Ackeren von der Kelkhoff Consutling in Düsseldorf hat das Jahrzehnt des Einkäufers begonnen. Die Rolle des klassischen Einkäufers geht aus seiner Sicht zu Ende. Er wird zunehmend zum Rohstoffmanager.

Wertorientiert in globalen Logistiknetzwerken

Grund sind die sich rasant verändernden Rahmenbedingungen. Die Preise für Rohstoffe und Halbwaren sind zwischen 2005 und 2010 durchschnittlich um 42,4 Prozent gewachsen, die Einfuhren insgesamt nur um 7,8 Prozent. Umsatzsteigerungen lassen sich nach Auffassung von van Ackeren vor allem durch Einsparziele im Einkauf erzielen. Schon mit 3 Prozent Materialeinsparung sind Umsatzsteigerungen bis zu 45 Prozent möglich. Er schlägt deshalb ein professionelles Einkaufsmanagement vor, das alle internen Abteilungen miteinander verknüpft. Unterstützend minimiert ein konsequentes Compliance-Management Risiken und steigert Effektivität und Effizienz. „Über 60 Prozent der korruptionsanfälligen Bereiche in einem Unternehmen sind im Supply Chain verankert“, sagt Gregor van Ackeren. Er plädiert in dynamischen und volatilen Märkten für ein wertorientiertes Zusammenspiel der Partner in globalen Logistiknetzwerken.

Flexibilitätskorridor als Erfolgsfaktor

Stephan Amling, Bereichsleiter Business Transformation Service bei SAP, sieht im Flexibilitätsmanagement den Schlüssel zum Erfolg. Durch unvorhersehbare Ereignisse wie Naturkatastrophen und immer kürzer werdende Innovationszyklen entstehen extreme Nachfrageschwankungen. Der Effekt ist eine immer geringer werdende Planungsgenauigkeit. Kumulieren sich die Ereignisse, explodieren die Logistikkosten und machen am Ende bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten aus. Sein Rezept dagegen: Genaue Ermittlung der Datenlage, Prozessoptimierung und Prozesskontrolle. Entscheidendes Element ist dabei ein „Flexibilitätskorridor“ der Sicherheit bietet, je näher ein Liefertermin rückt. Am Beispiel der Lebensmittelindustrie und der Automobilindustrie wies er nach, wie sich über ein IT-gestütztes gemeinsames Netzwerk der Partner Kapazitäten flexibel steuern lassen. Ein flexibler Produktionsverbund entkoppelt von Produktdifferenzierungen und gibt Planungssicherheit.

Interne Lieferkette planen und steuern

Dass auch eine interne Lieferkette Potenzial hat, die Produktion zu verschlanken, Beschaffungswege zu optimieren und Kosten zu senken, wies Philipp Rock nach, Leiter Produktion und Qualität beim Saunaspezialisten Klafs in Schwäbisch Hall. Durch den steigenden Anteil an Sonderausstattungen hat Klafs die Produktion von Serienfertigung auf Einzelfertigung umgestellt. Dies bedeutete einen tief greifenden Einschnitt in gewohnte Abläufe. Alle Produktionsbereiche arbeiten heute zeitgleich an den gleichen Aufträgen. Ein Logistikzug sammelt die Einzelfertigungen für einen Auftrag aus der Produktion ein. Das hat die Laufwege um fast zwei Drittel gesenkt. „Noch im Jahr der Einführung des neuen Produktionssystems haben wir unsere Produktivität um 11 Prozent gesteigert, den Bestand um 67 Prozent reduziert und die Anlieferzeit von Einzelteilen um 63 Prozent verkürzt“, sagt Philipp Rock. Das interne Supply Chain Management hat den Durchlauf verkürzt und die Wertschöpfung deutlich erhöht. Durch den erhöhten Einsatz an Steuerung und Planung mussten die EDV-Systeme entsprechend angepasst werden.

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