Vollversammlung: Handwerk will gleiche Wettbewerbsbedingungen

Arbeitnehmerfreizügigkeit kommt zu einem günstigen Zeitpunkt
(PresseBox) (Stuttgart, ) Im Handwerk wird es immer schwieriger, offene Stellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen. Deshalb wertet das Handwerk der Region Stuttgart die seit Anfang Mai gültige uneingeschränkte Freizügigkeit für europäische Arbeitnehmer als logischen Schritt, der zu einem günstigen Zeitpunkt kommt. Laut einer Umfrage der Handwerkskammer suchen 23 Prozent der Betriebsinhaber gut ausgebildetes Personal.

Vor der Vollversammlung der Handwerkskammer erklärte Präsident Rainer Reichhold am Montag Nachmittag, dass die Arbeitnehmerfreizügigkeit für das Handwerk eine große Chance zur Fachkräftesicherung in sich birgt. "Es wäre erfreulich, wenn die neuen Möglichkeiten ihren Teil dazu beitragen könnten." Es komme aber bei der Öffnung des Arbeitsmarktes auch darauf an, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. "Wir wollen, dass die für unsere Unternehmen verpflichtenden Arbeits- und Sozialstandards nicht durch ausländische Anbieter unterlaufen werden. Bei der Entsendung von Arbeitnehmern aus anderen Ländern dürfen auch die unterschiedlichen Kosten der Sozialversicherungen nicht zu Wettbewerb verzerrenden Vorteilen für ausländische Anbieter führen." Entscheidend sei in der Praxis aber die Einhaltung dieser Regelungen durch alle Unternehmen - sowohl deutsche als auch ausländische. Deshalb mahnte Reichhold intensivere Kontrollen und eine bessere Personalausstattung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit an. "Nur so können annähernd gleiche Wettbewerbsbedingungen sichergestellt und Lohn- und Sozialdumping vermieden werden."

Vor dem obersten Gremium der Handwerkskammer wies Reichhold auf die gute Verfassung des Arbeitsmarkts hin. Das Problem sei allerdings, dass zwei Drittel der befragten Handwerker einräumen, massive Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen zu haben. Scheitere ein Bewerbungsgespräch, liege es häufig an der mangelnden Qualifikation der Interessenten. Zudem klagen die Betriebe, dass die aufwendige Personalsuche erhebliche Ressourcen binde. Allerdings, so Reichhold, belaste eine einzige nicht besetzte Stelle die betriebliche Wettbewerbssituation ganz empfindlich. "Mancher Unternehmer würde derzeit gerne auf den Konjunkturzug aufspringen und expandieren. Er kann es aber nicht, weil ihm die Leute dazu fehlen."

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