Telepolis-Buch über die Datensammelwut

Der ferngesteuerte Mensch
Telepolis-Buch über die Datensammelwut (PresseBox) (Hannover, ) Datenskandale mit Millionen geklauter Kreditkartennummern sind nur die Spitze des Eisbergs. Jeden Tag ist man aufs Neue auf die Diskretion derer angewiesen, denen man seine Daten anvertraut - sei es der Staat, Facebook, der Online- Shop oder der Arzt. Wie Datensammler vorgehen und ihre Funde zu Personen-Dossiers zusammensetzen, beschreibt das Telepolis [1]-Buch "Vom Datum zum Dossier" [2], das jetzt bei Heise erschienen ist.

Je mehr Informationen über einen Menschen bekannt werden, desto klarer können sich Staat und Privatwirtschaft ein Bild von ihm machen - häufig mit unerwünschten Folgen. Gezielte Werbung versucht, das Konsumverhalten zu manipulieren, Unschuldige geraten unter Umständen unter falschen Verdacht. Vorurteile oder schlicht falsche Daten führen dabei auch zu Fehlinterpretationen. Der Name Kevin etwa wird häufig mit der Behauptung einer einkommensschwachen Herkunft verknüpft. Ein Professor geriet 2008 fälschlicherweise ins Visier der Strafermittler, weil er Kinderpornografie im Internet angeboten habe. Erst nach einer Hausdurchsuchung, einer gestörten Prüfung und der Beschlagnahmung von Computern stellte sich heraus, dass der Provider eine falsche IP-Adresse genannt hatte.

Die Autoren des Buches "Vom Datum zum Dossier", Dr. Astrid Auer-Reinsdorff, Joachim Jakobs und Dr. Niels Lepperhoff, fordern eine gesellschaftlich breit angelegte Debatte zum Thema Datenschutz. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, datenschutzrechtliche Komponenten auf Internationaler Ebene stärker zu betonen sowie eine ausreichende Weiterbildung nicht nur für Techniker und Juristen, sondern auch für strategische Entscheider in Politik und Wirtschaft. Eine zentrale politische Herausforderung sei eine effektive Datenschutzaufsicht, die Wettbewerbsverzerrungen im Privatsektor vermeiden soll.

Bibliografische Angaben:
Astrid Auer-Reinsdorff
Joachim Jakobs
Niels Lepperhoff

Vom Datum zum Dossier:

Wie der Mensch mit seinen schutzlosen Daten in der Informationsgesellschaft ferngesteuert werden kann (Telepolis)
Heise, Mai 2011, 171 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-936931-70-9
16,90 Euro (D) / 17,40 Euro (A)

Die Autoren:

Dr. Astrid Auer-Reinsdorff ist Fachanwältin für Informationstechnologierecht. Ferner ist sie Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein, Vorsitzende des Fachanwaltausschusses der Rechtsanwaltskammer Berlin, Vorstandsmitglied des FrauenComputerZentrumBerlin und Mitglied im Redaktionsteam des "IT-Rechts-Berater".

Joachim Jakobs ist freier Journalist und Referent für Datenschutz und Datensicherheit. Er war auch für IBM in Schottland und für ein Institut der Fraunhofer-Gesellschaft tätig. Veröffentlichungen von ihm finden sich in Medien wie den VDI- Nachrichten, DIE ZEIT, stern.de und dem Rheinischen Merkur. Bei Telepolis verfasst er regelmäßig die Kolumne "JJ's Datensalat" [4].

Dr. Niels Lepperhoff ist Geschäftsführer und Mitgründer der Xamit Bewertungsgesellschaft mbH in Düsseldorf. Er unterstützt und berät Unternehmen und andere Organisationen u. a. als externer betrieblicher Datenschutzbeauftragter. Der Diplom- Informatiker hat mehrere wissenschaftliche Bücher, Artikel und Studien zu Aspekten der Sicherheitspolitik, des Datenschutzes und der IT-Sicherheit veröffentlicht.

[1] http://www.telepolis.de
[2] http://www.dpunkt.de/...

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