Warnstreiks im Rheinland und in Westfalen

Streikende vor dem Freischütz in Schwerte (PresseBox) (Berlin, ) Rund 700 Journalisten und Drucker haben am heutigen Donnerstag in Nordrhein-Westfalen die Arbeit niederlegt. Schwerpunkte der Warnstreiks, zu denen der DJV und ver.di aufgerufen haben, waren Zeitungsverlage im Rheinland und in Westfalen.

400 Streikende aus Tageszeitungen und Druckindustrie versammelten sich in Schwerte, darunter rund 250 Journalistinnen und Journalisten. Volkmar Kah, stellvertretender DJV-Landesvorsitzender NRW machte deutlich: "Wir wollen, nach Einschnitten ohne Ende in den vergangenen Jahren, nichts Unanständiges. Nur faire Tarife. Die Verleger haben es mit ihren neuen Forderungen übertrieben, das Maß ist voll."

Auf dem Hans-Böckler-Platz in Köln protestierten rund 150 Redakteure, Drucker und Verlagsangestellte. "Verleger hört die Signale", rief der Vorsitzende des Landesverbandes NRW Helmut Dahlmann den Streikenden zu. Die Wut der Kollegen solle die Verleger zum Einlenken führen, machte er auf der Kundgebung deutlich. In Aachen versammelten sich rund 150 Streikende, darunter rund 40 Kolleginnen und Kollegen der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten.

250 streikende Kollegen in Stuttgart

Vor dem Pressehaus Stuttgart haben sich heute über 250 Tageszeitungsredakteure, Drucker und Angestellte im Verlagswesen zu einer Demonstration versammelt. Kolleginnen und Kollegen von Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und Schwarzwälder Bote waren vor Ort. Ihre Forderungen nach gerechten Tarifverträgen und fairer Bezahlung machten sie deutlich. Sie forderten die Arbeitgeber auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Diese Demonstration war der Auftakt zu einem zweitägigen Warnstreik.

Verhandlungen bei Saarbrücker Zeitung gescheitert

Die Haustarifverhandlungen von DJV und ver.di mit der Arbeitgeberseite der Holtzbrinck-Zeitungen im Saarland und in Rheinland-Pfalz sind gestern Abend ergebnislos abgebrochen worden. Holtzbrinck beharrte auf einer so genannten Konditionierung. Die aus Sicht der Gewerkschaften gegen den Pressekodex verstößt. Eine lineare Gehaltserhöhung von zwei Prozent im Sommer nächsten Jahres wurde in Aussicht gestellt - unter der Voraussetzung, dass die Anzeigenerlöse im kommenden Jahr steigen. Ulli Wagner, Vorsitzende des Saarländischen Journalisten-Verbandes, bezeichnete die Konditionierung als Provokation. Die Geschäftsführung wollte hier ebenso wenig einlenken wie beim Thema Kündigungen. Der von DJV und ver.di geforderte Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen wurde rundweg abgelehnt. Daraufhin brach die Arbeitgeberseite die Verhandlungen ab. Seit 15 Uhr streiken rund 30 Redakteure der Saarbrücker Zeitung, da gestern die Geschäftsführung die Haustarifverhandlungen abgebrochen hat.

Kontakt

Deutscher Journalisten-Verband e.V. Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
Charlottenstr. 17
D-10117 Berlin
Hendrik Zörner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressesprecher
E-Mail: zoe@djv.de

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