Schonender Schall statt Skalpell

Neuartige Methode zur schonenden Entfernung von Gebärmuttertumoren am Institut für Klinische Radiologie, Klinikum der Universität München am Campus Innenstadt
Patientin während der nicht invasiven Behandlung im Philips HIFU MRT (PresseBox) (München, ) Das Klinikum der LMU München, Campus Innenstadt, bietet als eines der wenigen Krankenhäuser Deutschlands die derzeit schonendste Behandlungsmethode bei Gebärmuttertumoren an. Dank der innovativen MR-HIFU Therapie (nicht-invasive Myomentfernung ohne Verletzungen der Haut durch hoch-fokussiertem Ultraschall, abgekürzt als "HIFU" oder "MRgFUS"), können diese so genannten Myome per Ultraschall verödet werden. Die Münchner Ärzte setzen dabei auf ein modernes Gerät von Philips zur fokussierten Ultraschalltherapie. Ein großer Vorteil für die Patientinnen: Sie erhalten eine schonende und schmerzfreie Alternative zur Operation - ohne Vollnarkose, ohne Narben und ohne Krankenhausaufenthalt.

Bei rund einem Drittel aller Frauen im gebärfähigen Alter wächst ein Myom in der Gebärmutter. Diese sind zwar gutartig, doch können sie starke Blutungen oder Unterleibsschmerzen verursachen. Je nachdem wie stark die Beschwerden sind, muss das Myom behandelt werden. Standardbehandlung war bisher meist eine Operation, bei der die Tumore - bei ungünstiger Lage sogar die Gebärmutter - entfernt wurden.

Als eines der wenigen Zentren in Deutschland bietet seit kurzem das Klinikum der Universität München am Campus Innenstadt eine schonende Alternative zur OP: Mit einem hoch-fokussierten Ultraschallgerät, das sich in der Liege eines Magnetresonanztomographen (MRT) befindet, veröden die Ärzte das Geschwür. Dabei wird das Myom gezielt mit gebündelten Ultraschalwellen - unter Sichtkontrolle des MRTs - auf 60 bis 80 Grad Celsius erhitzt, worauf es abstirbt und über die folgenden Monate schrumpft. Benachbartes Gewebe wird dabei nicht verletzt und die Gebärmutter bleibt erhalten. Der Eingriff erfolgt ambulant?, ein Krankenhausaufenthalt ist nicht notwendig. Die Patientinnen erhalten lediglich ein leichtes Beruhigungsmittel vor der Behandlung und können in der Regel ein paar Stunden später wieder nach Hause gehen und meist schon in den nächsten ein bis zwei Tagen wieder ihren normalen Tätigkeiten nachgehen.

Sanfte Therapie gegen Gebärmuttertumore

"Wir sehen bislang sehr gute Behandlungsergebnisse und gehen davon aus, diese Therapie künftig breit einzusetzen", erklärt Privatdozent Dr. Ulrich Linsenmaier, Geschäftsführender Oberarzt, Klinikum der LMU München, Institut für klinische Radiologie. "Der fokussierte Ultraschall ist ein großer Fortschritt für Frauen. 30 - 50 Prozent des Myoms zu veröden reicht in vielen Fällen sogar schon aus, damit die Patientinnen beschwerdefrei sind. Die Behandlung dauert nur etwa zwei bis drei Stunden und ist für die Frauen fast schmerzfrei, da das Myom im Innern keine Nervenenden hat. Es entstehen auch keine Narben wie nach einer Operation."

Nach wenigen Tagen und bei der nächsten Menstruation sind die Frauen zumeist schon wieder beschwerdefrei. Den endgültigen medizinischen Erfolg können die Ärzte allerdings erst beurteilen, wenn sich das Gewebe in den darauffolgenden Wochen Stück für Stück zurückbildet und langsam vom Körper resorbiert wird. MR-HIFU ist eine relativ neue Methode zur Entfernung von Myomen, daher werden die Kosten bisher noch nicht von allen Gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Hochmoderne Technik führt den Schall

Das Gerät, das die sanfte Therapie ermöglicht, ist ein hochmoderner MRT von Philips, der auch für den regulären klinischen Betrieb in der Diagnostik eingesetzt wird. Die Sonalleve MR-HIFU Therapieeinheit ist ein separater Bestandteil, der in eine Behandlungsliege integriert und einfach an das MRT-System angeschlossen werden kann. Mitten im hochsensiblen Magnetfeld sendet das Ultraschallgerät seine gebündelten Impulse auf das Myom in der Gebärmutter. Der MRT überwacht dabei den gesamten Therapieverlauf und die Ärzte können das zu behandelnde Gewebe auf den Millimeter genau lokalisieren und den Ultraschall-Impuls entsprechend fokussieren. Daher rührt auch der Name: Hoch-Intensiver-Fokussierter Ultraschall - abgekürzt HIFU. Durch die permanente Sichtkontrolle während der Therapie wird verhindert, dass gesundes Gewebe in der Umgebung beschädigt wird, dass die Temperatur im Körperinneren oder der Haut zu stark ansteigt und es wird kontrolliert wie sich das Gewebe nach der Behandlung verhält.

Weitere Einsatzgebiete in der Krebstherapie

Philips plant das Gerät auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Krebstherapie, einzusetzen. "Zunächst konzentrieren wir uns auf die Schmerzbehandlung von Knochenmetastasen", so Dr. Thomas Andreae, Marketing Direktor von Philips "Wir können Patienten viel Leid ersparen, indem wir die Nervenzellen rund um den Tumor bestrahlen.

Sicher werden wir aber mit MR-HIFU auf längere Sicht neben Metastasen auch primäre Tumore bekämpfen können." So haben vor kurzem die ersten klinischen Tests zur Erforschung der Behandlung mit fokussiertem Ultraschall bei Brustkrebs begonnen.

http://www.meinkoerperundich.de/...
http://www.hifu-münchen.de

Klinimum der Universität München

Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2009 an den Standorten Großhadern und Innenstadt etwa 500.000 Patienten ambulant, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 45 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt fast 10.000 Beschäftigten sind rund 1.700 Mediziner.

Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2009 rund 62 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität ist das Klinikum der Universität München an sechs Sonderforschungsbereichen der DFG (SFB 455, 571, 594, 596, 684, 824), an drei Sonderforschungsbereichen-/Transregio (TR 05, TR 22, TR 36), zwei Forschergruppen (KFO 128 und FOR 535) sowie an zwei Graduiertenkollegs (GK 1091 und 1202) beteiligt. Hinzu kommen die beiden Exzellenzcluster "Center for Integrated Protein Sciences" (CIPSM) und "Munich Center of Advanced Photonics" (MAP) sowie die Graduiertenschule "Graduate School of Systemic Neurosciences" (GSN-LMU).

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.klinikum.uni-muenchen.de

Kontakt

Philips Deutschland GmbH
Lübeckertordamm 5
D-20099 Hamburg
Annette Halstrick
Healthcare
Pressesprecherin
PD Dr. Ulrich Linsenmaier
Klinikum der Universität München
Institut für Klinische Radiologie

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