Bayerisches Handwerk wehrt sich gegen Balkenkennzeichnung

Traublinger: "Holledauer Schimmel lässt grüßen"
(PresseBox) (München, ) Als Irreführung der Verbraucher bezeichnet der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger, MdL a. D., die von den Länderverbraucherministern vorgeschlagenen Balkenkennzeichnung bzw. „Hygiene-Ampel“ für die Gastronomie und später für alle mit Lebensmitteln handelnden Betriebe. Er befindet sich damit in guter Gesellschaft, denn auch die Wirtschaftsminister der Bundesländer lehnen sie entschieden ab. Eine solche Ampel hätte lediglich „eine Pranger-Wirkung“ und würde zur Durchsetzung des Verbraucherschutzes nicht beitragen, erklärte der Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager.

Traublinger betont, die Ampel lasse nämlich nicht die aktuelle, sondern eine bis zu drei Jahren zurückliegende Bewertung eines Betriebes erkennen. Ein gelber oder gar roter Balken könne auf der anderen Seite aber sehr schnell existenzgefährdend wirken. Der Schaden für einen solchermaßen an den Pranger gestellten Betrieb sei kaum gutzumachen. Traublinger: „So einem Betrieb könnte es dann gehen wie dem sprichwörtlichen Holledauer Schimmel, den man füttern wollte, nachdem man ihm das Fressen abgewöhnt hatte und er bereits verendet war.“ Der BHT-Präsident betont, dass die Farbbalkenkennzeichnung alle Lebensmittelhandwerke bedroht, neben dem Bäcker-, dem Metzger und Konditorenhandwerk auch die Müller sowie die Brauer und Mälzer.

Vorsicht sei allemal geboten, so Traublinger. Er verweist auf die aktuelle Ehec-Krise, bei der jetzt Bauern EU-weit mit mindestens 150 Millionen Euro entschädigt werden, weil vor dem Verzehr von Tomaten, Gurken und dann Sojasprossen gewarnt wurde. „Das Ganze erinnert mich auch an den Flüssigei-Skandal Mitte der 1980er Jahre“, so Traublinger. Weil das Regierungspräsidium Stuttgart öffentlich vor „mikrobiell verdorbenen“ Eiernudeln der Firma Birkel gewarnt hatte, klagte der schwäbische Teigwarenhersteller gegen das Land, was den Steuerzahler damals 12,8 Millionen DM kostete.

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