Vom Montanausrüster zum Automobil- und Energiezulieferer

IHK-Branchenbericht: Maschinenbau im Saarland
(PresseBox) (Saarbrücken, ) Keine andere Branche im Saarland profitiert so von der Globalisierung wie der Maschinenbau. Seine Exportquote hat sich im Zuge der immer tiefer gehenden weltwirtschaftlichen Verflechtung seit der Jahrtausendwende auf 56 Prozent mehr als verdoppelt. Wie aus einem jetzt von der IHK Saarland vorgelegten Branchenbericht hervorgeht, liegt die Exportquote damit noch ein gutes Stück über jener des gesamten verarbeitenden Gewerbes, die ihrerseits mit 50 Prozent zu den höchsten aller Bundesländer zählt. Zusammen mit dem Fahrzeugbau und der Stahlindustrie bildet der Maschinenbau damit das industrielle Kraftzentrum des Saarlandes. Er stellt ein Fünftel aller Industriearbeitsplätze im Saarland und vereinigt ein Siebtel der industriellen Wertschöpfung auf sich.

Mehr Beschäftigung

Durch die Finanz- und Wirtschaftkrise ist der Maschinenbau zwar stärker in den Abwärtsstrudel geraten als andere Branchen. Doch hieraus konnte er sich nach der Krise umso dynamischer befreien: Insgesamt erzielte die Branche im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro. Wie die IHK feststellt, ist das ein neuer Rekord. Und: Die positive Entwicklung hat sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres fortgesetzt. Das erste Quartal brachte den saarländischen Maschinenbauern ein Umsatzplus von gut einem Fünftel gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal. Die Aufträge sind sogar um ein Viertel gestiegen und die Beschäftigung um fünf Prozent auf aktuell 17.000 Mitarbeiter. Damit entwickelt sich die Branche im Saarland derzeit besser als im Bund.

Breites Angebot für zahlreiche Branchen

Wie die IHK weiter ausführt, war der Maschinenbau im Saarland lange Zeit auf die Montanindustrie ausgerichtet. Dieser Schwerpunkt habe sich mit der abnehmenden Bedeutung des Bergbaus aber immer mehr zugunsten zahlreicher anderer Industriebranchen aufgelöst. Heute bestehen ausgeprägte Beziehungen zur Stahlindustrie und zur Elektroindustrie sowie zur Automatisierungs- und Fördertechnik. Am intensivsten sind allerdings die Beziehungen zum Fahrzeugbau: Nach Einschätzung der IHK sind derzeit gut zwei Drittel aller Beschäftigten im saarländischen Maschinenbau mehr oder weniger für die Automobilindustrie tätig.

Im Zuge dieser Entwicklung wandelte sich auch das Produktprofil des Maschinenbaus im Saarland. War die Branche früher auf wenige Produkte für eine Handvoll Firmen spezialisiert, so produziert sie heute eine breite Angebotspalette für Industriekunden in aller Herren Länder. Das Sortiment reicht von Armaturen, Kugellagern und Pumpen bis hin zu hydraulischen und pneumatischen Komponenten und Systemen. Der saarländische Maschinenbau ist damit mehr Zulieferer für als Hersteller von Maschinen.

Die Mischung stimmt

Die Bedeutung, die der Saar-Maschinenbau für die hiesige Wirtschaft hat, spiegelt sich in den zum Teil atemberaubenden Entwicklungen einzelner Unternehmen. Die IHK verweist in diesem Zusammenhang auf die großen Drei der Branche – Hydac, Festo und die INA-Schaeffler-Gruppe -, die sich aus kleinsten Anfängen heraus zu den größten und beliebtesten Arbeitgebern im Saarland entwickelt hätten. Mit derzeit rund 8.000 Beschäftigten bilden sie den Kern des saarländischen Maschinenbaus.

Darüber hinaus wird das Bild des Maschinenbaus an der Saar aber auch ganz wesentlich von zahlreichen mittelständischen Unternehmen mitgeprägt. Sie stehen für eine Kultur der Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Innovationsfreude. Diese Tugenden sind gerade im Maschinenbau gefragt, wo Einzel- und Sonderfertigungen häufiger vorkommen als große Losgrößen. Durch maßgeschneiderte Lösungen, die vielfach im Paket mit Betreuungs- und Wartungsdiensten angeboten werden, hat es auch so manches kleinere Unternehmen geschafft, im internationalen Rahmen eine führende Position einzunehmen. Die IHK nennt stellvertretend für viele die Firmen Becker Mining, Krummenauer Anlagenbau, Klima Becker und die Aufzugsfabrik Kaspar.

Neues Geschäftsfeld: Erneuerbare Energien

Durch den Ausbau der neuen Energien hat sich die Branche zuletzt verstärkt auch diesem Geschäftsfeld zugewandt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Gebiet der Windkraftanlagen. Getriebe, Rotorköpfe, Rotorblätter und Pitchsysteme, die Rotorblätter optimal zum Wind positionieren, zählen zu den Hauptprodukten. Darüber hinaus kommen aus dem Saarland aber auch Kühlsysteme für Windkraftanlagen und die Solarindustrie, so etwa von der Firma Hydac. Der Automatisierungsexperte Festo ist ebenfalls in der Photovoltaikindustrie engagiert. Er bearbeitet dort die komplette Prozesskette der Produktionsautomatisierung. Festo liefert zudem pneumatische Zylinder zum Öffnen und Schließen von Rotorblattsegmenten. Windkraftanlagen sind auch die Domäne der beiden mittelständischen Unternehmen Preinfalk und Vensys. Während Preinfalk hauptsächlich Getriebe für Windkraftanlagen herstellt, hat sich Vensys auf getriebelose Windenergieanlagen spezialisiert.

Durch die beschlossene Energiewende wird der Stellenwert der erneuerbaren Energien im Energiemix in den kommenden Jahren weiter steigen. Auf Unternehmen und Verbraucher kommen dadurch aus Sicht der IHK neue Belastungen zu. Diesem Nachteil stehen allerdings neue und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten für zahlreiche Unternehmen gegenüber. Davon wird nicht nur der saarländische Maschinenbau, sondern auch die hiesige Stahlindustrie profitieren.

Der IHK-Branchenbericht „Maschinenbau im Saarland: Vom Montanausrüster zum Automobil- und Energiezulieferer“ steht auch auf der Homepage der IHK Saarland (www.saarland.ihk.de) unter der Kennzahl 1174 zum Download[1] bereit.

[1] http://www.saarland.ihk.de/...

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