„Alemania en Barcelona“ - Spanier zeigen Interesse an „Region der Weltmarktführer“

Krisenhilfe in Spanien und Fachkräftegewinnung für die Heimat
Steffen Schoch (2.v.l.) berichtet in Barcelona vom Arbeitsmarkt in der (PresseBox) (Heilbronn, ) Bei einem „Win-to-Win“ profitieren beide Seiten. Und das war der Fall bei der jüngsten Aktion zur Gewinnung qualifizierter Fachkräfte im stark von der Wirtschafts- und Finanzkrise gebeutelten Spanien. Dort boomt das Interesse am deutschen Arbeitsmarkt. Im Rahmen der Deutschlandwochen präsentierte sich unter der Schirmherrschaft von S.M. König Juan Carlos und Bundespräsident Christian Wulff die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) zusammen mit der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall und dem Goethe-Institut Schwäbisch Hall in Barcelona und warb um Ingenieure, Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler und Mediziner.

Auf der einen Seite Deutschland, das Fachkräfte für seinen Konjunkturaufschwung sucht. Auf der anderen das krisengeschüttelte Spanien, dessen junge Studienabsolventen daheim keine Zukunft haben. Wie in den Sechziger Jahren könnte es zu einer neuen Einwanderungswelle kommen. „Die jungen Leute zeigten größtes Interesse am „Made in Germany“, an den gut geführten, innovativen Firmen in der Region Heilbronn-Franken und an der Vielzahl leistungsstarker Mittelständler mit weltweiter Präsenz“, berichtet WHF-Geschäftsführer Steffen Schoch.

Gemeinsam mit Guido Rebstock, dem Chef der Schwäbisch Haller Agentur für Arbeit und der am Goetheinstitut Schwäbisch Hall arbeitenden Deutschlehrerin Carmen Förtsch war Schoch im Rahmen der Deutschlandwochen in Barcelona. Im traditionsreichen Parc de la Ciutadella unterstützten sie eine Präsentation, die sich speziell mit den Möglichkeiten am deutschen Arbeitsmarkt beschäftigte. Mit Filmen, Präsentationsunterlagen und der Teilnahme an Podiumsdiskussionen weckten sie das Interesse für eine Tätigkeit in Heilbronn-Franken, der Region der Weltmarktführer. "Wir haben im bundesdeutschen Vergleich einen tollen Arbeitsmarkt", berichtete Guido Rebstock, Leiter der Haller Arbeitsagentur, die für die Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe zuständig ist, vor gut 100 interessierten Zuhörern. „Die Region ist auf dem Weg zur Vollbeschäftigung. Die Quote liegt bei 3 Prozent und das stellt uns vor ganz neue Herausforderungen“, so Rebstock weiter.

Anlass der Aktivitäten war der Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel im Februar dieses Jahres in Madrid. Damals warb sie vor arbeitssuchenden Spaniern für den deutschen Arbeitsmarkt. Seitdem verzeichnet die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit einen enormen Anstieg der Anfragen von spanischen Interessenten, die eine Stelle in Deutschland suchen. Und auch der Direktor des Goethe-Instituts in Granada (Andalusien), Ludwig Schwarz, sagte in einem FOCUS-Interview: „Die Nachfrage explodiert geradezu. Ingenieure, Informatiker und Mediziner machen zurzeit 90 Prozent unserer Schüler aus.“ Das Goethe-Institut Schwäbisch Hall bietet ergänzend zum Sprachkurs ein Hospitationspraktikum in einem Unternehmen an. Eine ideale Ergänzung.

Zahlreiche Bewerbungen haben die Fachkräftewerber mit nach Hause gebracht, die nun den Unternehmen weitergeleitet werden. Gemeinsam mit den regionalen Unternehmen ist auch an eine Fortsetzung der Unternehmen gedacht. „Es geht nicht darum, die spanischen Fachkräfte dauerhaft aus ihrer Heimat abzuwerben. Vielmehr wollen wir ihnen über die Zeit der Krise helfen und dadurch schnell den Fachkräftebedarf unserer Unternehmen decken,“ betont Schoch. Er sieht auch gute Möglichkeiten darin, langfristig die Expansionsbemühungen nachhaltig zu fördern und den zukünftigen Personalbedarf im Ausland zu decken. Denn die jetzt gewonnenen Mitarbeiter könnten später den spanischen Markt für das deutsche Unternehmen bearbeiten. Die Weltmarktführer sind ja überall tätig.

Hintergrund:
Arbeitsmarkt in Spanien

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise hat mit voller Härte auf den spanischen Arbeitsmarkt durchgeschlagen: Derzeit befindet sich das Land in einer schweren Rezession. Das Land hat eine der höchsten Arbeitslosenraten von ganz Europa, zurzeit ist jeder fünfte Erwerbsfähige ohne Arbeit. Die Wirtschaftskrise ist noch voll im Gange und die Regierung hat mehrere Kürzungen vorgenommen um das Budget zu sanieren. Es ist auch kein Zufall, dass es vor allem junge Menschen sind, die an den Kundgebungen im ganzen Land teilnehmen. Denn die Arbeitslosigkeit beträgt bei den unter 25-Jährigen um die 45 Prozent und viele Jugendliche haben ihre Perspektiven verloren.

Hochschulnetzwerk vermittelt Fachkräfte, Diplomanden und Praktikanten in die Region

Die WHF hat über die Jahre hinweg ein weiträumiges Netzwerk unter Hochschulen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden aufgebaut. Derzeit sind in dem Netzwerk Hochschulen integriert, von Luzern über Linz und Potsdam bis hin zu Stralsund und s’Hertogenbosch. Neben den Unternehmensbesuchen werden über das Netzwerk auch sehr erfolgreich Diplomanden und Praktikanten vermittelt.

Auf der europaweit erfolgreichsten und umfangreichsten Akademikerjobbörse regiojobs24.de werden nunmehr seit dem Jahr 2005 qualifizierte Fachkräfte auf die beruflichen Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der Region der Weltmarktkführer aufmerksam gemacht. Derzeit sind dort über 2000 offene Stellen von rund 430 regionalen Unternehmen für Akademiker abgebildet. Seitdem wurden rund 10 Millionen Jobangebote Online aufgerufen.

Weitere Informationen bei Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH, Weipertstr. 8-10, 74076 Heilbronn, Telefon: 07131-7669-860, Fax: 07131-7669-869, info@heilbronn-franken.com, www.heilbronn-franken.com

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