Möglichkeiten einer effizienteren Gebärmutterhalskrebsvorsorge

Innovative HPV-Diagnostik Top-Thema bei den Roche Tagen 2011
(PresseBox) (Mannheim, ) Im Rahmen der vierten Roche Tage vom 6. bis 11. Juni veranstaltete die Roche Diagnostics Deutschland GmbH in Mannheim das Fachsymposium "Infektiologie" mit einem Veranstaltungsschwerpunkt am 10. Juni 2011 zum Thema Humane Papillomviren (HPV). Dabei gaben Experten einen Überblick über die aktuelle Studiensituation sowie Beispiele zur HPV-Diagnostik aus dem klinischen Alltag. Ziel war es, die Bedeutung einer innovativen HPV-Diagnostik für eine effizientere Gebärmutterhalskrebsvorsorge hervorzuheben.

"Humane Papillomviren (HPV) sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs und weltweit in über 99 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs beteiligt. Als Gesundheitspionier ist es die Aufgabe von Roche Diagnostics, innovative Lösungen für Patientinnen zu finden. Seit der US-Zulassung des cobas HPV-Tests haben wir die Möglichkeit, das bisherige Gebärmutterhalskrebs-Screening zu verändern, und sind unserem Ziel, Ärzten zusätzliche Informationen für bessere und individuelle Therapie-Entscheidungen zu liefern, wieder einen Schritt näher", so Jürgen Redmann, Geschäftsführer der Roche Diagnostics Deutschland GmbH.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) wird durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren verursacht, allen voran HPV 16 und 18. "Für Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung des Zervixkarzinoms und seiner Vorläufer ist neben der heute in Deutschland praktizierten zytologischen Untersuchung von Zervixabstrichen der Nachweis der Erbsubstanz von genitalen Hochrisiko-HPV-Typen besonders geeignet. Der Nachweis der Erbsubstanz hat im Vergleich zur Zytologie mehrere Vorteile: bessere Standardisierbarkeit, weniger Interpretationsspielraum und bessere Reproduzierbarkeit der Ergebnisse sowie höhere Empfindlichkeit", erläuterte Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Pfister, Direktor des Instituts für Virologie und Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Papillom- und Polyomaviren am Universitätsklinikum Köln, die Bedeutung dieser Methode für die Diagnostik einer HPV-Infektion.

Dr. Christoph Majewski, Head of HPV, Roche Molecular Diagnostics, Pleasanton, präsentierte die Ergebnisse der Athena-Studie. Diese Studie, an der mehr als 47.000 Frauen in den USA teilnahmen, hat die Überlegenheit eines primären HPV-Screenings gegenüber der Zytologie als bisherigem Standard belegt. PCR-basiertes HPV-Screening erlaubt eine signifikant bessere Detektion hochgradiger Krebsvorstufen und Karzinome und führt zu einer deutlich besseren Prävention des Zervixkarzinoms.

Die Studie zeigte, dass selbst Frauen mit unauffälliger Zytologie und Infektion mit HPV Genotyp 16 oder 18 ein signifikant erhöhtes Risiko für Vorstufen des Zervixkarzinoms haben. Der Roche-Test erlaubt den Nachweis der häufigsten Hochrisikotypen des Papillomvirus bei gleichzeitigem, spezifischen Nachweis der beiden HPV Genotypen 16 und 18, die für etwa 70 Prozent der Zervixkarzinome verantwortlich sind. "Mit der Zulassung des cobas HPV-Tests von Roche in den USA durch die FDA (Food and Drug Administration) im Frühjahr, kann Roche erstmals einen Test zum Nachweis von Gebärmutterhalskrebs anbieten und damit einen wesentlichen Beitrag zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs leisten", so Majewski.

Prof. Dr. Karl Ulrich Petry, Direktor der Frauenklinik, Klinikum Wolfsburg, stellte die Ergebnisse eines Wolfsburger Pilotprojekts vor, das nach fünfjähriger Studiendauer die Machbarkeit eines primären HPV-Screenings belegte. Rund 19.570 Frauen hatten sich an dem Projekt beteiligt. Danach werden bei negativem HPV-Test und unauffälliger Zytologie jährliche gynäkologische Routine-Untersuchungen empfohlen, die nächste Abstrichkontrolle kann mit einem größeren zeitlichem Abstand als bisher erfolgen. Fallen beide Tests positiv aus, wird die Patientin sofort zur Kolposkopie überwiesen, bei negativem HPV-Test und auffälliger Zytologie oder umgekehrt positivem HPV-Test mit unauffälliger Zytologie erfolgen Kontrollen in der Praxis und die Patientin wird nur bei andauernden Auffälligkeiten zur Kolposkopie überwiesen. Das Fazit des Wolfsburger Experten: "Unser Pilotprojekt hat bewiesen, dass ein HPV-Screening-Programm auch im Versorgungsalltag umsetzbar ist. Dieser Nachweis hatte bislang gefehlt."

Einig waren sich alle Experten darin, dass die labordiagnostischen Möglichkeiten zwar schon weit fortgeschritten sind, die Möglichkeiten innovativer diagnostischer Tests aber noch zu wenig genutzt würden.

Über Gebärmutterhalskrebs

Von den heute bekannten rund 150 Papillomviren lösen nur die so genannten Hochrisiko-HPV-Typen Gebärmutterhalskrebs aus, darunter die HPV-Typen 16 und 18. In über 99 Prozent aller Fälle ist eine langandauernde Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) die Ursache für Gebärmutterhalskrebs. Die Latenzzeit beträgt in der Regel 15 bis 25 Jahre. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen. Jährlich sterben rund eine Viertel Million Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 80 Prozent davon in den Ländern der Dritten Welt. In Deutschland gehen Experten von rund 12 bis 14 Neuerkrankungen pro 100.000 Frauen im Jahr aus; rund 2.000 Frauen sterben laut Robert Koch-Institut jährlich an Gebärmutterhalskrebs.
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