Konzern-Betriebsergebnis gegenüber Vorjahr mehr als verdoppelt

Umsatz- und Auftragseingang ebenfalls mit zweistelligen Wachstumsraten
(PresseBox) (Jena, ) Der Jenoptik-Konzern hat das 1. Halbjahr 2011 mit Rekordergebnissen abgeschlossen. Neben hohen Umsätzen und Auftragseingängen infolge einer guten Konjunkturentwicklung konnte vor allem die Ergebnisqualität deutlich verbessert werden.

Bei Umsätzen in Höhe von 256,3 Mio Euro (i.Vj. 221,3 Mio Euro) wies der Optoelektronik-Konzern ein Konzern-Betriebsergebnis von 24,0 Mio Euro aus (i.Vj. 8,9 Mio Euro). Dies entsprach einer EBIT-Marge von 9,4 Prozent. "Wir haben erneut gezeigt, dass wir unsere Profitabilitätsziele erreichen können", fasste Jenoptik-Chef Michael Mertin das 1. Halbjahr 2011 zusammen. Das organische Wachstum resultierte insbesondere aus einer hohen Nachfrage. Besonders die Halbleiter- und die Automobilindustrie entwickelten sich im 1. Halbjahr 2011 positiv. Das Ergebnis nach Steuern betrug 14,5 Mio Euro (i.Vj. 2,0 Mio Euro). Die überproportionale Ergebnisverbesserung ist vor allem auf effizientere Strukturen und verbesserten Einkaufprozessen im Zusammenhang mit dem Jenoptik-Exzellenz-Programm, der gestiegenen Kapazitätsauslastung und einen guten Produktmix zurückzuführen. Ende Juni waren im Konzern insgesamt 2.975 Mitarbeiter beschäftigt.

Jenoptik-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Mertin: "Unsere Produkte sind international gefragt. Das Umsatzwachstum erzielten wir vor allem außerhalb Deutschlands." Immer wichtiger wird dabei die Region Asien. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz im Raum Südostasien/Pazifik um 32,2 Prozent auf 24,5 Mio Euro und betrug damit knapp 10 Prozent des Gesamtumsatzes. Auch in Nordamerika weitet Jenoptik seit 2009 kontinuierlich das Geschäft aus. "Auch wenn dies gute Ergebnisse sind, so haben wir im Ausland noch enorme Absatzpotenziale und arbeiten weiter am Ausbau unserer Präsenz vor Ort", so der Jenoptik-Chef am Donnerstag, 11. August, in Jena anlässlich der Verkündung des Halbjahresergebnisses.

Anhaltend positiv entwickelte sich auch die Auftragslage. Jenoptik konnte den Auftragseingang um knapp 30 Prozent auf 346,1 Mio Euro steigern (i.Vj. 266,7 Mio Euro). Damit übertraf der hohe Auftragseingang erneut das Umsatzvolumen der Abrechnungsperiode und erhöhte den Auftragsbestand auf nun 438,6 Mio Euro (31.12.2010: 355,4 Mio Euro). Alle drei Segmente konnten den Auftragseingang steigern. Zudem erhielt Jenoptik wichtige Großprojekte, die den Auftragseingang- und bestand zusätzlich positiv beeinflussen. Dazu gehörten im 2. Quartal der Großauftrag für die Sparte Verkehrssicherheit aus Saudi-Arabien über mehr als 20 Mio Euro sowie der Teilauftrag für den PUMA-Schützenpanzer über rund 40 Mio Euro im 1. Quartal 2011 in der Sparte Verteidigung & Zivile Systeme.

Solide Finanzlage: Jenoptik erzielte trotz Geschäftsausweitung weiterhin positive Cashflows, die Eigenkapitalquote liegt nun bei 47 Prozent.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit überstieg mit 24,5 Mio Euro deutlich den Vorjahreswert (i.Vj. 6,9 Mio Euro). Operativ ist dies auf ein stark verbessertes Ergebnis vor Steuern zurückzuführen.

Nach einer signifikanten Reduzierung der Nettoverschuldung im 4. Quartal 2010 (31.12.2010: 79,3 Mio Euro) und einem weiteren Abbau im 1. Quartal 2011 (31.03.2011: 73,5 Mio Euro) erhöhte sich die Nettoverschuldung zum Ende des 2. Quartal 2011 leicht auf 86,7 Mio Euro. Der Anstieg war auf die angekündigte Auszahlung im Zusammenhang mit einem Immobilienfonds sowie höhere Investitionen und Working Capital Erfordernisse aufgrund der Geschäftsausweitung zurückzuführen.

Der im 1. Halbjahr 2011 ausgewiesene Gewinn führte zu einer Erhöhung des Eigenkapitals auf 296,5 Mio Euro (31.12.2010: 282,5 Mio Euro). Trotz der gestiegenen Bilanzsumme verbesserte sich dadurch auch die Eigenkapitalquote, das Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme, von 44,9 Prozent Ende 2010 auf nunmehr 47,0 Prozent. "Mit verringerten Verschuldungskennzahlen (z.B. Nettoverschuldung zu EBITDA) und einer höheren Eigenkapitalquote konnten wir weitere wichtige Finanzkennzahlen erheblich verbessern und sind solide ausgestattet. Die Nettoverschuldung blieb - trotz genannter Auszahlung, Investitionen und der Geschäftsausweitung - auf einem niedrigen Niveau", fasste Finanzvorstand Frank Einhellinger die Entwicklung des Konzerns zusammen.

Informationen zu den drei Segmenten des Jenoptik-Konzerns.

Das Segment Laser & Optische Systeme setzte im 1. Halbjahr 2011 die positive Entwicklung fort. Der Umsatz betrug 108,8 Mio Euro (i.Vj. 92,9 Mio Euro), ein Zuwachs von 17,1 Prozent. Die Sparte Optische Systeme profitierte weiterhin von guten Umsätzen mit der Halbleiterindustrie. In der Sparte Laser & Materialbearbeitung entwickelten sich vor allem die Bereiche Medizin- und Diodenlaser und auch der Geschäftsbereich Laseranlagen positiv. Deutlich überproportional zum Umsatzwachstum verbesserte sich mit 17,5 Mio Euro das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Segment-EBIT) (i.Vj. 7,2 Mio Euro). Der signifikante Ergebnissprung resultierte im Wesentlichen aus dem Umsatzplus, aber auch aus verbesserten Kostenstrukturen. Der Auftragseingang des Segmentes wuchs um 11,3 Prozent auf 118,6 Mio Euro (i.Vj. 106,6 Mio Euro) und übertraf erneut das hohe Umsatzvolumen.

Das Segment Messtechnik erreichte im 1. Halbjahr 2011 die größten Zuwachsraten der Segmente. In der Sparte Industrielle Messtechnik zeigte sich die schnelle Erholung der Nachfrage aus der Automobilindustrie im Umsatz und Segment-EBIT. Der Umsatz stieg um 43,1 Prozent auf 62,1 Mio Euro (i.Vj. 43,4 Mio Euro) und resultierte vor allem aus der Sparte Industrielle Messtechnik. Das Segment-EBIT stieg auf 4,1 Mio Euro nach minus 1,0 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Sowohl der Umsatzzuwachs als auch optimierte Kostenstrukturen trugen dazu bei. Der Auftragseingang lag mit 95,3 Mio Euro um 34,4 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums (i.Vj. 70,9 Mio Euro) und überstieg damit den Umsatz deutlich. Enthalten ist der Großauftrag der Sparte Verkehrssicherheit, die Systeme und Anlagen im Wert von mehr als 20 Mio Euro zur Verkehrsüberwachung ins Königreich Saudi Arabien liefern wird. Auch der Auftragseingang des Vorjahreszeitraums enthielt einen großen internationalen Auftrag über mehr als 12 Mio Euro, der bereits im 2. Halbjahr 2010 komplett abgerechnet wurde. Die Sparte Industrielle Messtechnik verbuchte einen Rekord-Auftragseingang.

Das Segment Verteidigung & Zivile Systeme setzte seine stabile Entwicklung fort. Das Geschäft ist langfristig orientiert. Dies verdeutlichten im 1. Halbjahr der große Teilauftrag für den neuen Bundeswehr-Schützenpanzer PUMA sowie weitere große und langfristige Aufträge für Systeme und Komponenten im militärischen sowie zivilen Einsatz. Der Umsatz lag zum Ende des 1. Halbjahres 2011 mit 84,7 Mio Euro auf dem Niveau des Vorjahres (i.Vj. 84,9 Mio Euro). Das Segment-EBIT hingegen erreichte aufgrund einer anderen Umsatzzusammensetzung mit 3,5 Mio Euro das Vorjahresniveau nicht ganz (i.Vj. 4,0 Mio Euro). Der hohe Auftragseingang mit 133,2 Mio Euro (i.Vj. 88,3 Mio Euro) war von mehreren großen Aufträgen beeinflusst, darunter der Großauftrag über knapp 40 Mio Euro.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2011. Prognosen für Umsatz und Konzern-EBIT werden bestätigt.

Der Umsatz soll im Gesamtjahr 2011 die 510 Mio Euro übersteigen (i.Vj. 479 Mio Euro ohne Optronik), das Konzern-EBIT 40 Mio Euro betragen. Vergleichsbasis des Geschäftsjahres 2010 ist das Konzern-EBIT ohne die Jena-Optronik in Höhe von 29,0 Mio Euro. Aufgrund eines sehr guten 1. Quartals 2011 hatte Jenoptik bereits im Mai 2011 die ursprüngliche Ergebnisprognose vom März 2011 von 35 auf 40 Mio Euro angehoben. Die Ergebnisverbesserung soll aus allen drei Segmenten resultieren.

"Wir befinden uns aktuell auf einem sehr hohem Niveau, vor allem im Segment Laser & Optische Systeme, sodass wir die gute Entwicklung des 1. Halbjahres nicht eins zu eins auf das Gesamtjahr fortschreiben wollen", so Dr. Michael Mertin zur Prognose des Konzerns. An den mittelfristigen Zielen hält Jenoptik fest. "Wir stehen zu unseren Umsatz- und Profitabilitätszielen", so der Jenoptik-Chef. Es gehe dabei nicht um Wachstum um jeden Preis, sondern um eine nachhaltige und profitable Entwicklung des Konzerns.

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