Markt für Elektrogeräte in robuster Verfassung

Ergebnisse des GfK TEMAX® Deutschland für das zweite Quartal 2011
(PresseBox) (Nürnberg, ) Der Gesamtmarkt für technische Gebrauchsgüter in Deutschland wächst im zweiten Quartal 2011 laut GfK Retail and Technology um 3,2 Prozent, was einem Gesamtumsatz von 11,2 Milliarden Euro entspricht. Elektroklein- und Elektrogroßgeräte sowie insbesondere Informationstechnologie sorgen für diese positive Halbjahresbilanz. Unterhaltungselektronik weist erwartungsgemäß rückläufige Wachstumsraten im Vergleich zum umsatzstarken Jahr 2010 auf.

Ein solides Umsatzplus von 3,2 Prozent sorgt für einen anhaltend positiven Wachstumstrend beim GfK TEMAX® Deutschland. Angetrieben von einer überdurchschnittlichen privaten Nachfrage im Bereich Informationstechnologie aber auch dank beachtlicher Zuwächse bei Elektrogroß- und Elektrokleingeräten präsentiert sich der Markt für technische Gebrauchsgüter weiter in robuster Verfassung. Daran ändert auch das im Vergleich zum zweiten Quartal 2010 schwächere Geschäft mit Unterhaltungselektronik nichts. Dieser Rückgang relativiert sich zudem vor dem Hintergrund des Ausnahmejahres 2010 mit Fußballweltmeisterschaft und olympischen Spielen, dank derer vor allem mehr Fernseher verkauft wurden.

Informationstechnologie: Wachstumslokomotive im GfK TEMAX®

Produkte aus dem Bereich Informationstechnologie treffen derzeit besonders den Nerv der Konsumenten in Deutschland, die dafür im zweiten Quartal 2011 insgesamt 4,1 Milliarden Euro ausgeben. Dies führt zu einem erneut zweistelligen Umsatzplus von 18,5 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Die mit Abstand wichtigste Warengruppe bleiben Notebooks, die mit einer zweistelligen Wachstumsrate zur Gesamtentwicklung beitragen. Besonders positiv entwickeln sich weiterhin WebBooks (iPad und Co), die mit geringem Gewicht, langen Akkulaufzeiten und kleinen Display-Größen vor allem im mobilen Einsatz punkten. Fehlende Innovationen und Sättigungstendenzen zeigen sich hingegen bei Desktoprechnern, die im Vorjahr noch von einer Welle von Ersatzkäufen profitieren konnten. Damit wird der rückläufige Trend in diesem Bereich fortgesetzt.

Ganz anders die Entwicklung bei Communication Devices, dazu gehören zum Beispiel Wireless-Router oder Dockingstationen, die mit hohen zweistelligen Wachstumsraten aufwarten und ihre Verkäufe im Vergleich zum zweiten Quartal 2010 am deutlichsten steigern. Ebenfalls sehr gefragt sind externe Festplatten, vor allem im Geschäftskundenbereich.

Angekündigte neue Modelle – insbesondere bei WebBooks und Tablet-PCs – eröffnen dem Konsumenten eine attraktive Gerätevielfalt, die nach Einschätzung von GfK Retail and Technology den IT-Markt auch in der zweiten Jahreshälfte positiv beeinflussen wird.

Elektrogroßgeräte: Gute Entwicklung und positive Aussichten

Das Jahr 2011 erweist sich für den deutschen Markt der Elektrogroßgeräte als bislang äußerst erfreuliches Jahr. Eine Wachstumsrate von 7,7 Prozent im zweiten Quartal und ein Marktvolumen von 1,8 Milliarden Euro sind das Ergebnis der in Summe wieder leicht anziehenden Preise. Davon profitieren in erster Linie Kühlgeräte sowie Kochmulden und -flächen, deren Umsätze im Vorjahresvergleich jeweils zweistellig zulegen. Insgesamt hat die Nachfrage nach größeren Geräten oder einer verbesserten Ausstattung, wie beispielsweise NoFrost-Technologie bei Kühlgeräten zugenommen.

Smart Home, ein Konzept für die interaktive Vernetzung von Elektrogeräten im Haus, sorgt ebenfalls für Wachstumspotenzial in der Zukunft. Allerdings bestehen aus Verbrauchersicht dabei noch Barrieren, die es zu überwinden gilt. Dazu zählen Überforderung mit der Technik, hohe Kosten oder ein subjektiv als gering empfundener Nutzwert. Gelingt es, diese Bedenken durch kompetente Beratung und Kommunikation bei den Kunden abzubauen, sind auch weiterhin solide Umsatzzuwächse zu erwarten.

Elektrokleingeräte: Umsatzstarke Segmente auf Kurs

Auch Elektrokleingeräte tragen zur insgesamt positiven Bilanz des Gesamtmarkts für technische Gebrauchsgüter in Deutschland bei. Die Umsätze wachsen im zweiten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf fast 600 Millionen Euro. Die Bereiche Küchenhilfen und Heißgetränke entpuppen sich hierbei als Wachstumstreiber, insbesondere Espressovollautomaten und Espressokapselsysteme. Die Verbraucher interessieren sich sehr stark für die sogenannten Portioniergeräte, mit denen sich schnell und einfach eine einzelne Tasse Kaffee oder Espresso zubereiten lässt. Umsatzfördernd wirkt sich aus, dass bei den Vollautomaten immer mehr verkaufte Geräte den höheren Preisklassen entstammen.

Da auch Staubsauger und Bügeleisen nach zuletzt rückläufigen Entwicklungen wieder leicht positive Tendenzen aufweisen, befinden sich die umsatzstärksten Warengruppen im Sektor Elektronkleingeräte auf Wachstumskurs. In der Kategorie Staubsauger lässt sich bei den Konsumenten ein genereller Trend zu Markenprodukten und hochwertigeren Geräten beobachten. So legen besonders die beutellosen Staubsauger zu.
Dynamische Marken, innovative Produkte und eine veränderte Handelslandschaft haben den Markt für Elektrokleingeräte neu geprägt. Während der Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich der Sektor nahezu resistent gezeigt. Daher sind die Wachstumsaussichten weiterhin positiv, auch wenn die Schuldenkrise im Euro-Raum die Konsumstimmung zuletzt gedrückt und die nach wie vor guten inländischen Rahmenbedingungen überlagert hat.

Foto: Stabiler Markt trotz Produktionsrückgängen

Der Fotomarkt in Deutschland kann trotz Produktionsrückgängen japanischer Kamerahersteller im zweiten Quartal 2011 seine Stellung behaupten. Der Gesamtumsatz steigt leicht um 0,5 Prozent auf über 600 Millionen Euro. Insgesamt wurden deutlich weniger Geräte produziert, vor allem bei höherwertigen Kameras gibt es Lieferengpässe. Hingegen ist der Anteil an günstigeren Produkten gestiegen. Das sind die Gründe für den leichten Umsatzrückgang im wichtigsten Segment, den Digitalkameras. Bezüglich der Kamerasysteme gibt es hingegen kaum Verschiebungen. Vorausgesetzt, die Produktion von innovativen und hochwertigen Produkten in Japan gewinnt wieder an Dynamik, erwartet GfK Retail and Technology, dass der derzeitige Rückgang in einigen Bereichen wieder ausgeglichen werden kann.

Das Zubehörgeschäft befindet sich weiter im Aufwärtstrend. Ein hoher Anteil von Produktpaketen bestimmt die Marktentwicklung, erlaubt entsprechendes Zusatzgeschäft und sorgt so für zusätzliche Rendite. Dies macht sich beispielsweise bei Stativen für Digitalkameras bemerkbar, deren Umsatz im zweiten Quartal 2011 zweistellig wächst.
Der Fotomarkt profitiert von einem erweiterten Angebot an Spiegelreflexkameras mit hochwertigen Videofunktionen. Auch der nach wie vor positive Trend bei Kameras mit Wechselobjektiven sorgt dafür, dass im Zubehörsegment eine höhere Nachfrage herrscht und der Umsatz mit Objektiven deutlich steigt.

Telekommunikation: Smartphones immer beliebter

Der Markt für Telekommunikation verzeichnet im zweiten Quartal 2011 in Deutschland nur noch einen minimalen Umsatzrückgang von 0,4 Prozent. Damit ist der Negativtrend der letzten Monate erst einmal gestoppt. In erster Linie sind es die immer beliebteren Smartphones, die deutlich häufiger gekauft werden als noch vor einem Jahr. Angetrieben wird diese Entwicklung unter anderem durch das inzwischen riesige Angebot an Apps, wie rasant steigende Download-Zahlen belegen. Aber auch sonst zeigt sich die Branche höchst innovativ, sowohl bei Software wie auch bei Hardware. Immer mehr Smartphones kommen mit HD auf den Markt, die Displays werden größer und die Prozessoren schneller. Dabei baut das Betriebssystem Android seinen Marktanteil deutlich aus.

Einen anhaltend positiven Trend verzeichnen auch kleine Telefonanlagen. Hier werden vermehrt qualitativ hochwertige Produkte verkauft. Der Markt für Faxgeräte präsentiert sich hingegen schwächer, als noch im zweiten Quartal 2010. Den deutlichsten Rückgang zeigen dabei Tintenstrahlgeräte, aber auch Laser/LED-Faxe sowie Geräte mit Thermotransfertechnik können das Niveau des Vorjahres nicht ganz halten.

Bürogeräte und Verbrauchsmaterial: Leichter Umsatzrückgang

Das zuletzt positive Klima im Bereich Bürotechnik hat sich im zweiten Quartal 2011 in Deutschland etwas eingetrübt. Der Umsatz ist mit minus 1,5 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode leicht auf insgesamt 1,1 Milliarden Euro zurückgegangen. Ausschlaggebend dafür ist die negative Entwicklung bei Daten- und Video-Projektoren. Dies war jedoch zu erwarteen, da die Fußball-WM im zweiten Quartal 2010 die Verkaufszahlen sprunghaft nach oben getrieben hat. In diesem Jahr hingegen fehlt die Nachfrage durch eine vergleichbare sportliche Veranstaltung.

Leichte Zuwächse zeigen sich hingegen bei Tintenstrahldruckern, wo vor allem Multifunktionsgeräte gefragt sind. Auch Geräte mit Duplex-Funktion oder Netzwerkanbindung, die sich eher an Geschäftskunden richten, sind weiter auf dem Vormarsch. Diese erlauben unter anderem eine direkte Verbindung mit dem Internet, was auch die Bedeutung von Cloud Printing positiv beeinflusst. Der Markt der Laserdrucker entwickelt sich weiter sehr positiv und die Umsätze in diesem Segment legen zweistellig zu. Hier sind es ebenfalls die Multifunktionsgeräte, die den größten Anteil am Umsatzplus haben.

Unterhaltungselektronik: Frauen-WM bringt keine Impulse

Der Markt für Unterhaltungselektronik kämpft derzeit mit rückläufigen Umsätzen, vor allem in seiner wichtigsten Warengruppe, den Fernsehern. Dies drückt den Markt zweistellig ins Minus auf insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Allerdings wurde das vergangene Jahr von zwei Sport-Großereignissen geprägt, der Fußballweltmeisterschaft sowie den Olympischen Spielen. Im Folgejahr ist daher kaum Wachstum zu erwarten. Hinzu kommt, dass die Frauen-Fußball-WM keinen Nachfrageschub gebracht hat.

Allerdings sind die Aussichten dank innovativer Technologien durchaus positiv. Fast alle Hersteller werben derzeit für ihre neuen Fernseher mit Schlagwörtern wie „Smart-TV“, „Web-TV“ oder „Internet-TV“. Immer stärker drängen internetfähige Fernsehgeräte auf den Markt, die mehr und jederzeit abrufbare Inhalte bereithalten und sich auf diese Weise den individuellen Sehgewohnheiten anpassen. Es ist zu erwarten, dass diese Technologie das Konsumentenverhalten beeinflusst und neue Zielgruppen für diesen Markt erschließt. Zusätzliche Ausstattungsmerkmale bei neuen Modellen sollten auch die Ausgabebereitschaft der Kunden entsprechend positiv beeinflussen. Die Langlebigkeit der Geräte führt dazu, dass auch passendes Zubehör wie Set-Top-Boxen oder Blu-ray-Player benötigt wird, um den Fernseher entsprechend nachzurüsten. Handel und Industrie sind hier allerdings in der Pflicht, gegenüber ihren Kunden den konkreten Nutzen dieser Produkte noch deutlicher zu erklären.

Gute Nachrichten gibt es vom Kopfhörermarkt in Deutschland, der seinen Erfolgskurs auch im zweiten Quartal 2011 fortsetzt. Der Trend zu mobilen Geräten und das Bedürfnis nach perfektem Sound – drinnen wie draußen – begünstigen die Nachfrage und sorgen für einen zweistelligen Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dies ist auch Ergebnis des generellen Trends zu mehr Qualität.

GfK TEMAX® Deutschland: weiter im Umsatzplus

Mit einem Umsatzplus von 3,2 Prozent im zweiten Quartal 2011 zeigt sich der Markt für technische Gebrauchsgüter hierzulande weiterhin in robuster Verfassung. Damit kann der GfK TEMAX® Deutschland eine positive Halbjahresbilanz ziehen. Die aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen in den USA, die europäische Schuldenkrise sowie die jüngste Talfahrt an den Börsen erschweren allerdings eine Prognose für die kommenden sechs Monate. Sowohl die Konjunktur- wie auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher erleiden derzeit Einbußen. Die Anschaffungsneigung hingegen verzeichnet bislang nur einen marginalen Rückgang. Dies in Kombination mit den nach wie vor stabilen Rahmenbedingungen der deutschen Wirtschaft lässt hoffen, dass sich der GfK TEMAX® Deutschland auch in der zweiten Jahreshälfte dementsprechend positiv entwickelt.

Zur Studie

Der GfK TEMAX® ist ein vom Sektor Retail and Technology geschaffener Index zum Markt der technischen Gebrauchsgüter. Die Ergebnisse basieren auf regelmäßigen Erhebungen des Handelspanels von GfK Retail and Technology. In das Handelspanel fließen weltweit Daten von mehr als 370.000 Verkaufsstellen ein. Seit Februar 2009 erhebt GfK Retail and Technology den GfK TEMAX® auch international in mehr als 30 Ländern. Er stellt erstmals umfassende Gesamtmärkte für technische Gebrauchsgüter in verschiedenen Ländern dar. Alle Berichte und Pressemitteilungen sind unter www.gfktemax.com abrufbar.

Wenn Informationen aus dieser Pressemitteilung oder von www.gfktemax.com zitiert werden, bitten wir, explizit auf GfK TEMAX® als Quelle zu verweisen.

Weitere Informationen:
Stefan Schmidt, Tel. +49 911 395-3108, stefan.schmidt@gfk.com,
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