MVV Energie gibt Gas

Investitionsprogramm des Mannheimer Energieunternehmens angelaufen / Erneuerbare Energien stehen im Mittelpunkt / Ergebnis nach 3. Quartal 2010/11 auf Kurs
(PresseBox) (Mannheim, ) Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie gibt im wahrsten Sinne des Wortes Gas. So hat die im SDAX notierte Unternehmensgruppe (ISIN: DE000A0H52F5, WKN: A0H52F) nicht nur vor wenigen Tagen mit dem Spatenstich den Bau einer ersten Biomethananlage gestartet und ist damit bei seinem geplanten Ausbau der erneuerbaren Energie erfolgreich in ein neues Geschäftsfeld eingestiegen, vielmehr nimmt das angekündigte Investitionsprogramm in den letzten Wochen zunehmend Fahrt auf. So bekräftigte der Vorstandsvorsitzender der MVV Energie, Dr. Georg Müller, am Freitag bei der Bekanntgabe des Ergebnisses der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2010/11 (1. Oktober 2010 - 30. Juni 2011) in Mannheim, bis 2020 rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie in die umweltfreundliche Kraft-Wärme- Kopplung und noch einmal die gleiche Summe in den Erhalt und die Pflege ihrer bestehenden Anlagen und Netze zu investieren. Nachdem bereits im letzten Jahr mit dem Kauf des Windparks Plauerhagen in Mecklenburg-Vorpommern der Einstieg in den Windenergiemarkt gelungen war, folgte zuletzt der Zuschlag für eine thermische Abfallverwertungsanlage im südenglischen Plymouth sowie die Übernahme eines abfallbefeuerten Heizkraftwerks im tschechischen Liberec.

Nach den Worten von Dr. Müller sind diese Erfolge sichtbare Belege, dass das Unternehmen vor gut zwei Jahren die Weichen richtig gestellt hat: "Wir setzen unsere Strategie nun konsequent um. Die inzwischen beschlossene und unumkehrbare Energiewende hat unseren Kurs noch zusätzlich bestätigt."

Gleichzeitig hat MVV Energie im bisherigen Jahresverlauf ihre Erwartungen erfüllt und liegt damit weiter auf Vorjahresniveau. So konnte der Umsatz dank des weiterhin erfolgreichen überregionalen Strom- und Gasvertriebs an Industrie- und Gewerbekunden gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 5 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gesteigert werden. Mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Adjusted EBIT) von 248 Millionen Euro liegt das Unternehmen nur geringfügig hinter dem Vorjahr.

Mit Blick auf das Ende September 2011 zu Ende gehende Geschäftsjahr bekräftigte das Unternehmen daher auch seine Prognose, beim Außenumsatz mit 3,4 Milliarden Euro und beim Adjusted EBIT mit 243 Millionen Euro das hohe Vorjahresniveau wieder zu erreichen.

Weiteres Vertriebswachstum bei Industrie und Gewerbe

In dem schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld, in dem viele Energieunternehmen mit Umsatz- und Ergebnisrückgängen zu kämpfen haben, kann MVV Energie damit eine stabile Ertragssituation vorweisen. In dem stark umkämpften deutschen Energiemarkt steigerte MVV Energie dabei in den letzten neun Monaten sowohl seinen bundesweiten Stromabsatz bei Industrie- und Gewerbekunden um 3 Prozent auf 7,1 Milliarden Kilowattstunden, der Gasabsatz im gleichen Kundensegment kletterte um 17 Prozent auf 3,9 Milliarden Kilowattstunden. "Dass wir dieses Wachstum in einem harten Wettbewerb geschafft haben, zeigt", so Dr. Müller, "dass wir mit unserem strategischen Schwerpunkt des überregionalen Strom- und Gasvertriebs genau richtig liegen." Das gilt nach Auffassung des MVVChefs insgesamt für die Aufstellung des Unternehmens, das die gesamte Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft abdeckt: "Das macht uns unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen und energiepolitischen Veränderungen."

Umsatzstärkstes Berichtssegment bleibt damit auch in den letzten neun Monaten "Vertrieb und Dienstleistungen", das mit über 1,6 Milliarden Euro rund 61 Prozent zum Gesamtumsatz der MVV Energie Gruppe beiträgt. Beim operativen Ergebnis (Adjusted EBIT) kommt weiterhin mit 110 Millionen Euro fast die Hälfte aus dem Berichtssegment "Erzeugung und Infrastruktur". Ein Ergebnisrückgang ist im "Handel und Portfoliomanagement" als Auswirkung des am Strommarkt spürbaren Rückgangs der Erzeugungsmarge, des sogenannten Clean Dark Spread, zu verzeichnen. So sank das Ergebnis in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres in diesem Segment von 34 auf 29 Millionen Euro.

Fernwärme-Ausbau kommt planmäßig voran

Unterdessen geht der Ausbau der Fernwärme planmäßig weiter. So können nach der Inbetriebnahme der neuen Fernwärmeleitung von Mannheim nach Speyer weitere Kunden mit der umweltfreundlichen Fernwärme versorgt werden. Gleichzeitig wurde in Ingolstadt im Juni 2011 das größte Fernwärmeprojekt in Bayern mit der Einbindung der Raffinerie von Petroplus und des AUDIWerks in Betrieb genommen. Und auch beim Ausbau des regionalen Stadtwerkenetzwerks gab es dieser Tage eine Erfolgsmeldung:

Zum 1. Januar 2012 übernimmt MVV Energie 25,1 Prozent der Stadtwerke Walldorf und kann damit die seit Jahren laufende Zusammenarbeit mit der nordbadischen Kommune festigen und auf langfristige Beine stellen.

Investitionen in die Zukunft

"Selbstverständlich", so Dr. Müller, "werden diese neuen Investitionsprojekte jetzt in der Planungs- und Bauphase erst mal Geld kosten. Aber wir investieren damit in die Zukunft und in die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens". Er betont daher auch immer wieder die Chancen der Energiewende, ohne die Risiken zu vernachlässigen: "Wir müssen jetzt die Grundlagen für unser profitables Wachstum in den kommenden Jahren schaffen." Damit nimmt MVV Energie die Rolle eines marktorientierten Vorreiters beim Umbau der Energieversorgung ein.

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Unternehmensgruppe dabei auf den Ausbau der Windenergie an Land. Gerade in Baden- Württemberg, das die neue Landesregierung zur führenden Energie- und Klimaschutzregion machen will, sieht er dafür erhebliches Ausbaupotenzial. Dr. Müller: "Mit der Windkraft an Land verfügen wir über eine erprobte und wirtschaftliche Technologie, die gerade auch für kleinere Investoren aus der Region - für Kommunen, für Land- und Forstwirtschaft, für Stadtwerke und für Privatpersonen - neue Chancen eröffnet." Zudem könne die Stromerzeugung in die Nähe der verbrauchsstarken Industriezentren in Süddeutschland gebracht und damit der Bedarf für einen aufwändigen Ausbau der Stromnetze verringert werden.

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