Ab wann macht Kieferknacken krank?

GZFA über die Funktionsweise des Kausystems
CMD Beschwerden (PresseBox) (München, ) Für viele gehört es zum Alltag: angespannte Kiefermuskeln, Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes, Knackgeräusche am Kiefergelenk. Nicht schlimm, wenn es sich nur vereinzelt wie in Stressphasen bemerkbar macht. Die Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik (GZFA) gibt mit Leitfragen erste Orientierung und rät zum Kontrollbesuch bei einem funktionskundigen Zahnarzt. Der kann abklären, ob die Symptome durch ein ernsthaft erkranktes Kausystem verursacht sind.

Manches am idealen, gesunden Biss ist auf den ersten Blick erkennbar: Frontzähne im gleichmäßigen Bogen führen den Biss, Eckzähne begrenzen korrekt die Seitwärtsbewegungen, Seitenzähne ohne Lücken stützen sich gegenseitig ab. Im Verborgenen wirken die beiden Kiefergelenke. Sie bewegen sich in stabilen Positionen, Gelenkkopf und -pfanne gleiten an einem sich mitbewegenden Polster (Diskus) aneinander vorbei. Das Kausystem leistet die komplexesten Gelenkbewegungen im menschlichen Körper. Vier Muskelpaare an Kiefer und Schläfen ermöglichen Dreh- und Seitenbewegungen sowie das Vor- und Zurückziehen des Unterkiefers. Gleichzeitig bringen sie die größte punktuelle Kraft im Körper auf.

Mit ganzer Kraft zum kranken Kausystem?

Mit dieser Leistungsstärke können auch Schwächen einher gehen. Wer in Stressphasen presst und knirscht, mobilisiert dabei bis zu 800 Newton, vergleichbar der Zugkraft eines Garagentorantriebs. Das kann den Gebisszustand beispielsweise durch abgeriebene Zähne verändern, ebenso die Bisshöhe und damit auch die Stellung des Ober- und Unterkiefers. Die Kiefergelenke folgen diesem Prozess und opfern dabei ihren angestammten Bewegungsspielraum. Dadurch kann sich der Diskus verlagern, Knack- und Reibegeräusche sind hörbare Hinweise darauf. Manifestiert sich dieser Zustand dauerhaft, kann sich eine Kiefergelenkarthrose entwickeln.

Auslöser für diese Gelenksituation können auch in den Zähnen selbst liegen. Hier sind es meist Zahnlücken, nicht perfekt angepasste Füllungen oder Brücken, die Fehlkontakte erzeugen. Man sucht sich unbewusst seinen Biss und verliert im Bemühen um Ausgleich seine stabile Kiefergelenkposition.

Ab wann also ist Kieferknacken Symptom einer Erkrankung? Die Antworten auf folgende Leitfragen können erste Orientierung geben und unterstützen den Zahnarzt bei der Diagnose:

Bemerken Sie an sich eher selten oder eher häufig ...

1. Schmerzen an Kiefer und/oder Kiefergelenk, eventuell mit Knack- oder Reibegeräuschen?
2. Schmerzen bzw. Einschränkungen beim Mund Öffnen, Beißen und/oder Kauen?
3. einen 'unklaren' Biss / 'falschen' Biss?
4. Zähneknirschen / verkürzte Zähne?
5. Muskelverspannung / Muskelschmerzen?
6. Nacken-, Schulter- bzw. Rückenschmerzen?
7. Kopfschmerzen / Migräne?
8. Ohrenschmerzen / Ohrgeräusche / Tinnitus?
9. Zahnschmerzen / Parodontose / empfindliche Zahnhälse?
10. Schwindel?
11. Schnarchen?

Kontakt

GZFA GmbH, Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik
Gollierstr. 70 D
D-80339 München
Dr. Nicole Weiß

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