TÜV SÜD: Teilen ist gut - kontrollieren ist besser

(PresseBox) (München, ) Immer einen Parkplatz, stets ein aktuelles Modell und alles am Ende noch günstiger? Car-Sharing liegt voll im Trend. War die Spontanmiete vor ein paar Jahren noch die Idee einiger Öko-Freaks, ist das Wagenteilen inzwischen für immer mehr Menschen eine sinnvolle Alternative zum eigenen Auto - besonders in den Großstädten. Inzwischen teilen sich fast 200.000 Autofahrer in Deutschland mehr als 5.000 Wagen. Wie sieht es mit der Sicherheit aus, wenn Fahrer sich die Wagen ohne Zwischencheck in die Hand geben? Grundsätzlich kein Problem, sagen die TÜV SÜD-Experten, wenn man bei der Wagenannahme einiges beachtet.

Stattauto, Stadtmobil, Cambio, teilAuto - das sind nur einige von inzwischen mehr als 100 Car-Sharing-Anbietern in Deutschland - Tendenz steigend. Den Trend haben auch Autovermieter und Autobauer erkannt und bieten teilweise eigene Plattformen an. Zusammen sind laut Bundesverband Car-Sharing e.V. inzwischen mehr als 5.000 Fahrzeuge an 2.400 Stationen in 300 Städten und Gemeinden im Angebot. Damit ist Deutschland europäischer Spitzenreiter beim Car-Sharing. Gerade die junge Generation ändert ihr Verhaltensmuster und setzt bei der eigenen Mobilität immer mehr auf Teilen als auf Besitzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wo das nächste Auto steht, weiß das Smartphone, ein elektronischer Code öffnet die Tür, abgerechnet wird monatlich - inklusive Versicherung, Steuer und oft sogar Sprit. Die Wagen sind regelmäßig gewartet und in technisch einwandfreiem Zustand.

Selbstschutz: Trotzdem gibt Philip Puls von TÜV SÜD den Hinweis, dass man bei der Fahrzeugübernahme schon wegen der eigenen Sicherheit genau hinsehen sollte. "Auch wenn die Autos regelmäßig gewartet sind, ist diese Kontrolle nötig", sagt Puls. "Ob der Fahrer beispielsweise durch einen Bordsteintreffer das Rad beschädigt hat, sieht nur, wer sich vor der Abfahrt einige Minuten mit dem Wagen beschäftigt. Reifendruck, Sichtprüfung der Reifen und Felgen und ein kurzer Check der Lichtanlage sind das absolute Minimalprogramm." Die Kontrolle von Luftdruck, Reifen, Flüssigkeitsständen und der Lichtanlage gehört zu den gesetzlichen Fahrerpflichten.

Sichtprüfung: Besondere Aufmerksamkeit sollte der Fahrer den Reifen schenken. Sie sollten nicht weniger als vier Millimeter Profiltiefe haben und keine Beschädigungen aufweisen. Das gilt besonders für die Seitenflächen der Pneus. Auch die Felgen genau anschauen - Bordsteintreffer hinterlassen beispielsweise Kratzer auf Reifen und Felgen. In diesem Fall besser den Car-Sharer informieren und Ersatz fordern. Auch die Innenseite der Reifen kurz inspizieren und dabei auf Kratzer, Dellen oder andere Schäden achten.

Druckkontrolle: Besteht nur der geringste Verdacht, ein Reifen hätte zu wenig Druck, zur nächstgelegenen Tankstelle fahren und den Luftdruck prüfen. Die Herstellerangaben stehen in der Betriebserlaubnis. Lieber zu viel als zu wenig aufpumpen - 0,2 bis 0,3 Bar mehr sind in Ordnung. Dabei auch einen Blick in den Kofferraum zum Ersatz- oder Notrad werfen. Ist zu wenig Luft im fünften Rad, nutzt der Ersatz im Fall der Fälle nichts. Die typspezifischen Regeln finden Autofahrer ebenfalls in der Bedienungsanleitung ihres Wagens. Vor längeren Fahrten gerade bei Noträdern den Luftdruck kontrollieren. Der liegt nämlich höher als bei üblichen Pneus - durchschnittlich bei 4,2 Bar.

Füllstände: Dann noch einen Blick auf den Füllstand der Wischwaschanlage werfen und auch aufs Motoröl schauen. Zwar haben moderne Fahrzeuge heutzutage für die Motorschmierung lange Wartungsintervalle von mehr als 20.000 Kilometern. Bei flotter Fahrt kann der Stand aber auch schon vorher absinken. Deshalb vor der Abfahrt: Ölstand, Luft und Wischwasser messen!

Lampencheck: Bevor's richtig losgeht auch die Beleuchtung checken. Alle Lampen müssen einwandfrei funktionieren - auch das gehört zu den Fahrerpflichten. Wer unbeleuchtet unterwegs ist und in eine Kontrolle gerät, zahlt. Sind die Lampen außen alle in Ordnung, ebenfalls einen Blick auf die Lämpchen im Inneren werfen. Dazu die Zündung einschalten und auf die Kontrollleuchte für ABS, Airbag, ESP und Co. achten. Die Lämpchen für die elektronischen Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme müssen zunächst leuchten und nach einigen Sekunden wieder ausgehen.

Modellgewöhnung: Für den Tagestrip im Sommer ein Cabrio, für den Familienausflug einen Kombi, um das neue Sofa zu transportieren, einen Van. Ein großer Vorteil von Car-Sharing ist, dass man sich für jede Tour das passende Gefährt aussuchen kann. Für den, der mit einem Wagen startet, den er noch nicht kennt, empfiehlt es sich auf jeden Fall, vor der großen Tour ein paar Runden auf gewohntem Terrain zu drehen, Bremsung, Lenkung, Kurvenfahren, Schaltung - jedes Auto fährt sich anders.

"Wissen nutzen. Zukunft gestalten." Unter dieser Überschrift steht der Auftritt von TÜV SÜD auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 2011 vom 15. bis 25. September in Frankfurt am Main. Im Mittelpunkt des Messeauftritts in Halle 8, Stand A19 stehen innovative Dienstleistungen für die Automobilbranche sowie Elektromobilität. Besuchen Sie uns auf der IAA. Weitere Informationen zum IAA-Auftritt von TÜV SÜD unter www.tuev-sued.de/iaa2011

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