OpenLimit veröffentlicht Halbjahresbericht 2011

Umsatz steigt um 12 Prozent - Fujitsu SecDocs powered by OpenLimit wird freigegeben - neues Konsumentenprodukt QryptoMobile entwickelt
(PresseBox) (Baar, ) Die OpenLimit Holding AG, international führender Anbieter von elektronischen Identitäts-, Signatur- und Archivierungslösungen, veröffentlichte heute früh den Halbjahresbericht 2011.

Nach schleppendem Beginn konnte das erste Halbjahr 2011 noch positiv abgeschlossen werden. Positiv zu sehen und damit Grund zu Optimismus geben vor allem das deutliche Umsatzwachstum, die erzielten Kosteneinsparungen, die Produktfreigabe für Fujitsu SecDocs, die Gewinnung mehrerer Neukunden sowie die rasch voranschreitende Entwicklung neuer Produkte für das "Cloud" Computing und für mobile Anwendungen (insbesondere das Konsumentenprodukt QryptoMobile). Andererseits hatte OpenLimit einige Herausforderungen wie etwa den ausserplanmässigen Projektverlauf beim neuen Personalausweis in Deutschland, wiederkehrende Verzögerungen in anderen Grossprojekten sowie verspätete OP Debitoren Zahlungen und damit sporadisch auftretende Liquiditätsengpässe zu meistern, was zusätzlich Kapazität im Unternehmen gebunden hat.

Fujitsu Secdocs schafft mit Produktfreigabe und ersten Kunden bedeutenden Meilenstein

Die OpenLimit Middleware Technologien für die Langzeitspeicherung von Daten und Dokumenten wurden in das Produkt Fujitsu SecDocs powered by OpenLimit integriert. Am 30.6. erteilte Fujitsu die Produktfreigabe. Somit können die finalen Prozesse für die Markteinführung abgeschlossen werden. Die bereits laufenden Piloten sind ermutigend und bestätigen das Kundeninteresse und die Bedürfniserfüllung der Technologie. Nach mehrjähriger Arbeit ist die Produktfreigabe ein wesentlicher Meilenstein.

Als erster bedeutender Kunde für SecDocs konnte RA-MICRO gewonnen werden. Der Marktführer im Bereich Anwalts- und Notarsoftware in Deutschland wird zukünftig seinen Kunden die Möglichkeit bieten, ihre wichtigen Dokumente beweissicher in einem elektronischen Archiv aufzubewahren. Das eArchiv wird als Cloudlösung im Fujitsu Rechenzentrum zur Verfügung gestellt und über eine standardisierte Schnittstelle in der RA-MICRO-Anwendung angesprochen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde zwischen RA-MICRO, Fujitsu und OpenLimit auf der CeBIT 2011 unterzeichnet.

nPA Projekt überwindet Kinderkrankheiten - eID Server Nachfrage steigt langsam an

Das Projekt rund um den neuen deutschen Personalausweis (nPA) war in 2010 einer der wesentlichen technologischen Erfolge und wurde mit dem EU ID Award als "Bestes Projekt" ausgezeichnet. Mit dem Rollout im November 2010 begann das eID-Zeitalter in Deutschland. Der nPA wurde bisher an ca. 6 Millionen Bürger und Bürgerinnen in Deutschland ausgrollt, denen somit die von OpenLimit - im Auftrag von Siemens (neuerdings Atos) für den Endkunden Bundesministerium des Innern - entwickelte AusweisApp zur rechtssicheren elektronischen Authentifizierung im Internet zum Download zur Verfügung steht. Trotz der Kinderkrankheiten in der Anfangsphase und der damit einhergehenden negativen Darstellung in der Presse, gehen wir davon aus, dass sich hierdurch Authentisierungs- und Signaturtechnologien zu einem Medium des Alltags entwickeln werden. Beim Server-Gegenstück zur AusweisApp, dem eID Server, akquirierten OpenLimit und seine Partner (Diensteanbieter) weitere Kunden. Somit wird das Angebot an Internetdiensten für die AusweisApp weiter gestärkt, allerdings langsamer als geplant. Mit einer steigenden Anzahl neuer Personalausweise / AusweisApps im Markt wird auch die Anzahl eID-Server / -Services Installationen zunehmen. Es werden ca. 6 Mio. neue Personalausweise jährlich ausgerollt.

Neue Partner, neue Technologien und neue Preismodelle

OpenLimit konnte im 1. Halbjahr 2011 sein Partnernetzwerk ausbauen sowie bestehende Partnerschaften festigen. Zu den neuen Partnern gehören Computacenter, EADS, Materna, msg systems AG und vps ID Systeme GmbH. Die Partnerschaften sind auf Basis konkreter Vorhaben entstanden, und die gemeinsamen Akquisitionsarbeiten wurden wesentlich vorangetrieben.

Die Rechenzentren KDRS / RZRS haben einen eID-Dienst auf Basis des OpenLimit eID-Servers aufgebaut und bieten nun aktiv die Dienstleistung im Markt - insbesondere im Bereich der öffentlichen Auftraggeber - an. Aktuell ist auch ein Fujitsu SecDocs-Dienst im Aufbau, um öffentlichen Auftraggebern die beweiswerterhaltende Langzeitspeicherung von Daten und Dokument zu ermöglichen.

Mit den neuen Servertechnologien Fujitsu SecDocs und eID-Server hat OpenLimit Technologien im Portfolio, welche auf Basis von Transaktionen im Markt angeboten werden. Diese neuen Technologien und Preismodelle werden dafür sorgen, dass OpenLimit ihre wiederkehrenden Umsätze verstärken kann.

OpenLimit entwickelt Produktneuheit "QryptoMobile"

OpenLimit konnte im ersten Halbjahr 2011 die Entwicklung des neuen Konsumentenproduktes QryptoMobile wesentlich vorantreiben. QryptoMobile ist ein USB-Stick für sicheres Browsen, für die vertrauliche elektronische Kommunikation, sowie die geschützte Datenablage und eröffnet eine direkte Kundenansprache durch einen Infokanal. Die Vorstellung des Produktes erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Judoverband IJF, dem ersten Referenzkunden, im Vorfeld der derzeit in Paris stattfindenden Judo-WM.

Finanzergebnisse

Mit Stichtag 1. Januar 2011 hat OpenLimit die Konzernrechnungslegung von Schweizer Franken (CHF) auf Euro (EUR) umgestellt.

Beim Nettoumsatz aus Lieferungen und Leistungen konnte OpenLimit in den ersten 6 Monaten 2011 eine Steigerung um 20% auf EUR 1.84 Mio. (Vergleichswert 6-Monate 2011: EUR 1.53 Mio.) erzielen. Unter Berücksichtigung von Rückstellungen für etwaige Wertberichtigungen von Forderungen, betrug der Umsatz EUR 1.76 Mio. (+12% relativ zur Vergleichsperiode des Vorjahres). Insbesondere konnte in jüngster Zeit eine Zunahme bei der Nachfrage nach Server Produkten sowie im Lizenzgeschäft allgemein verzeichnet werden. Der Gesamtertrag inklusive aktivierte Eigenleistungen stieg um 1% auf EUR 2.86 Mio. (2010: EUR 2.83 Mio.).

Im Zusammenhang mit den neu entwickelten Technologien, für die zum Teil auch Drittkomponenten eingesetzt werden, stieg der Warenaufwand von EUR 0,04 Mio. auf EUR 0,11 Mio. Der Personalaufwand konnte insgesamt mit EUR 2.57 Mio. (+2%) beinahe auf Vorjahresniveau (EUR 2.51 Mio.) gehalten werden. Zwar waren zum Stichtag 30. Juni 2011 mit 61 Mitarbeitern (inkl. Geschäftsleitung) bei OpenLimit 8 Personen mehr (+15%) als noch im Vorjahr (53 zum Stichtag 30. Juni 2010) beschäftigt, allerdings lediglich 1 Person mehr im Vergleich zum 31.12.2010 (60 Personen). Zudem konnten variable Kosten in Form von Fremdleistungen mit EUR 0,52 Mio. (1. Halbjahr 2010: EUR 0,99 Mio.) fast halbiert werden.

Auch beim Betriebsaufwand zeigten die eingeleiteten Kosteneinsparungsmassnahmen Wirkung. Mit EUR 0,85 Mio. lag der Betriebsaufwand im ersten Halbjahr fast 9% unter dem Vergleichswert des Vorjahres (1. Halbjahr 2010: EUR 0,93 Mio.).

Der Abschreibungsaufwand ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 9% auf EUR 1.02 Mio. gestiegen, wobei mit EUR 0,98 Mio. der Grossteil auf immaterielle Anlagen, in Folge der starken Softwareentwicklungstätigkeit in den letzten Jahren, zurückzuführen ist.

Das Betriebsergebnis (EBIT) ist in Summe von EUR -1.59 Mio. um 7% auf EUR -1.70 Mio. gefallen, während beim EBITDA ein Rückgang um 4% auf EUR -0,67 Mio. zu verzeichnen war (1. Halbjahr 2010: EUR 0,65 Mio.).

Das Finanzergebnis fiel bedeutend besser aus. Der Finanzaufwand konnte dank reduzierter Translationsverluste um 59% auf EUR 0,19 Mio. reduziert werden (1. Halbjahr 2010: EUR 0,46 Mio.).

Für die Periode 1. Januar - 30. Juni 2011 resultierte demnach ein im Vergleich zum Vorjahr um 7% geringerer Nettoverlust von EUR -1.91 Mio. (1. Halbjahr 2010: EUR -2,04 Mio.).

Der Wert des langfristigen Vermögens wuchs zum Stichtag 30. Juni im Vergleich zum Vorjahr von EUR 4.05 Mio. um +22% auf EUR 4.93 Mio., wobei zwischen einem Viertel und der Hälfte des Anstiegs auf den gestiegenen Schweizer Frankenkurs zurückzuführen ist.

Beim kurzfristigen Vermögen fiel der Anstieg mit +16% geringer aus. Während sich der Wert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen mit +92% auf EUR 5.21 Mio. fast verdoppelt hat (1. Halbjahr 2010: EUR 2.72 Mio.), wurden zum Stichtag 30. Juni 2011 liquide Mittel von 0,14 Mio. registriert (-93% im Vergleich zum Vorjahresstand von EUR 1.88 Mio.). Die unbefriedigende Entwicklung von Working Capital und Liquidität hat unter anderem damit zu tun, dass Zahlungen bei Grossprojekten von der Abnahme von Gesamtleistungen der beauftragten Partnerunternehmen abhängig sind und nicht zwingend von bereits erbrachten Teilleistungen von OpenLimit. Diese Situation hat sich erst gegen Ende des zweiten Quartals aufzulösen begonnen. Dennoch wurden zum 30. Juni 2011 vorsichtshalber EUR 0,20 Mio. für Wertberichtigungen rückgestellt. Demgegenüber haben sich Kreditoren und sonstige Forderungen im Vergleichszeitraum von EUR 0,31 Mio. auf EUR 1.18 Mio. erhöht.

Im Juni hat OpenLimit zur Finanzierung von Investitionsvorhaben in der Entwicklung, dem Vertrieb und dem Marketing neuer Produkte ein Wandeldarlehen über EUR 1.50 Mio. aufgenommen (für weitere Informationen siehe Abschnitt 2.10 des Halbjahresberichts sowie die entsprechende Pressemitteilung).

Nach dem Bilanzstichtag wurden bis dato ca. EUR 1.10 Mio. der ausstehenden Debitoren bezahlt. Dennoch bleibt die Liquiditätssituation weiterhin sehr angespannt.

Zum Stichtag 30. Juni 2011 wurde ein gegenüber dem Vorjahr um 10% verringertes Eigenkapital von EUR 7.36 Mio. ausgewiesen, was vor allem auf die Erhöhung des Verlustvortrages durch das Halbjahresergebnis zurückzuführen ist. Insgesamt stieg die Bilanzsumme in den ersten 6 Monaten 2011 gegenüber der Vergleichsperiode um 19% von EUR 8.64 Mio. auf EUR 10.28 Mio. Die Eigenkapitalquote sank demgemäss im selben Zeitraum von 94% auf 72%.

Trotz höherem Umsatz (+20%), in Summe beinahe unveränderten Waren-, Personal- und Betriebsaufwendungen (+1%), deutlich verringerten Währungsverlusten (-59%) und geringeren Ausgaben für Investitionen (-11%), wurde das erste Halbjahr Cashflow- und damit liquiditätsmässig durch eine unbefriedigende Working Capital Position beeinträchtigt.

Strategie und Ausblick

Das 1. Halbjahr verlief, trotz der Umsatzsteigerung von 12% gegenüber der Vorjahresperiode, mit Implementierungsverzögerung bei akquirierten Projekten sowie mit Verzögerungen bei erwarteten Projektabschlüssen nicht planmässig. Hierbei wird wiederholt deutlich, dass Projekte, in denen wir aktiv sind, respektive akquirieren wollen, von dem Zusammenspiel diverser Faktoren abhängig sind. Zu diesen Faktoren gehören u.a. rechtzeitige Entscheidungen seitens der Auftraggeber, rechtzeitige Lieferung von Drittkomponenten als Anteil eines Gesamtsystems, Verabschiedung von Gesetzen, zeitgerechte Kundenberatung von Beratungsfirmen, das Zusammenspiel / Einigung diverser Interessengruppen usw. Auf diese Faktoren hat OpenLimit keinen oder nur bedingten Einfluss.

Mitunter führten dieselben Faktoren seit Jahresanfang auch zu Herausforderungen in unserem Cashmanagement, da Zahlungen von der Abnahme von Gesamtleistungen, nicht zwingend von Teilleistungen von OpenLimit, abhängig sind. Diese Situation kann sich schnell wieder ändern, allerdings eruieren wir diverse Massnahmen, um den Cashbestand in Übereinklang mit einem konservativen Cashmanagement zu bringen.

Aufgrund dieser Entwicklungen hat sich das Unternehmen entschieden, einen zusätzlichen Fokus auf das Konsumentengeschäft zu richten und hat noch im 1. Halbjahr die Entwicklung eines Konsumentenproduktportfolios wesentlich vorangetrieben. Das erste Produkt QryptoMobile wurde am 20. August gemeinsam mit dem Internationalen Judoverband im Vorfeld der zurzeit laufenden Judo WM in Paris vorgestellt. Zur Umsetzung dieser Strategie wurden im 1. Halbjahr zwei wesentliche Massnahmen umgesetzt. Zum einen wurde René Jäggi Delegierter beider CH-Gesellschaften und unterstützt mit seiner langjährigen Marketing Erfahrung sowie seinem extensiven Kontakt Netzwerk das OpenLimit Management nunmehr auch operativ. Hier gab es eine weitestgehend kostenneutrale Lösung für das Unternehmen. Zum anderen wurde wie bereits erwähnt, eine Wandelanleihe zur Finanzierung der Entwicklung platziert.

Das Produktportfolio von OpenLimit entspricht somit neu einem 3-stufiges Modell: High-end Security, Medium Security, Standard Security. Aktuell wurde mit QryptoMobile ein Produkt im Standard Segment entwickelt, ein Produkt im Medium Segment wird Ende Q3/Anfang Q4 lanciert und es ist auch eine Erweiterung in den Bereich der eMobile Technologien geplant. Damit ist der mittel- bis langfristigen Ausblick positiv.

Das Gesamtjahresergebnis 2011 wird selbstverständlich vom Verlauf des 1. Halbjahrs beeinflusst werden. Wir gehen jedoch grundsätzlich von höheren Umsätzen im 2. Halbjahr als im 1. Halbjahr aus. Die Projektmöglichkeiten, Auftragsbestand sowie historische Umsatzentwicklung von OpenLimit (und Firmen in der Branche) bekräftigen diese Einschätzung sowie die Lancierung des neuen Konsumentenprodukts QryptoMobile im 3. Quartal. Mit dem Eintreffen von erwarteten Entwicklungen, sollte im Verlauf des 2. Halbjahres eine genauere Einschätzung des prozentuellen Wachstums gegenüber dem Vorjahr möglich sein. Die Einflussfaktoren für eine Umsatzprognose sind zum aktuellen Zeitpunkt weiterhin schwierig zu beurteilen.

Der vollständige Halbjahresbericht 2011 liegt zum Download für Sie bereit: http://www.openlimit.com/...

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