Der Countdown läuft: Steinweden Stahl wird 90

Am 1. Oktober 1921 beginnt in Leipzig die Geschichte der Walter Steinweden Stahlgrosshandlung. 90 Jahre später ist das Unternehmen im Jubiläumsjahr eine feste Größe unter den mittelständischen Händlern für hochwertige Blank- und Edelstähle
Steinweden Stahl in Frankfurt/M. wird 90 (PresseBox) (Frankfurt am Main, ) "Kompetenz in Stahl - seit 1921"

Am 1. Oktober 1921 beginnt in Leipzig die Geschichte der Walter Steinweden Stahlgrosshandlung. 90 Jahre später ist das Unternehmen im Jubiläumsjahr eine feste Größe unter den mittelständischen Händlern für hochwertige Blank- und Edelstähle. "Steinweden Stahl" gilt dabei heute als einer der letzten klassischen Vollsortimenter und ist damit für Kunden mit Materialengpässen am deutschen Markt oft "die letzte Rettung".

Seit der Gründung des Unternehmens 1921 in Leipzig haben sich bei Steinweden Stahl zwei Erfolgsfaktoren bewährt, für die der Nischenanbieter quasi zum Synonym geworden ist: Zum einen die Geschwindigkeit in der Dienstleistung und zum anderen die ständige Bevorratung eines umfassenden Vollsortiments, um Kunden mit kurzfristigem Bedarf sofort beliefern zu können.

"Just in time" als Erfolgsfaktor ist bei Steinweden dabei aber weder neu, noch ein schlichtes Lippenbekenntnis. Vielmehr basiert dieses Geschäftsmodell auf den Erkenntnissen die Walter Steinweden beim Besuch von US-Automobilherstellern in den 20er Jahren in Detroit gewonnen hatte. Der Blick "hinter die Kulissen" der damals noch neuen Fließbandproduktion bei Ford und anderen machte Walter Steinweden klar, dass Lagerhaltung nicht nur Kapitalbindung bedeutet, sondern zugleich auch ein unschlagbarer Erfolgsfaktor sein kann, wenn es um kurzfristige Liefermöglichkeiten geht.

Im Gegensatz zu manchen "Internetanbietern", die inzwischen auf eigene Lagerhaltung weitgehend- oder gar völlig verzichten, werden bei Steinweden deshalb bis heute traditionell fast alle Abmessungen im Programm auch ständig bevorratet.

Das Lieferprogramm umfasst dabei neben dem Kerngeschäft Blankstahl und Blankgezogene Profile neun weitere Schwerpunkte: Werkzeug-, Automaten-, Einsatz- und Vergütungsstähle, Silberstahl, Federstahl, Federstahldraht. Komplettiert wird das Sortiment durch eine begrenzte Auswahl an Rostfreiem Stahl und Stahlrohren.

Hinter der breiten Sortimentspolitik im Profilbereich steht die Erkenntnis des Firmengründers, dass der Sonder- und Spezialmaschinenbau traditionell eine Vielzahl spezieller blank gezogener Profile benötigt, die am Markt häufig nicht sofort verfügbar sind. Darauf aufbauend beschaffte er diese in den 30er Jahren zunächst in England und Schweden und begann dann in enger Zusammenarbeit mit den Ziehereien in Deutschland solche Profile trotz erheblicher Werkzeugkosten selbst aufzulegen. Entsprechend schnell prägte sich der Begriff "Steinweden Stahl" am Markt und selbst ungewöhnliche Kundenanfragen wurden erfüllt, etwa in Form eines sog. "Pfannen-Profils" oder eines "Dezimalwaagen-Profils".

Die guten Beziehungen zu den Lieferanten waren dann auch der Schlüssel zum erfolgreichen Neuaufbau des Unternehmens nach dem Krieg und ermöglichten im Jahr 1952 den Wechsel von Leipzig an den heutigen Standort Frankfurt am Main.

Die Sortiments- und Preispolitik als klassischer Lagerhalter hat Steinweden Stahl am Markt den Ruf eines "Apothekers unter den Stahlhändlern" eingetragen. - Wohlgemerkt im positiven Sinne, denn unter den Stahlhändlern gilt bei dringenden Fällen oder ausgefallenen Produkten seit langem das geflügelte Wort: "wenn Steinweden das gesuchte Material nicht hat, brauchen Sie es woanders erst gar nicht zu probieren". - Ein größeres Kompliment kann man einem Wettbewerber wohl kaum machen.

Dies kennzeichnet prägnant das Alleinstellungsmerkmal des konzernunabhängigen Händlers. Auf Grund dieser umfassenden eigenen Lagerhaltung ist das Unternehmen aber "weder ein Preisbrecher, noch ein Anbieter für Industriemengen im zweistelligen Tonnagebereich. - Auch dies muss ganz klar gesagt sein, ist aber eine logische Konsequenz unserer Sortimentspolitik" erklärt Geschäftsführer Wolfgang Steinweden im Gespräch mit Stahlmarkt. "Dafür kann Steinweden Stahl den kurzfristigen Kundenbedarf umfassend, schnell und flexibel abdecken. - Ein Umstand den vor allem Wiederverkäufer zu schätzen wissen, die sich primär auf das Massengeschäft mit Standardabmessungen konzentrieren oder sogar ganz auf eigene Lagerhaltung verzichten" führt er weiter aus. So überrascht es also kaum, dass bei Steinweden Stahl über 140 Stahlhändler zum Kundenportfolio zählen, für die "Steinweden immer dann die 1. Wahl ist, wenn es brennt".

Das Unternehmen, das seit dem Tod des Firmengründers im Jahr 1990 von den Diplom-Kaufleuten Wolfgang und Roland Steinweden in zweiter Generation geführt wird, hat mit dieser Sortimentspolitik und klarer Kundenorientierung in der Vergangenheit so manche Krise der Stahlbranche erfolgreich gemeistert und besetzt so bis heute eine Nische am Markt. Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, hat sich Steinweden Stahl personell verjüngt und mit Herrn Joakim Steinweden inzwischen auch die 3. Generation der Gründerfamilie an Bord genommen.

"Unser Ziel ist es, unsere Marktposition in Deutschland als Blankstahl-Anbieter für den kurzfristigen Bedarf im unteren und mittleren Volumensegment zu festigen. Wir grenzen uns dabei klar gegenüber den Eisenhändlern und deren Sortimentspolitik ab" führt Geschäftsführer Wolfgang Steinweden weiter aus. Da neben dem Handel vor allem der Maschinenbau zu unserer Kundschaft zählt, liegt unser Fokus klar im Qualitätssegment, wie etwa blank gezogene Profile. Den Markt für gewalztes Material überlassen wir daher bewusst anderen" erklärt der Seniorchef die Positionierung des Unternehmens.

"Zugleich möchten wir die Neukundenakquise im europäischen Ausland weiter voranzutreiben, da viele deutsche Kunden z. B. Polen und Tschechien als verlängerte Werkbank nutzen", erklärt Marketing-Leiter Joakim Steinweden ergänzend im Gespräch. "Um diese erfolgreich ansprechen zu können, ist heute ein mehrsprachig aufgestellter Vertrieb ebenso erforderlich, wie der Ausbau des Internets als weiterem Vertriebskanal für unser Unternehmen". Mittels eines mehrsprachigen Internetauftritts soll deshalb das bestehende Exportgeschäft bei Steinweden weiter angeschoben werden. So verwundert es kaum, dass auch das Online Marketing zum heutigen Instrumentarium zur Kundenansprache bei Steinweden zählt.

Neben dem Export ist vor allem das Service-Geschäft ein weiterer Wachstumsmarkt für den "Vollsortimenter" aus Frankfurt. Mit der Investition in moderne Sägeautomaten aus dem Hause Amada und einer Neuordnung des Säge-Centers hat Steinweden Stahl in den vergangenen drei Jahren die Leistungsfähigkeit im Bereich des Zuschnitts zielgerichtet weiter ausgebaut und somit auf eine veränderte Kundennachfrage reagiert.

"Erfolgreiche Kundenbindung über zuverlässigen Service und höhere Geschwindigkeit gewinnt für uns in Zeiten von steigendem Wettbewerbsdruck selbstverständlich weiter an Bedeutung" stellt Geschäftsführer Wolfgang Steinweden im Gespräch mit Stahlmarkt fest.

"Entsprechend investieren wir gezielt weiter in diesem Bereich - auch zum Nutzen unserer Kunden. Das Feedback ist bislang sehr positiv und bestärkt uns darin, den vor 90 Jahren eingeschlagenen Weg als Blankstahl-Spezialist und "Problemlöser" für Bedarfsengpässe weiter fortzusetzen."

Kontakt

Alois Schmitt GmbH & Co. KG
Am Heegwald 27
D-76227 Karlsruhe
Joakim Steinweden
Walter Steinweden Stahlgrosshandlung GmbH
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