Hochwertige Kita- und Schulverpflegung auf der politischen Agenda

Leipziger Kongress präsentiert Ergebnisse der ersten Umfrage zur Verpflegung in deutschen Schulen
(PresseBox) (Leipzig, ) Rund 41 Prozent der deutschen Schüler nehmen am Mittagessen in ihrer Schule teil, ergab die erste umfassende Umfrage des Deutschen Netzwerks Schulverpflegung e.V. (DNSV) zur Verpflegungssituation an Schulen in Deutschland. Dabei sei die Versorgung zu fleischlastig: In 79 Prozent der Einrichtungen gebe es mehrmals wöchentlich Fleisch, in 13 Prozent sogar täglich. Die Essenspausen dagegen seien nicht selten zu kurz. Erste Ergebnisse der in diesem Frühjahr durchgeführten Umfrage wurden auf dem 5. Internationalen Kongress für Kita- und Schulverpflegung vorgestellt, der am 5. September im Rahmen der Leipziger Fachmesse GÄSTE veranstaltet wurde. Rund 200 Branchenvertreter, Wissenschaftler und Entscheider diskutierten unter dem Titel "Essen in KITA & SCHULE - Ein starkes Stück Gesundheit" über politische und organisatorische Herausforderungen bei der Essenversorgung von Kindergärten und Schulen. Erstmals wurde dabei auch über den nationalen Tellerrand geschaut und Erfahrungen aus Japan, Russland, Schweden und der Schweiz beleuchtet.

Verbindliche Regeln für das Kita- und Schulessen

"Als wir vor zehn Jahren starteten, sagten viele, Kita- und Schulverpflegung sei kein Thema. Inzwischen sehen wir große Resonanz bei Wirtschaft und Politik", resümierte DNSV-Vorsitzender Dr. Michael Polster. Dies spiegele sich sowohl in der Teilnahme von Vertretern aus Landes- und Bundespolitik wider als auch in der Vielzahl der Grußworte an den Kongress, die es so noch nie gegeben habe. Diese kamen unter anderem von Hans-Michael Goldmann, Vorsitzender des Bundesausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Starkoch Johann Lafer und Prof. Dr. Steffen Wittkowske von der Universität Vechta, Vorsitzender der BundesArbeitsGemeinschaft Schulgarten. "Fünf Jahre Kongress haben sich gelohnt", unterstrich Dr. Polster.

Zu den bisher erreichten Erfolgen zählte der DNSV-Vorsitzende die öffentliche Anhörung zum Thema Schulverpflegung vor dem Bundesausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nach der Sommerpause. Künftig müsse Ernährung jedoch zum zentralen Bestandteil der Schulkonzepte werden, so Polster. Die Umfrage des DNSV habe ergeben, dass an den Schulen das Fachpersonal dafür fehle. Deshalb kooperiere das Netzwerk mit der Hochschule in Vechta, die jährlich 5.000 Lehrer ausbilde, um Ernährungserzielung in die Ausbildungspläne einzubeziehen. "Die Praktiker haben ihre Hausaufgaben gemacht, jetzt ist die Politik am Zug", betonte Dr. Michael Polster. Wichtig seien vor allem bundesweit einheitliche und verbindliche Qualitätsstandards für die Schulverpflegung: "In vielen Schulen sind die entsprechenden Empfehlungen zwar bekannt, aber nur ein Drittel nimmt sie wirklich ernst", so der Experte.

Bestes Schulrestaurant Deutschlands ausgezeichnet

Die Offene Schule Kassel Waldau wurde auf dem 5. Internationalen Kongresses für Kita- und Schulverpflegung mit dem erstmals ausgelobten Preis "Goldener Teller 2011" ausgezeichnet. Der Preis wird vom DNSV und der Bundesschülerkonferenz (BSK) für das beste Schulrestaurant vergeben. In der hessischen Gesamtschule steht die Schulverpflegung unter dem Motto "OSW isst gut". Das Schulrestaurant hat sieben verschiedene Essensausgabestationen, welche die Schülerinnen und Schüler organisieren. Die mit Bar und Küche ausgestattete Cafeteria befindet sich in der Nähe des Eingangsbereiches und ist bereits zum morgendlichen Schulbeginn geöffnet. In der Mensa essen täglich über 50 Erwachsene und rund 770 Schülerinnen und Schüler. 20 Erwachsene sowie 150 Schülerinnen und Schüler nutzen das Angebot des Schulkiosks. Die Mittagspause ist 60 Minuten lang. Nach dem Konzept von Cook & Chill & Freeze ist die Speisenproduktion in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Cateringunternehmen geregelt. DNSV-Vorsitzender Dr. Michael Polster hob hervor, dass die Auszeichnung an ein Projekt gehe, an dem Schüler-, Lehrer- und Elternschaft sowie Fachleute für Schulverpflegung beteiligt waren und dessen Ergebnis als "Waldauer Visionen" bezeichnet wird.

Der "Goldene Teller" soll künftig jährlich vergeben werden. Basis ist eine Online-Umfrage unter Schülerinnen und Schülern.

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Ingrid Bednarsky
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