"Politische Mobilisierung in Krisenphasen: Ostmittel- und Südosteuropa seit dem späten 18. Jahrhundert"

(PresseBox) (Kassel, ) Doppeltagung des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung - Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Marburg (2013) und des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung, Regensburg (2014)

Erster Teil: 13.-14.6.2013, Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung Marburg
Zweiter Teil: 14.-15.2.2014, Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg

Diese Doppeltagung zielt auf ein derzeit tagesaktuelles Problem der europäischen Politik: Beide Tagungen fragen - aus historischer wie aktueller Perspektive - nach Mobilisierungsformen politischer Parten und Bewegungen in Zeiten von Krisen. Sie beleuchten die langfristigen Auswirkungen entsprechender Mobilisierungsformen auf die Stabilität politischer Systeme und Kulturen. Die Untersuchungskontexte betreffen daher nicht nur wirtschaftliche und soziale Krisen (wie z.B. die Agrarkrisen der 1840er Jahre und im späten 19. Jahrhundert, die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, ökonomische Transformationsphasen und die globale Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008). Sie widmen sich auch den Stabilisierungsphasen von Gesellschaften nach einschneidenden Kriegserfahrungen oder Revolutionen (z.B. Napoleonische Kriege, 1848/49, Weltkriege) oder den politischen System- und Sinnkrisen, die auf einschneidende innen- oder außenpolitische Ereignisse zurückzuführen waren.

Mögliche Beiträge können dabei Parteien und politische Bewegungen analysieren, die in Reaktion auf diese Krisen entstanden oder durch den veränderten Handlungskontext eine neue Art der politischen Mobilisierung entwickelten. Vorgestellt werden können auch Beispiele etablierter Parteien und Interessenverbände, die sich vor dem Hintergrund existenzieller Herausforderungen neu definierten und eine auf Polarisierung ausgerichtete Mobilisierungsform entwickelten. Auch die Rahmenbedingungen, in denen einzelne Bewegungen auf Parteienlandschaften und politische Systeme strukturverändernd einwirken - wie z.B. regionalistische bzw. Ethnoparteien - können und sollen thematisiert werden. Mobilisierungsstrategien von Systemparteien in autoritären oder diktatorischen Regimen sowie von populistischen Parteien in pluralistischen Systemen sind ebenso Gegenstand dieser Doppeltagung.

Vorgesehen sind zudem regionale und lokale Studien sowie Beiträge, die einen Schwerpunkt auf der Besetzung des vorpolitischen Raums durch Mobilisierungsparteien und -bewegungen sowie die Wirkungen dieser Strategie in alltäglichen Kontexten liegen. Zu fragen ist hier, welche kulturellen und sozialen Praktiken diese Gruppierungen besetzten und instrumentalisierten, wie sie Legitimität, Loyalität und Gehorsam konstruierten und unter welchen Bedingungen sich die Wirkungsmacht wieder verliert. Neben dem Diskurs ist daher auch Performanz ein Leitkonzept der Doppeltagung.

Gegenstandsregion ist Ostmittel- und Südosteuropa, wobei aber auch vergleichende Präsentationen zu Parteien und Bewegungen in anderen Ländern gerne vorgeschlagen werden können. Neben Geschichte und Politikwissenschaften sollen alle Disziplinen angesprochen werden, die sich mit Formen der systemischen oder sprachlichsymbolischen politischen Mobilisierung auseinandersetzen (z.B. Wirtschaftswissenschaften, Soziolinguistik, Soziologie, Ethnologie, Kulturwissenschaften oder Kunstgeschichte). Die Ergebnisse der ersten Tagung werden zum Auftakt der zweiten Tagung in die Diskussionen eingebracht.

Tagungssprache ist Deutsch, es sind aber auch englischsprachige Beiträge möglich. Reise- und Übernachtungskosten werden von den Veranstaltern übernommen.

Abstracts zur ersten Tagung in Marburg (von bis zu 4.000 Zeichen) und ein kurzer CV bitte bis 15. Dezember an: forum@herder-institut.de, Antje Coburger, Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung. Auch sind Abstracts zur zweiten Tagung bereits ebenso willkommen.

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