Kammerpräsident legt Rechenschaftsbericht vor

Kammerpräsident beschreibt Aufgabenfelder für das Handwerk / Fachkräftesicherung, demografischer Wandel und Energiewende Schwerpunktthemen
(PresseBox) (Mannheim, ) In seinem Rechenschaftsbericht vor den Mitgliedern der Vollversammlung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald - dem "Parlament des Handwerks" der Region - hat Kammerpräsident Walter Tschischka einige Aufgabenfelder beschrieben, die angegangen werden müssten. Denn, so Tschischka vor den 39 Vertretern der Selbstständigen und der Arbeitnehmer im Handwerk, für die Betriebe werde es zunehmend schwieriger, genügend Fachkräfte zu bekommen. Denn auch in diesem Jahr hätten nicht alle Lehrstellen besetzt werden können. "Schuld daran ist nicht nur die demografische Entwicklung, sondern der politisch gewollte Trend, den Jugendlichen immer weitere Schulrunden nahezulegen", stellte der Mannheimer Kammerpräsident fest.

Bis Ende November seien 1.715 Auszubildende in die Lehrlingsrolle eingetragen worden, was einem Minus von 4,0 Prozent entspreche. Um die Jugend für das Handwerk zu gewinnen, engagiere sich die Handwerkskammer Mannheim in der Berufsorientierung mit zahlreichen Maßnahmen wie der passgenauen Vermittlung der Auszubildenden, der Ausbildungsbotschafter oder zahlreichen Angeboten in der Bildungsakademie.

Gerade die Wirtschafts- und Finanzkrise zeige, wie wichtig es ist, den Binnenmarkt zu stärken und die Interessen des Mittelstandes zu berücksichtigen. Denn das Land stehe angesichts der der Euroschuldenkrise, der Energiepolitik, des demografischen Wandels und der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unseres Mittelstands vor großen Herausforderungen.

Tschischka forderte in seinen Ausführungen, im Steuerrecht die "kalte Progression" zu stoppen, da diese leistungsfeindlich sei. Gerade die aktuellen Diskussionen über Erhöhungen des Spitzensteuersatzes, der Vermögenssteuer oder auch der Erbschaftssteuer träfen das Handwerk im Mark. Unverständlich sei für ihn auch die Diskussion um den Steuerbonus, der sich nicht nur bewährt habe, sondern auch der Schwarzarbeit einen Riegel vorschiebe.

Beim Thema "Energiewende" vermisste der Kammerpräsident das Ziehen an einem Strang. Denn "die steuerlichen Erleichterungen für die energetische Gebäudesanierung sind auch nach anderthalb Jahren Beratung noch nicht beschlossen, obwohl doch jeder Euro Förderung das 8- bis 9-fache an privaten Investitionen nach sich ziehe und 40 Prozent des Energieverbrauchs in Gebäuden anfalle und das Einsparpotenzial riesig sei.

Angesichts kritischer Stimmen, die meinen, Deutschland hätte sich mit der Energiewende verhoben, betonte Tschischka dagegen, das Handwerk können und müsse sie zu einem Erfolg für Wirtschaft und Gesellschaft machen. Das gehe allerdings nur, wenn nicht jeder an einem anderen Ende ziehe und wenn die öffentliche Wahrnehmung auf Termini wie "Kosten steigen" und "geht nicht" beschränkt werde. Abschließend lobte der Mannheimer Kammerpräsident die leistungsfähige Selbstverwaltung, die sich in den Bildungs- und Kompetenzzentren, den vielfältigen Fort- und Weiterbildungslehrgängen sowie den Beratungs - und Dienstleistungsangeboten niederschlage. Er bezeichnete diese "Kultur der Eigenverantwortung und der Subsidiarität als Fundament unseres Erfolges", für die er sich auch weiter mit aller Kraft einsetzen werde.

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