Arbeitnehmer-Vizepräsident Martin Sättele sorgt sich um die Renten

Sättele: "Verantwortliche Politik geht anders" / Mannheimer Vizepräsident wendet sich gegen weitere Schulrunden von Jugendlichen
(PresseBox) (Mannheim, ) In seinem Kurzbericht vor den Delegierten der 110. Vollversammlung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald - dem "Parlament des Handwerks" der Region - hat der Vizepräsident der Arbeitnehmer, Martin Sättele, die Themen Rentensicherung und Ausbildung in den Mittelpunkt gestellt. Er forderte zum Thema "Rente" gesellschaftliche Rahmenbedingungen, um die sozialpolitischen Schwierigkeiten regeln zu können. Eine gut gefüllte Rentenkasse lade zum Tricksen ein, so Sättele, da aus dem Rententopf fünf Milliarden Euro als "Beitrag zur Konsolidierung" in den Bundeshaushalt fließen werden. Angesichts dieses Eingriffs in fremde Kassen fragte Sättele, wie damit aktive Arbeitsmarktpolitik nachhaltig finanziert werden könne? Seine Feststellung: "Verantwortliche Politik geht anders". Was im Übrigen die Deutschen ähnlich sähen, wie bei einer ZDF-Umfrage deutlich wurde.

Er selbst wende sich gegen eine Senkung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung, da es besser sei, für schlechte Zeiten vorzusorgen. Sättele beklagte, dass Rentner in unserer Zeit immer öfter gezwungen seien, einen Minijob aufzunehmen. Der Vizepräsident der Arbeitnehmer in der Vollversammlung der Kammer beleuchtete in seinem Bericht die Stellschrauben, um die Rente auch zukünftig stabil zu halten. Als Maßnahmen schlug er unter anderem eine Bürgerversicherung vor, in die auch Selbstständige einzahlen sollten und forderte eine grundsätzliche Regulierung des Arbeitsmarktes, damit mit ausreichendem Einkommen der Altersarmut entgegengewirkt werden kann. Eine bildungspolitische Komponente sah Sättele darin, den 1,5 Millionen junger Menschen zwischen 20 und 29 Jahren zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu verhelfen. Er sah die Notwendigkeit struktureller Maßnahmen, um die Abbrecherquote in einzelnen Berufen zu reduzieren. Nicht zuletzt müsse unsere Gesellschaft "viel familienfreundlicher werden, denn Kinder sind unsere Zukunft".

Im bildungspolitischen Teil seines Berichts verwies Sättele darauf, dass inzwischen die Zahl der Angebote für Lehrstellen größer sei als die Nachfrage. Gerade auch im Kammergebiet Mannheim könne es an der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe nicht liegen, denn ein "sattes Plus" von 19 Prozent mehr Lehrstellen sei vorhanden. Er kritisierte die "Antragswelle von beruflichen Schulen auf weitere Einrichtungen vollzeitschulischer Bildungsgänge". Diese Situation, den Jugendlichen immer weitere Schulrunden nahezulegen, hatte zuvor schon Kammerpräsident Walter Tschischka in seinem Rechenschaftsbericht kritisiert. Abschließend forderte der Vizepräsident attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung sowie eine existenzsichernde Altersversorgung.

Anmerkung: Nur in den Gremien der Handwerkskammer haben die Arbeitnehmer auch Sitz und Stimme. Ein Drittel der Delegierten in der Vollversammlung kommen aus der Arbeitnehmerschaft. Anders als in den Gremien anderer Wirtschaftskammern sind die Arbeitnehmer eingebunden in den Meinungsbildungsprozess. Sie stellen beim Handwerk sogar einen der beiden Vizepräsidenten.

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