Ein gutes Jahr

Tischler Schreiner Deutschland - Herbstmitgliederversammlung
(PresseBox) (Berlin, ) Ein ereignisreiches Jahr hat die Innungsorganisation des Tischler- und Schreinerhandwerks 2012 erlebt. Vor dem Hintergrund einer stabilen Binnenkonjunktur und der positiven Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung des Gewerks konnten die Verbände in diesem Jahr bei einer Reihe hochbrisanter Sachthemen entscheidende Weichenstellungen herbeiführen. Entsprechend zuversichtlich blicken die Mitglieder von Tischler Schreiner Deutschland nach der diesjährigen Herbst-Mitgliederversammlung auf die Herausforderungen der kommenden Monate.

Eindrucksvoll haben die Verbände aus Bund und Ländern in den vergangenen Monaten unter Beweis gestellt, wie im Zusammenspiel aller Kräfte die Interessen der Mitgliedsbetriebe gewahrt werden. In Fragen der Abgrenzung des Tischler-/Schreinerhandwerks zum Baugewerbe und dessen Sozialkassen (SOKA-Bau-Thematik) konnten beispielsweise in intensiven Verhandlungen wichtige Ergänzungen der Vereinbarungen vom Februar dieses Jahres erreicht werden.

Weitere Themen aus Politik, Bildung, Technik sowie Fortschritte bei der Entwicklung von Tischler Schreiner Deutschland zum Markenzeichen eines zukunftsweisenden Gewerks ließen den betriebenen Aufwand für die Zukunftssicherheit der Branche erahnen.

Wichtige personelle Entscheidung

Bevor es jedoch um die intensive Sacharbeit ging, stand gleich zu Beginn der Veranstaltung eine wichtige turnusmäßige Entscheidung auf der Tagesordnung - die Wahl des TSD-Präsidiums. Wie heißt es so schön: "Never change a winning team!" Das sahen auch die Delegierten so und wählten das Präsidium in unveränderter Besetzung und mit überzeugender Mehrheit in die Spitzenämter. Zusammen mit Hauptgeschäftsführer Martin Paukner werden demzufolge TSD-Präsident Konrad Steininger (Bayern), die TSD-Vizepräsidenten Ansgar Kuiter (Niedersachsen) und Heinz Pütz (Nordrhein-Westfalen) sowie die Präsidiumsmitglieder Edgar Ahrend (Saarland), Anton Gindele (Baden-Württemberg), Karlheinz Kramer (Sachsen) und Wolfgang Kramwinkel (Hessen) die Geschicke des Bundesverbandes weiterhin leiten und lenken. Das TSD-Präsidium wird für drei Jahre gewählt.

Die Sacharbeit im Fokus

Mit dem Positionspapier Bildung verabschiedeten die Delegierten ein klares Statement des Gewerks in Richtung Qualität der Ausbildung. Eine Zusammenlegung der beiden Ausbildungsberufe Tischler/-in und Holzmechaniker/-in lehnt die Branche ab. "Wir wollen einen attraktiven Beruf erhalten. Denn insbesondere aus der Vielseitigkeit der handwerklichen Befähigungen schöpfen doch die Tischler-/

Schreinergesellen/-innen ihren Qualitäts- und Leistungsunterschied", erklärte TSD-Präsident Steininger.

Was es bedeutet, wenn der richtige Ausbildungsansatz auf engagierte Betriebe und talentierten Nachwuchs trifft, hatte das Gewerk Anfang November bei der Deutschen Meisterschaft des Tischler- und Schreinerhandwerks eindrucksvoll unter Beweis gestellt. "Wie schlecht wäre es wohl um unsere Zukunft bestellt, wenn wir nicht unermüdlich daran arbeiten würden, professionelles Personal für die immer anspruchsvolleren Aufgaben auszubilden", bewertete Präsident Steiniger das hohe Engagement der ausbildenden Betriebe. Er leitete damit zu einem weiteren Thema über, das in diesem Jahr eine "neue Qualität hinzugewonnen" hat - die Nachwuchswerbung.

"Wir sind heute in der Lage, bundesweit jede Innung und jeden Innungsbetrieb mit professionellen Instrumenten für die Nachwuchsarbeit unmittelbar in der Region auszustatten", erklärte Steininger. Damit sei eine erste wichtige Grundlage erfüllt, im nächsten Schritt gehe es jetzt darum, weitere Betriebe und Innungen mit ins Boot zu holen und eine bundesweite Praktikumsbörse zu installieren.

Erfolgreich auch auf anderen Feldern

Beim Thema Tachografenpflicht wahrt Tischler Schreiner Deutschland seinen politischen Einfluss. So ist die für das Handwerk ungünstige Entscheidung nun wieder auf dem Prüfstand. Auch die intensiven Verhandlungen mit der neuen Berufsgenossenschaft Holz und Metall haben bei der Neugestaltung des Gefahrtarifs zu einer für beide Seiten tragfähigen Lösung geführt. In enger Abstimmung mit den Landesverbänden soll diese im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Bei technischen Fragen wie zum Beispiel der Energieeinsparverordnung (EnEV) hat der Einfluss der Verbände dazu geführt, dass eine Verschärfung der UW-Werte im Altbau - wie sie das Bundesumweltministerium noch im Frühsommer 2012 geplant hatte - vom Tisch ist. Fensterbauer dürften aufatmen. Entwarnung gibt es auch im Bereich der EU-Bauproduktenverordnung, die Mitte nächsten Jahres verpflichtend wird. Denn dort, wo das Gewerk Produkte fertigt, die mit dem CE-Kennzeichen versehen werden müssen, sind Tischler und Schreiner durch die Systemlösungen ihres Innungsverbandes bereits gut aufgestellt.

Für die Entwicklung der Marke "Tischler Schreiner Deutschland" wurden ebenfalls im abgelaufenen Jahr zukunftsweisende Weichen gestellt. So hat das TSD-Präsidium im September das Markengremium berufen. Dieses wird in Fragen der Markennutzung und der Markenentwicklung beratend eingreifen. Zudem steht mit Tischler NRW mittlerweile der vierte Landesfachverband kurz vor der Umsetzung des Verbände übergreifenden gemeinsamen Internetauftritts. Kommunikation aus einem Guss ist hier das Stichwort. Als besonderen Service können dabei alle beteiligten Verbände - bis auf Innungsebene - auf ein zentral verwaltetes Inhaltsangebot zurückgreifen. Damit positioniert sich die Branche mit einem frischen und modernen Kommunikationsansatz weiterhin in Richtung eines qualitätsbewussten Handwerks.

Das Serviceangebot erweitert hat Tischler Schreiner Deutschland auch an anderer Stelle. Bereits im Sommer hatten die Delegierten des Verbandes die Entwicklung eines Informationsdienstes für Obermeister und Innungsgeschäftsführer angeregt. Der Newsletter TSD aktuell schließt nun diese Lücke. Er erscheint quartalsweise und informiert die Organisation über die wichtigen Entwicklungen auf Bundesebene. Erstmalig wird er Mitte Dezember dieses Jahres erscheinen.

Dass der Service in der Tochtergesellschaft des Bundesverbandes - der TSD Service + Produkt GmbH - großgeschrieben wird, ist ebenfalls mehr als ein Lippenbekenntnis. So haben hier die Verantwortlichen in den vergangenen Monaten investiert und bieten über den neuen TSD-Onlineshop ein nochmals erweitertes Warensortiment an. Dieses reicht von der neuen hochwertigen TSD-Berufskleidung über die Instrumente zur Nachwuchsarbeit bis hin zu den begehrten Fachexkursionen, die im kommenden Jahr wieder Tischlern und Schreinern die Möglichkeit bieten werden, zu Sonderkonditionen ausländische Märkte kennenzulernen. In 2013 stehen China und Russland auf dem Programm.

Ein Ausblick

Nachdem was in 2012 erreicht wurde, zeigte die TSD-Mitgliederversammlung aber auch auf, wo es in den kommenden Monaten weitergehen soll. Genau hinschauen wird die Organisation beispielsweise, wenn es um das Erbschaftsteuerrecht oder die EU-Zahlungsverzugsrichtlinie geht.

So kommt das erst 2008 reformierte Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz auf den verfassungsrechtlichen Prüfstand. Rechtsunsicherheit besteht damit aktuell vor allem für die Nachfolge von Familienunternehmen. Hier hatte die letzte Reform eine mittelstandsfreundliche Regelung zur Steuerentlastung vorgesehen, was zuletzt der Bundesfinanzhof als nicht verfassungskonform eingestuft hatte. Es ist zu erwarten, dass der Gesetzgeber höchstrichterlich aufgefordert wird, das Gesetz nachzubessern. Tischler Schreiner Deutschland wird deshalb seine Wahlforderungen 2013 an die Parteien entsprechend formulieren. Denn ein Rückschritt in diesem Punkt würde vor allem den Mittelstand und damit ein zentrales Standbein der deutschen Wirtschaft hart treffen.

Ebenso setzt sich Tischler Schreiner Deutschland für die Interessen der Betriebe bei der Umsetzung des Gesetzesentwurfes zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr ein. Vor allem im werkvertraglichen Geschäftsverkehr bietet der Entwurf keine tragfähige Lösung. Im Gegenteil: Durch die Einführung von Abnahmefristen - zusätzlich zu den bestehenden Zahlungsfristen - verlängert sich de facto die Zahlungsfrist auf bis zu 60 Tage. Damit würde der Zahlungsverzug gefördert werden.

Auch bei der geplanten Aufweichung des AGB-Rechts dürfen Mitglieder darauf vertrauen, dass Tischler Schreiner Deutschland als Branchendienstleister, seinen Einfluss nutzt, um die Rechte der Mitgliedsunternehmen zu schützen - wenn diese beispielsweise als Zulieferer für größere Unternehmen in Erscheinung treten.

Ein spannendes 2013

Noch mehr spannende Themen verspricht der Blick in den Terminkalender des kommenden Jahres. Denn bereits im Mai wird mit der LIGNA ein an öffentlichen Auftritten reiches 2013 eingeläutet. "Viel Raum", findet auch Konrad Steininger, "wird es dann für die Branche geben, sich zu präsentieren." Damit möglichst viele Tischler und Schreiner die Messe besuchen können, hat Tischler Schreiner Deutschland 15.000 Freikarten für seine Mitgliedsunternehmen ausgehandelt.

Zum Höhepunkt des Jahres geht es dann Anfang Juli nach Leipzig, wenn bei der Berufsweltmeisterschaft (WorldSkills) die weltweit besten Tischler-/Schreinertalente um die Titel kämpfen. Dann hofft die gesamte Branche, dass die jungen deutschen Teilnehmer auch das entsprechende Quäntchen Glück haben werden, um vor heimischer Kulisse an die Erfolge der vergangenen Jahre anzuknüpfen.

Kontakt

Tischler Schreiner Deutschland Bundesinnungsverband für das Tischler-/Schreinerhandwerk
Littenstraße 10
D-10179 Berlin
Social Media