Modellprojekt MeRegio erfolgreich abgeschlossen

Wichtige Ansätze für das intelligente Stromnetz der Zukunft entwickelt
(PresseBox) (Stuttgart, ) In Zukunft wird es immer wichtiger, den Energieverbrauch der volatilen Energieerzeugung anzupassen. Nur - ist der Einzelne bereit, sein Verhalten in diesem Sinne zu ändern? Mit diesem Thema beschäftigte sich das branchenübergreifenden Pilotprojekt MeRegio (Minimum Emission Region), das Ende November nach vierjähriger Laufzeit abgeschlossen wurde. Mit insgesamt rund 1.000 beteiligten Haushalts-, Gewerbe- und kleineren Industriekunden in Göppingen und Freiamt/Schwarzwald gingen seit 2008 die Konsortialpartner ABB, IBM, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), SAP AG und Systemplan Engineering unter Führung der EnBW Energie Baden-Württemberg AG neue Wege. Dabei wurden dezentrale Energieerzeuger und Energieverbraucher über moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) intelligent miteinander vernetzt und neue Ansätze für eine künftige Gestaltung des Energiemarkts entwickelt.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt nun, dass die Bereitschaft der Testkunden, ihren Stromverbrauch zu verlagern, durch die eingesetzten Mechanismen und Technologien nachhaltig aktiviert werden konnte. So wurden Lastverlagerungen von bis zu 20 Prozent in einzelnen Stunden, im Durchschnitt von 7 bis 15 Prozent gemessen. Neben den Lastverschiebungen durch Preissignale testete MeRegio auch erfolgreich den Einsatz von intelligenten Haushaltgeräten sowie verschiedenen Stromspeichersystemen.

"Es sind die Kunden, die neben Politik und Industrie mit ihrem Verbrauchsverhalten die Energiewende wesentlich mitbestimmen. Unser Projekt MeRegio hat ein solides Fundament an Erkenntnissen geschaffen, auf dem weiter aufgebaut werden kann. Unser ausdrücklicher Dank gilt unseren Konsortialpartnern sowie allen beteiligten Testteilnehmern für ihr großes Engagement", sagte Dr. Dirk Mausbeck, Mitglied des Vorstands der EnBW Energie Baden- Württemberg AG, bei der Abschlussveranstaltung am 5. Dezember in Stuttgart anlässlich der Übergabe der Projektergebnisse an das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). MeRegio wurde vom BMWi im Rahmen des E-Energy-Programms gefördert.

Verbraucher nutzen Lastverschiebungspotenzial

Das Projekt MeRegio untersuchte, welche Anreize vom Kunden akzeptiert werden und welches Potenzial besteht, den eigenen Stromverbrauch in sogenannte Schwachlastenphasen zu verlagern. Die Kunden testeten in den vergangenen drei Jahren ihr tägliches Verbrauchsverhalten: Gelingt es im Alltag, elektrische Anwendungen, wie z.B. Wäschewaschen, in Tages- oder Nachtzeiten zu verlagern, in denen Energie besonders reichlich vorhanden ist, etwa weil der Wind weht? Dazu wurden die rund 1.000 privaten und gewerblichen Kunden in Freiamt/Ettenheim und im Raum Göppingen zu einem "Netz der Zukunft" verknüpft: Sie erhielten den von der EnBW entwickelten intelligenten Stromzähler, das MeRegio-Cockpit, eine Stromampel sowie spezielle Netzwerkverbindungen. Der intelligente Stromzähler war dabei die zentrale Kommunikationseinheit zwischen Verbrauchsstelle und Energieversorger. Mit der rund 10 x 10 Zentimeter großen Stromampel wurden die Kunden über die Strompreisentwicklung in den nächsten 24 Stunden informiert: Rot signalisierte einen hohen Strompreis, gelb einen mittleren Tarif und grün stand für günstig. Dank des dynamischen Tarifs kostete der Strom die Testhaushalte in verbrauchsarmen Zeiten weniger als in verbrauchsstarken. Das Feedback der Teilnehmer war überaus positiv.

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