Wirtschaftstrends 2013

Zehn Trends für die nahe Zukunft
(Foto: Zukunftsinstitut) (PresseBox) (Leipzig, ) (Zukunftsinstitut) Der „Trend-Report 2013“ des Kelkheimer Zukunftsinstituts feiert sein 10-jähriges Jubiläum und zeigt erneut spannende, soziokulturelle Entwicklungen anhand von Fakten und Praxisbeispielen auf. Er liefert Einschätzungen zu zehn aktuellen Trends, welche die Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft in Zukunft besonders prägen werden. Zum Jubiläum zieht das Zukunftsinstitut Bilanz: Welche Prognosen sind tatsächlich eingetreten? Welche Strömungen wurden früh erkannt, welche haben bis heute Bestand und wo sind neue im Entstehen?

Kultur: Hacking wird zur Kulturtechnik

Die Hacker erobern den Alltag. Dabei umfasst der Begriff „Hacking“ nicht mehr nur die technikaffinen Computernerds, sondern eine Lebenseinstellung. Mit gesunder Respektlosigkeit werden auf kreative Art und Weise die Regeln von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gebrochen. Die im Netz praktizierten Prinzipien des Teilens, Tauschens und Transformierens werden in den Alltag integriert. Hacking meint weniger die Zerstörung von etwas, vielmehr rüttelt eine junge Generation, die auf Beteiligung und Transparenz setzt, am Status quo. Gehackt werden Situationen, Kampagnen und das Alltagsleben. Die Urban Hacker zerstören nicht, sondern schaffen auf fantasievolle Art neue Orte. Aus der genormten Stadt werden neue Städte der Begegnungen. In New York werden beispielsweise kaum noch genutzte Fernsprecher zu öffentlichen Bibliotheken umgestaltet. Beliebt sind generell Guerillaaktionen, in denen bekanntes umprogrammiert, neu „geadded“ (hinzugefügt), kopiert und bespielt wird. Durch unzählige kleine Maßnahmen wird der öffentliche Raum personalisiert. Das Ergebnis sind höchst ungewöhnliche Sofortverbesserungen im Stadtraum ohne langwierigen Planungsaufwand.

Handel: Anleitung zum Einkaufen

Janine Seitz zeigt im aktuellen Trend-Report 2013 eine weitere, neue Facette der jungen Generation auf. So beschreibt sie im gleichnamigen Kapitel den „Cyberflaneur“. Das Flanieren erlebt eine Renaissance in der Cyberwelt. Gesurft wird heute nicht mehr anonym, sondern sozial und kollaborativ. Ziel ist es, in keinem Fall in einer langweiligen, vorhersagbaren Welt zu leben. Der Zufall der unerwarteten Entdeckung wird zum größten Gut. Auch der E-Commerce richtet sich neu aus und weiß um die Macht der Konsumenten. Via Empfehlungen, Kommentaren oder Feeds auf Produkte und Marken steuern sie die Märkte mit. Ein Shitstorm kann jederzeit losgetreten werden. Doch (Kunden)-Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Heute existieren 2,7 Zettabyte an Daten im digitalen Universum. Diese auszuwerten wird zur wichtigsten Aufgabe für Unternehmen. Sie müssen lernen, dabei wie ein Kurator zu agieren. Die besten Stücke werden ausgewählt und entsprechend der Zielgruppe angeboten, —analog dem Curated Shopping (Vorauswahl des Sortiments/Dienstleistung).


Technologie: iBorg-Society

Die künstliche Intelligenz ist in der Gegenwart angekommen, doch ganz anders als erwartet. Humanoide Roboter gehören auch 2013 nicht zum Straßenbild, jedoch Menschen, die per Headset mit Siri (Apple) plaudern. Maschinen werden zu „Intelligenten Agenten“, die unseren Alltag erleichtern. Die kommenden Marktentwicklungen haben einen klaren Fokus auf dem physischen Interface. Das iPhone versprach und verspricht eine neue Verbindung zwischen Mensch (i) und Maschine (phone). Schon der Markenname rückt nicht die Maschine an sich in den Vordergrund, sondern die Schnittstelle zwischen Maschine und Mensch. Die Schweizer Firma BlackSocks beispielsweise verkauft intelligente Socken. Die Socken können als Abonnement bestellt werden. RFID-Chips schicken Informationen direkt an das iPhone. Der Käufer wird darüber informiert, welche Socke er in der Hand hält – links oder rechts, wie oft sie gewaschen wurde und ob das Schwarz nach dem Waschen noch schwarz genug sei oder ob ein erneuter Kauf angeraten wird. Wir sind inmitten des Zeitalters der „Intelligence Augmentation“ angekommen.

Wissenschaft: Kleine Organismen erobern die Welt

Nicht nur die Frage der Verschmelzung von Mensch und Maschine befördert die Sinnfrage: „Was ist der Mensch?“ Auch die Wissenschaft erhoffte sich lange eine adäquate Antwort durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Nun könnten bald Bakterien die Antwort geben. Je besser die Symbiose von Mensch und Mikroorganismen verstanden wird, desto stärker verändert sich unser Menschenbild. Schon heute erobern sie Bereiche der Medizin, der Gesundheit und des Recyclings. Neue Behandlungsmethoden für scheinbar chronische Krankheiten könnten sich zum Turbo für die schwächelnde Biotech-Branche entwickeln. Die Alternative zu Antibiotika sind in Zukunft höchstwahrscheinlich Fäkalien. Die Fäkal-Transplantation mutet dabei erst einmal skurril an. Dennoch ist sie real: Stuhl von gesunden Menschen wird in den Darm eines Erkrankten verpflanzt. Ziel ist es, dass gute Bakterien in den Verdauungstrakt gespeist werden und die schlechten eliminieren.

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