"American Metal Market" ehrt Concast-Gründer

Irving Rossi in "Hall of Fame" aufgenommen
(PresseBox) (Düsseldorf, ) Die Technologie des Stranggießens hat die Stahlbranche Mitte des 20. Jahrhunderts revolutioniert. Das Verfahren ermöglichte eine höhere Produktivität als zuvor. Irving Rossi, der Gründer der Schweizer Concast, hat die Technik auf den Markt gebracht. Für seine Verdienste erhielt er jetzt einen Platz in der "Hall of Fame" des amerikanischen Fachverlags American Metal Market. "Dank Rossi entwickelte sich die amerikanische Stahlindustrie zu einer der produktivsten der Welt", so die Begründung.

Rossi galt im vergangenen Jahrhundert als geschickter Geschäftsmann, der ein gutes Gespür für technische Neuheiten hatte. 235 Patente wurden in seinem Namen angemeldet, einige davon entfalteten erst nach Jahrzehnten ihr Potenzial.

Bekannt ist Rossi bis heute vor allem für das Stranggießen. Als "Vater des kommerziellen Stranggusses und der Ministahlwerke" ging er in die Geschichte ein. Im Mai 1949 übertrug Rossi zum ersten Mal das Gussverfahren von NE-Metall auf Stahl. Dazu war eine gute Portion Mut und Beharrlichkeit nötig. Bei den ersten Produktionsanlagen in den USA gab der Unternehmer Garantien auf Stahlmenge und -qualität und die Investitionen rentierten sich. Der amerikanischen Stahlindustrie ermöglichte das Verfahren immense Produktivitätssteigerungen und sicherte über viele Jahre den Erfolg.

Das Gießen dauerte bei dem zuvor eingesetzten Standguss-Verfahren ein bis zwei Tage, da es zwölf verschiedene Stationen durch laufen musste. Rossis Strangguss-Verfahren hatte lediglich fünf Stationen und dauerte nur noch eine Stunde - bei einer Materialausbeute von über 90 Prozent.

Rossi nahm sein Know-how mit nach Europa und gründete 1954 in Zürich die Concast, zusammen mit dem späteren Unternehmensleiter Heinrich Tanner.

Als Pionier der Stranggießtechnik in der westlichen Welt - die Sowjetunion hatte schon vorher Stranggießanlagen entwickelt - war Concast zunächst der einzige Lieferant für Anlagen dieser Art.

1961 verkaufte Rossi im Alter von 72 Jahren das Unternehmen.

Unter der Führung von Heinrich Tanner wurde die Erfolgsgeschichte weiter fortgesetzt. In den 70er Jahren betrug der Marktanteil im Bereich Stranggießen bis zu 60 Prozent, bevor Einwände der Kartellbehörden eine Teilung des Geschäfts notwendig machten.

SMS, Clecim (Frankreich) und Distington/British Steel (Großbritannien) konzentrierten sich von 1981 an auf den Bau von Anlagen für Brammen und schwere Vorbleche. Die im selben Jahr neu gegründete Concast Standard AG legte den Schwerpunkt auf den Bau von Gießanlagen zur Herstellung von Knüppeln (Langprodukte).

1996 erwarb Concast die Elektro-Lichtbogenofensparte von ABB. Das Geschäft wurde später um EAF-Öfen und den Bereich Sekundärmetallurgie erweitert.

2004 übernahm SMS, 100 Prozent der Anteile der Concast. Das Unternehmen wurde zum erfolgreichen Gesamtanbieter von Stahl und Stranggießanlagen für Langprodukte.

Rossi verstarb im Jahr 1990 im Alter von 101 Jahren. In diesem Jahr wurden 455,17 Mill. t Stahl im Strang vergossen. Das entsprach 59,15 Prozent der Weltstahlproduktion - eine Verteilung, die ohne Irving Rossi ganz anders gewesen wäre.

Die SMS Concast AG ist ein Unternehmen der SMS group, die unter dem Dach der SMS Holding GmbH aus einer Gruppe von international tätigen Unternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus für die Stahl- und NE-Metallindustrie besteht. Rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschaften weltweit einen Umsatz von über 3 Mrd. EUR.

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