Dem Vergessen auf der Spur - Durchbruch in der Alzheimer-Diagnose?

Preisgekrönter Bluttest des HochschulWettbewerbs ZukunftErfindenNRW soll Früherkennung ermöglichen
(PresseBox) (Mülheim an der Ruhr, ) Morbus Alzheimer ist mit mehr als 500.000 Erkrankten die häufigste Demenzerkrankung in Deutschland. Eine prämierte Hochschulerfindung soll nun bereits im Frühstadium die Erkrankung nachweisen und so vorbeugende Behandlungsmaßnahmen noch vor einer starken Schädigung des Gehirns ermöglichen.

Gegenüber den herkömmlichen Verfahren stellt der neue Bluttest eine einfachere, zuverlässigere und frühere Erkennung der häufigsten Demenzerkrankung in Aussicht. Hierfür werden krankheitsbedingte Stoffwechselprodukte (spezifische Amyloide) als Biomarker im Blut genutzt. Der Test ist unkompliziert, schnell und für den Patienten lediglich mit der Unannehmlichkeit einer Blutentnahme verbunden. Die Grundlagen für das Know-how wurden von Prof. Dr. Jens Wiltfang und Dr. Hermann Esselmann vom Universitätsklinikum Essen in Zusammenarbeit mit Kollegen der Psychiatrischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg gelegt.

Obwohl noch nicht marktreif, hat das neue Testverfahren den Essener Forschern bereits einen Wissenschaftspreis eingebracht. Im mit insgesamt 41.000 € dotierten HochschulWettbewerb 2011 ZukunftErfindenNRW gewann der Alzheimer-Test den dritten Platz. Der Wettbewerb wird alljährlich von der Patentvermarktungsgesellschaft PROvendis GmbH gemeinsam mit dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) des Landes Nordrhein-Westfalen ausgeschrieben.

Der demographische Wandel unserer Gesellschaft lässt die Therapie von Alzheimer zu einer der großen Zukunftsaufgaben werden. Dieses Potenzial weckte auch das Interesse der IBL International GmbH, einem auf Immunoassays zur Labordiagnostik spezialisierten Unternehmen aus Hamburg. Unter Federführung der PROvendis GmbH lizenzierte das Unternehmen das für die Herstellung eines Tests notwendige Verfahren ein. Dr. Silvia Schön-Feltes, Managerin Patente & Lizenzen bei der PROvendis GmbH, ist zufrieden: "Die Vertragsunterzeichnung zwischen der Universität Duisburg-Essen und der IBL GmbH ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie durch patentrechtliche Absicherung universitärer Forschungsergebnisse zukunftsweisende Kooperationen entstehen, von denen die gesamte Gesellschaft profitieren könnte." Durch Einbindung in das Neuroallianz Konsortium (eine Forschungskooperation zwischen akademischen und industriellen Partnern im Rahmen der Pharma-Initiative Deutschland; gefördert vom BMBF) konnte zudem sichergestellt werden, dass finanzielle Mittel und Know-how bereit stehen und eine zügige Weiterentwicklung des Verfahrens verfolgt wird.

Das neue Testverfahren ist bereits heute eine Erfolgsgeschichte, die den Stellenwert von Hochschulerfindungen für die Zukunft der Gesellschaft deutlich macht.

Mit Spannung erwartet werden auch die diesjährigen Gewinner des HochschulWettbewerbs 2012 ZukunftErfindenNRW.
Die offizielle Preisverleihung mit der Wissenschaftsministerin Svenja Schulze findet statt am:
14. Januar 2013, 11:30 - 14:00 Uhr im ThyssenKrupp Quartier, Essen


Eine Anmeldung ist erforderlich und kann online durchgeführt werden: http://www.provendis.info/...

IBL GmbH

Seit 1983 beschäftigt sich die Firma (IBL-Hamburg) IBL International mit der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von immunologischen Reagenzien für das medizinisch-diagnostische Laboratorium sowie für forschungsorientierte Einrichtungen. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung sind wir Experten auf dem Gebiet der Enzym-, Radio- und Lumineszenzimmunoassays. Die Produktpalette von IBL deckt mit über 1000 Produkten nahezu das gesamte Spektrum der immunchemischen In-vitro-Labordiagnostik für For-schung und Routine ab. Weitere Informationen: http://www.immunologie-hamburg.de/...

Neuroallianz

Das Neuroallianz Konsortium ist ein strategischer Zusammenschluss öffentlich geförderter Forschungseinrichtungen, Biotechnologie-Unternehmen und der pharmazeutischen Industrie. Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt das Neuroallianz Konsortium auf Forschung und Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien mit dem Ziel, die Behandlungsmöglichkeiten neurodegenerativer Erkrankungen zu verbessern. Akademische Partner des Neuroallianz Konsortiums sind die Rheinische Friedrich‐Wilhelms‐Universität Bonn, das Universitätsklinikum Bonn, das LVR‐Klinikum Essen/Universität Duisburg-Essen, das Forschungszentrum Jülich GmbH und das Fraunhofer Institute SCAI. Zu den Partnern aus der Industrie gehören die UCB Pharma GmbH, IBL International und die Life&Brain GmbH. Die Neuroallianz wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Weitere Informationen: www.neuroallianz.de

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