Minijobs müssen zurückgedrängt werden

(PresseBox) (Saarbrücken, ) "Im Saarland gibt es durchschnittlich mehr Minijobs als in den anderen westdeutschen Bundesländern. Diese Entwicklung muss dringend gestoppt werden", so der AK-Vorstandsvorsitzende Hans Peter Kurtz. Er reagiert damit auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). Rund 68.000 Saarländerinnen und Saarländer sind heute ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte.

Sind im westdeutschen Durchschnitt 14 Prozent aller Arbeitnehmer in Minijobs tätig, so fällt die Quote für das Saarland mit über 15 Prozent noch höher aus. "Aber das ist noch nicht das ganze Problem. Hinzu kommen noch 30.000 im Nebenjob geringfügig entlohnte Beschäftigte, die den Minijob neben ihrer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit ausüben, damit sie überhaupt über die Runden kommen", so Hans Peter Kurtz weiter. Als sehr kritisch schätzt die Arbeitskammer die Situation im Gastgewerbe ein, wo mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze von Minijobbern besetzt seien. Im Handel liege die Quote bei einem Drittel.

Knapp zwei Drittel aller Minijobber seien Frauen, in der Regel arbeiteten die Minijobber zu Niedriglöhnen und sie erwerben selten Rentenversicherungsansprüche. "Wir sehen hier eine drohende Altersarmut, Minijobber haben kaum Chancen auf Weiterbildung. Zudem sind Übergänge in reguläre Beschäftigung die Ausnahme", so Kurtz weiter.

Das Problem der prekären Beschäftigungsverhältnisse insgesamt sei im Saarland besonders ausgeprägt. Neben den Minijobs bereiteten vor allen Dingen Leiharbeit, Werkverträge und Niedriglohnbeschäftigung Sorgen. "Hier muss dringend gehandelt werden: Wir brauchen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mit guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen! Und dafür brauchen wir endlich einen gesetzlichen Mindestlohn", fordert der AK-Vorstandsvorsitzende.

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