Handwerksausblick für 2013

Fachkräftemangel und Bürokratie als größte Herausforderungen
(PresseBox) (München, ) Die Handwerksbetriebe in München und Oberbayern blicken mit Zuversicht ins Jahr 2013. Das ergab eine Online-Umfrage der Handwerkskammer unter ihren Mitgliedsbetrieben im November. Im Vergleich zu 2012 rechnen 33 Prozent der Befragten im kommenden Jahr mit steigenden und 50 Prozent mit gleich bleibenden Umsätzen. Die übrigen 17 Prozent erwarten sinkende Einnahmen. Auch die Zahl der Beschäftigten im Handwerk dürfte im kommenden Jahr zumindest stabil bleiben. 62 Prozent der Betriebe im Kammerbezirk möchten den Personalbestand halten. 23 Prozent der Betriebe planen zusätzliche Einstellungen, nur 15 Prozent müssen voraussichtlich Arbeitsplätze abbauen. Bei den Investitionen ist ebenfalls Stabilität angesagt: zwar wollen 30 Prozent in 2013 mehr investieren als in diesem Jahr, dafür planen mit 26 Prozent fast genauso viele, weniger Geld für Investitionsgüter auszugeben. 44 Prozent wollen ihre Investitionen in 2013 auf dem Niveau des Vorjahres halten.

"Die erste Jahreshälfte 2013 dürfte schwierig werden. Wegen der schwächelnden Investitionsnachfrage der Gesamtwirtschaft erwarten wir eine negative Umsatzentwicklung. Im Handwerk bedeutet das vor allem Druck für die Industriezulieferer, die Kfz-Branche und den Gewerbebau. Das zweite Halbjahr dürfte dann wegen des starken Wohnungsbaus und der robusten Konsumnachfrage deutlich besser laufen", erwartet Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL a. D.

Der Fachkräftemangel bleibt auch im kommenden Jahr eine große Herausforderung für das oberbayerische Handwerk: so sind derzeit bei nur 52 Prozent der Betriebe alle Arbeitsplätze besetzt. Zwar können 30 Prozent der Unternehmen ihre Arbeit mit dem derzeitigen Mitarbeiterstand schultern, würden jedoch gerne zusätzliches Personal einstellen. 18 Prozent der Befragten sehen ihre Entwicklungsmöglichkeiten durch den Fachkräftemangel sogar massiv eingeschränkt. Besonders davon betroffen sind die Betriebe im Ausbaugewerbe: dort leiden 31 Prozent unter akutem Fachkräftemangel. Im Kfz-Gewerbe hingegen klagen derzeit nur neun Prozent über enorme Personalengpässe. Obwohl die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern nach wie vor eine große Herausforderung für die Handwerksbetriebe darstellt, hat sich die Lage etwas gebessert. Zu Beginn des konjunkturellen Aufschwungs im November 2010 waren nur in 40 Prozent der Betriebe alle Stellen besetzt. 23 Prozent meldeten damals, dass die Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens durch fehlendes Personal massiv beeinträchtigt werden. Seitdem hat das oberbayerische Handwerk 4.600 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Das entspricht einem Plus von 1,7 Prozent.

Neben dem Fachkräftemangel sind Bürokratie- (55 Prozent) und Steuerbelastung (48 Prozent) für die befragten Betriebe die größten Herausforderungen im Jahr 2013. Ebenfalls dazu zählt die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise (41 Prozent). "Das Handwerk sieht die Umsetzung der Energiewende mit großer Sorge. Energie darf nicht nur für Großverbraucher bezahlbar bleiben, die sich Rabatte sichern können. Ein wichtiger Bestandteil der Energiewende muss eine mittelstandsfreundliche Entlastungsstaffel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sein. Dringend erforderlich wäre auch eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf EEG-Umlage und Netzentgelte", fordert Traublinger.

83 Prozent der Umfrageteilnehmer beabsichtigen, im Laufe des nächsten Jahres zu investieren. 47 Prozent der Betriebe wollen Maschinen anschaffen. 41 Prozent haben Ausgaben eingeplant, um die Qualifikation ihrer Mitarbeiter zu verbessern und auf diesem Weg auch dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. 2012 gab jeder investierende Betrieb im Durchschnitt 34.000 Euro für Investitionen aus.

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