Rösler regt sich auf

Sind Opelaner wichtiger als andere Arbeitnehmer?
Sind Wirtschaftsminister Philipp Rösler Opelaner wichtiger als andere Arbeitnehmer? (Foto: politikdigital/Flickr.com) (PresseBox) (Leipzig, ) Philipp Rösler ist sauer! Der Bundeswirtschaftsminister stänkert gegen den Automobilkonzern General Motors aus den USA. Er habe strategische Fehler begangen, die hätten vermieden werden können. Nun müsse Opel dafür bluten, was der Konzern in Übersee verbockt habe. 2016 soll das Opel-Werk in Bochum nicht mehr produzieren. „Rund 3300 Mitarbeiter und 1000 Fremdfirmenbeschäftigte sowie Tausende indirekt vom Werk abhängige Beschäftigte bangen um Jobs oder Aufträge.“, schreibt der Spiegel. Gut, dass sich die Politik des Themas annimmt und auf die Willkür des Konzerns anprangert.

Ungeteilte Aufmerksamkeit

Diese Aufmerksamkeit genießt das Unternehmen bereits seit längerem. Und zwar die ungeteilte von allen Parteien. Als 2008/2009 Opel schon einmal vor dem Aus stand, haben vor allem SPD-Politiker gegen die befürchteten Massenentlassungen gewettert. Die große Koalition steuerte dem Werks-Aus entgegen. Ähnlich verhätschelt werden und wurden z. B. Karstadt, Schlecker und anderen großen Unternehmen. Sind deren Arbeitnehmer wichtiger als andere?

Für Erfolg garantiert niemand

In Deutschland wurden 2011 laut Opens external link in new windowStatistischem Bundesamt mehr als 715.000 Gewerbe abgemeldet. Das sind knapp 14.000 Unternehmen pro Woche und wenn davon jedes Unternehmen nur zwei Angestellte beschäftigt, dann gehen statistisch gesehen jeden Tag mehr Arbeitsplätze verloren als bei Opel nun voraussichtlich 2016. Auch Zulieferer, Partner und andere wirtschaftlich verflochtene sind von diesen alltäglichen Pleiten betroffen. Sie alle müssen sich neue Arbeitgeber, Geschäftspartner, oder gar Geschäftsfelder suchen. Doch nicht einmal lokale Politiker kümmern diese täglich verlorenen Arbeitsplätze. Denn das ist der Lauf der Wirtschaft. Für Erfolg garantiert niemand, ebenso wenig für Arbeitsplätze.

Das macht die Wirtschaft selbst

Kein Politiker und keine Partei kann und soll in unserem System für das Wohl aller Arbeitgeber und –nehmer garantieren. Das macht die Wirtschaft selbst: Im Statistischen Bundesamt sind für 2011 gegenüber 715.000 Gewerbeabmeldungen ganze 821.000 GewerbeANmeldungen registriert. Das Ende bedeutet immer auch den Beginn von etwas Neuem. Neue Arbeitsplätze, neue Geschäftspartner, neue Märkte entstehen, denn die Wirtschaft ist ein ständig fortlaufender Prozess der Innovation. Diese Innovation hat Opel verpasst. Ob nun selbst verschuldet oder nicht spielt keine Rolle. Die Lücke die durch das geschlossene Werk von Opel entsteht, wird ein anderer Unternehmer zu nutzen wissen und an anderer Stelle Arbeitsplätze erschaffen.

Philipp Rösler könnte sich also beruhigt zurück lehnen, anstatt den Sozialisten zu geben. Doch er glaubt fälschlicherweise, das sichere ihm Wählerstimmen.

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