Dax & Euro-Dollar Charts - Der Markt ist ziemlich einseitig positionier

Markus Fugmann, Chefanalyst der actior AG (PresseBox) (Hamburg, ) Nach der Rücktrittsankündigung Montis konnte sich der Euro seit Beginn der Woche gut behaupten und stieg ausgehend von der wichtigen Unterstützung 1,2880 kontinuierlich an. Hauptgrund ist die Vorfreude auf "Santa Ben", sprich auf das Ergebnis der heutigen Fed-Sitzung, von der sich der Markt eine Art QE4 verspricht.

Dennoch lauern einige Risiken: erstens wenn die Fed enttäuschen sollte, zweitens die latente Drohung Draghis, den Einlagezinssatz zu senken, und drittens der absehbare Wiedereintritt Italiens ins Zentrum der Finanzkrise (wenn, wovon auszugehen ist, die nächste Regierung den Sparkurs Montis aufgeben wird).

Es wird nun auf die Fed ankommen, ob der Euro seine Ralley fortsetzen kann - Ziele wären dann 1,3080 und 1,3120/40. Wir bleiben jedoch skeptisch und rechnen bald mit fallenden Kursen in Richtung 1,2880 und 1,2660.

Auch der Dax zeigt sich in vorweihnachtlicher Ralley-Laune und erklimmt den höchsten Stand seit fünf Jahren. Prämisse der Party sind zwei Voraussetzungen: erstens die Vorfreude auf die Fed, zweitens, und noch wichtiger, der ungebrochene Optimismus der Amerikaner, dass die drohende fiscal cliff umschifft werden kann. Da wird schon ein Schweigen der Beteiligten als Indiz gewertet, dass eine Lösung unmittelbar bevorstehe - zu Unrecht, wie die Äusserungen Boehners (Chef der Republikaner im Abgeordnetenhaus) gestern und heute belegen.

Mit anderen Worten: der Markt ist ziemlich einseitig positioniert und daher anfällig für einen heftigen Rückschlag, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man es sich im Weihnachtsrausch vorstellen möchte! Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit noch einmal eine Panikattacke aufgrund der fiscal cliff-Thematik eintreten.

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