Starke Diskrepanz in Unternehmen: Aktuelle SHL-Studie attestiert Frauen großes Führungspotenzial, dennoch sind Führungspositionen mehrheitlich von Männern besetzt

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) .
- Anbieter von Talentbewertungslösungen zeigt: In einem Vergleich mit 25 Ländern stehen deutsche Frauen beim Leadership-Potenzial an erster Stelle, dabei sind tatsächlich 87 Prozent der Führungspositionen in Deutschland von Männern besetzt.(1)
- Wissenschaftlich belegt: Weibliche Führungskräfte erwarten mehr Anerkennung als männliche Kollegen und wollen weniger Macht ausüben. Männliche Führungskräfte haben dagegen größere Versagensängste als ihre weiblichen Pendants.


SHL, der internationale Marktführer bei Talentbewertungslösungen, zeigt in seinem Auszug aus der SHL Talent-Studie: In einem weltweiten Vergleich der 25 Länder mit dem größten Führungsvermögen belegen deutsche Frauen beim Führungspotenzial den ersten Rang.(2) Geht es aber um die aktuelle Situation in den Chefetagen, zeigt sich: Lediglich 13 Prozent der Führungskräfte hierzulande sind weiblich. Die SHL-Studie macht zudem auf große internationale Unterschiede aufmerksam. Deutschland rangiert auf dem vorletzten Platz beim Anteil an weiblichen Führungskräften. Lediglich in Japan gibt es noch weniger Chefinnen, nur fünf Prozent. In Norwegen sind derzeit 42 Prozent der Unternehmensentscheider weiblich, in Thailand 39 Prozent, in Italien 36 Prozent und in Hongkong 33 Prozent.

Auch wenn das weibliche Führungspotenzial weltweit etwas ausgeprägter ist, sind international mit 76 Prozent deutlich mehr Männer in Führungspositionen. Eine Begründung liefert SHL in einem Vergleich der Motivationsfaktoren. So stellt die Studie heraus, dass Männer in Führungspositionen vor allem von Macht und Versagensängsten angetrieben werden. Frauen wiederum lassen sich eher von einem konstruktiven Arbeitsumfeld, Lob und Anerkennung motivieren.

Eugene Burke, Chief Science und Talent Analytics Officer, kommentiert: "Mit einer Relation von drei Männern zu einer Frau in Führungspositionen weltweit und männlichen Motivationsmotoren wie Macht oder Versagensängsten forcieren deutsche Führungsetagen eine sehr unausgeglichene Unternehmenskultur. Ein Resultat ist, dass Frauen sich automatisch ausklinken, wenn es um leitende Positionen geht. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie es versäumen, die Hälfte des globalen Talentpools für sich zu nutzen. Dies ist eine verpasste Chance, da es aufgrund des Geburtenrückgangs und Fachkräftemangels immer schwieriger wird, leistungsstarke Fachkräfte zu finden."

Es liegt nahe, dass Frauen im Laufe ihrer Karriere zunehmend demotiviert sind. In weltweiten Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern sinkt der Frauenanteil signifikant mit wachsender Verantwortung und steigender Hierarchieebene. International sind laut Quarterly Labor Market Survey von CEB derzeit 48 Prozent der Einstiegspositionen von Frauen besetzt, jedoch nur 36 Prozent der Stellen im mittleren Management und nur noch knapp über 26 Prozent im oberen Bereich, also auf dem Level von Senior Vice Presidents und darüber.

Oliver Barth, Managing Director bei SHL Central Europe, schließt sich an: "Deutsche Unternehmen haben beim Thema Diversity noch mächtig aufzuholen. Sie müssen ihre Herangehensweise und ihre HR-Kultur schnell und grundlegend ändern, wenn sie talentierte und motivierte Bewerberinnen für sich gewinnen und leistungsstarke Mitarbeiterinnen halten möchten. Wie die Studie zeigt legen weibliche Führungskräfte mehr Wert auf Anerkennung und eine angenehme Arbeitsatmosphäre als ihre männlichen Kollegen. Männliche Führungskräfte dagegen streben mehr nach Macht und haben zudem höhere Versagensängste - eine möglicherweise explosive Mischung, die zu Ineffizienz und Demotivation führen kann. Das sollten Unternehmen in ihre HR-Strategie einbeziehen, um potenzielle weibliche Führungskräfte für sich gewinnen zu können." Die SHL Talent-Studie gebe Entscheidern und HR-Experten zahlreiche Einblicke und Daten an die Hand, auf deren Basis sie mit ihren Mitarbeitern über Motivationen und Karriereabsichten sprechen könnten: "Sie loten die Fähigkeiten der künftigen Führungsgeneration aus - der erste wichtige Schritt in Richtung gleichberechtigte, beide Geschlechter einschließende und leistungsstarke Belegschaft."

(1) Grant Thornton 2012 International Business Review
(2) Die Daten für diese Untersuchung wurden mittels SHL Talent Analytics(TM) ermittelt.

Über die Studie: Methodisches Vorgehen

Die Studie von SHL basiert auf über einer Million Assessments aus der SHL-Talent-Analytics-Datenbank. Dabei wurde das Leadership-Potenzial nach Geschlecht und Generation analysiert. Diese Assessments erfolgten in insgesamt 67 Ländern zwischen 2006 und 2011. Mit Hilfe der Analyse der Ergebnisse des Persönlichkeitsfragebogens Occupational Personality Questionnaire (OPQ) und des Motivationsfragebogens, die von allen Hierarchieebenen bis hin zu Unternehmensleitern stammen, gewann SHL diese Erkenntnisse zu Diversity. Die Assessments stammen sowohl von Bewerbern als auch von bereits bestehenden Mitarbeitern. Die Größenordnung der Organisationen reicht von Kleinunternehmen bis hin zu börsennotierten Unternehmen. Der Durchschnitt der befragten Personen ist zwischen 18 und 65 Jahre alt. Die Aufteilung zwischen Männern und Frauen beträgt 50:50.

SHL Talent Analytics(TM)

SHL Talent Analytics(TM) ist der branchenweit erste Global Talent Benchmark, der auf mehr als 25 Millionen durchgeführter Assessments jährlich in über 50 Ländern beruht. Der Benchmark basiert auf der derzeit weltweit größten und wissenschaftlich fundierten Datensammlung für Talent Assessment. Er gibt Unternehmen Antwort auf die wichtigsten Fragen zum Thema Talentmanagement - von der Effektivität ihrer Rekrutierungsprozesse, über Personalentwicklungsstrategien bin hin zu einem branchen- und länderspezifischen Vergleich der Talente im eigenen Unternehmen mit denen des Wettbewerbs.

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