So sieht der Mobilfunkmarkt 2013 aus

tyntec erwartet verstärkte Zusammenarbeit zwischen Mobilfunk- und OTT-Anbietern und höhere Investitionen in LTE
(PresseBox) (München, ) tyntec (www.tyntec.com), Spezialist für mobilfunkbasierte Dialog-Dienste, sieht die Telekommunikationsindustrie im nächsten Jahr mit einigen Herausforderungen konfrontiert: Während sich OTT-Dienste nicht zuletzt wegen des Ausbaus der LTE-Verfügbarkeit weiter etablieren werden, erlebt auch die SMS-Technologie einen neuen Aufwärtstrend. Thorsten Trapp, Mitbegründer und CTO von tyntec und seit über zehn Jahren in der Industrie tätig, sieht in diesem Wettbewerb der Technologien und Anbieter letztlich einen Vorteil für den Verbraucher - denn er profitiert von niedrigeren Preisen und neuen Anwendungen.

Mobilfunkanbieter werden ihre Innovationskraft stärker als je zuvor unter Beweis stellen müssen. Ihre Einnahmen werden zurückgehen, da sich kostengünstige Messaging Dienste und die Anzahl von OTT-Anbietern weiter ausbreiten werden. Bestehende Geschäftsmodelle müssen daher überprüft und neue Märkte und Kooperationspartner gesucht werden. Für Verbraucher bedeutet diese Entwicklung niedrigere Preise, da Mobilfunkanbieter und Internetfirmen um Marktanteile und kürzere Technologielebenszyklen konkurrieren.

"2012 war das Mobile-Jahr - als Mobilfunkanbieter und Internetfirmen zu realisieren begonnen haben, welche potentiellen Auswirkungen mobile Kommunikation auf die Kundenbindung haben kann", sagt Thorsten Trapp. "Wir erwarten, dass der Trend hin zu Mobile auch 2013 anhalten wird. Die SMS wird dabei die Anwendung sein, die sich am meisten verändern und genau deshalb auch bestehen bleiben wird. Mobilfunkanbieter und Internetfirmen müssen hier trotz ihrer Konkurrenz auf verschiedenen Ebenen zusammenarbeiten."

Die Vorhersagen von tyntec für die Telco-Industrie 2013

Die SMS erlebt eine Wiedergeburt


Ob bei Katastrophen oder schwacher Netzabdeckung, die SMS zeichnet sich durch besondere Leistungsfähigkeit aus. Nach Hurrican Sally etwa hatten die Bewohner der amerikanischen Ostküste tagelang keinen Strom, was die Stimmabgabe für die US-Präsidentschaftswahlen erschwerte. Um den Wählern bei der Suche nach dem nächsten Wahllokal zu helfen, richtete Google für die Stimmabgabe Ortungsdienste ein, die auf SMS basierten. Situationen wie diese beweisen die Vorteile der SMS gegenüber kostengünstigen Messaging-Diensten wie Whats App. Nächstes Jahr wird es nicht mehr um den Tod der SMS gehen, sondern um ihre Wiedergeburt - dank ihrer Zuverlässigkeit und Interfunktionalität, auch in Krisenzeiten.

Google und Facebook erobern die Welt mithilfe der SMS

Auch die beiden weltweit größten Internetunternehmen, Google und Facebook, werden 2013 das große Potential der SMS nutzen und ihre Dienste in die Entwicklungsländer ausweiten. Zum Beispiel können durch den erfolgreichen Launch von Google Gmail SMS in Ghana, Nigeria und Kenya die Nutzer dort ihre E-Mails via Textnachricht verwalten und ihren Status aktualisieren.

LTE senkt die Preise für Mobilfunkgeräte und -verträge

Heutzutage können Verbraucher SIM-Karten-freie Smartphones überall kaufen und sich die Anmeldedaten separat dazu beschaffen. LTE wird diesen Trend noch verstärken, da Mobilfunkanbieter zunehmend als Datenkanal angesehen werden. Die Verbraucher können sparen, während die Mobilfunkanbieter untereinander um Preise und den schnelleren Netzausbau konkurrieren. 2013 erwartet tyntec vier deutliche Veränderungen auf dem Mobilfunkmarkt:

- Die Verkaufszahlen bei Mobilfunkgeräten werden abnehmen und die Gewinnmarge bei den bestehenden Geräten kleiner werden.
- Die Mobilfunkanbieter werden versuchen, die sinkenden Verkaufszahlen bei den Geräten dadurch zu kompensieren, dass sie den Nutzern "Zugang" zu ihrem Netzwerk anbieten.
- Um weiteren Gewinnverlusten vorzubeugen, werden sich die Mobilfunkanbieter auf bestehende Kundenbeziehungen konzentrieren.
- Mobilfunkanbieter werden gezwungen sein, "all-in" zu gehen und stark in LTE zu investieren, wobei kleinere Unternehmen wegfallen und sich große Anbieter an der Spitze positionieren werden.

RCS-e setztsich nicht durch

Mit dem GSMA Standard RCS-e sollten den Mobilfunkanbietern OTT Dienste wie Instant Messaging, Chat, Video Zugriff und Datenaustausch angeboten werden und über deren bestehende Netzwerke funktionieren. Vier Hürden werden den Erfolg von RCS-e jedoch bremsen:

- Zu spät auf dem Markt: RCS-e ist gezwungen, mit Diensten zu konkurrieren, die bestehende Standards und Plattformen bereits nutzen.

- Geringe bis gar keine Differenzierung: Während WhatsApp und Viber ihre Dienste schon weiterentwickelt haben, wird es für auf RCS-e basierende Dienste wie Joyn schwierig werden, nachzuziehen. Für die Verbraucher besteht kein triftiger Grund für einen Wechsel zu diesen Diensten.

- Fehlende Interfunktionalität: Mobilfunkgeräte und die Netzwerk-Infrastruktur müssen für RCS-e kompatibel sein. Beides ist derzeit nicht gegeben. Da RCS-e außerdem in naher Zukunft keinen internationalen Maßstab entwickeln wird, ist es nicht so attraktiv wie die bestehenden OTT-Angebote.

- Ein Geschäftsmodell, das vom Mobilfunkanbieter abhängig ist: RCS-e tritt in Konkurrenz zu OTT-Markennamen, die ihre Dienste kostenlos oder sehr kostengünstig anbieten. Eine große Schwierigkeit ist die Abhängigkeit von Mobilfunkanbietern, die die Interfunktionalität mit RCS-e erst herstellen müssen. Da der Launch der Services noch auf sich warten lässt, ist RCS-e für die Kunden wirtschaftlich nicht attraktiv.

Kooperationen zwischen Web 2.0-Unternehmen und Carriernnehmen zu

Die Anreize, die sich für Mobilfunk und New Media Unternehmen gegenseitig bieten, werden zu deutlich mehr Kooperationen der Carrier führen. Zahlreiche Verträge beweisen, dass dieser Prozess bereits in Gang ist. So stellt Verizon Skype bereits einen VoIP Dienst für 3G Smartphone-Kunden zur Verfügung und bietet Mobilfunk mit Video auf seinem mobilen 4G LTE Breitband Netzwerk. Messaging-Riese WhatsApp arbeitet mit 3 Hong Kong zusammen, um einen markengeschützten, mobilen Datentarif und ein Roaming-Packet bereitzustellen. Mit der Aussicht auf hohe Gewinnzuwächse durch Mobilfunkdienste und -werbung, werden wir 2013 noch mehr Kooperationen zwischen Web 2.0 Unternehmen und Carriern erleben.

4G wird instabile Netzwerke nicht verhindern

Die Verbraucher wünschen sich immer neuere, schnellere und verlässlichere Technologien. Dies geht jedoch meist auf Kosten der Netzwerkstabilität. Kürzere Technologielebenszyklen bedeuten weniger Zeit, um die Investition der Mobilfunkanbieter wieder hereinzuholen, was wiederum kürzere Testphasen und damit schlechtere Qualität zur Folge hat. Während 2G seit einem Jahrzehnt seinen Rang als Industriestandard beibehält, kam und ging 3G wieder und hat das Ende seiner Laufzeit in der Hälfte der Zeit erreicht. Darüber hinaus tragen die internetfähigen Geräte in ihrer Gesamtheit zum Rückgang der drahtlosen Datenfrequenzen bei. Als Konsequenz daraus müssen die Smartphone-Nutzer mit langsamerem Service und abgebrochenen Verbindungen rechnen.

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