Elitenetzwerk Bayern: Drei neue Internationale Doktorandenkollegs und erstmals eine Internationale Nachwuchsforschergruppe in den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

(PresseBox) (München, ) Das Elitenetzwerk Bayern fördert ab 2013 drei neue Internationale Doktorandenkollegs für zunächst vier Jahre und erstmals eine Internationale Nachwuchsforschergruppe für einmalig fünf Jahre in den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch betont: "Ein hochqualifizierter Nachwuchs ist die wertvollste Ressource für eine lebenswerte Zukunft unseres Landes. Mit der neuen fünften Förderlinie der Internationalen Nachwuchsforschergruppen etablieren wir unter dem Dach des Elitenetzwerks Bayern eine weitere tragfähige Säule, die dem wissenschaftlichen Nachwuchs in Bayern außerordentliche Chancen ermöglicht." Ziel der Internationalen Doktorandenkollegs ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs durch Forschung im Rahmen hochrangiger wissenschaftlicher Themen zu fördern. In den Internationalen Nachwuchsforschergruppen werden hervorragend ausgebildete Nachwuchskräfte früh in ein für sie wissenschaftlich attraktives Umfeld eingebettet.

Internationale Doktorandenkollegs

Erfolgreich waren in den Literaturwissenschaften Prof. Dr. Christopher Balme und Prof. Dr. Tobias Döring mit dem Doktorandenkolleg "MIMESIS: Munich Doctoral Program for Literature and the Arts" an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Beteiligung der Technischen Universität München und der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film. Das Doktorandenkolleg will in seiner transdisziplinären und vor allem intermedialen Anlage neue Forschungsakzente setzen und die politischen Wurzeln des Mimesis-Begriffs bis in die Antike zurückverfolgen.

Das zweite Internationale Doktorandenkolleg aus dem Bereich der Empirischen Bildungsforschung "Wissenschaftliches Denken und Argumentieren" unter der Sprecherschaft von Prof. Dr. Frank Fischer an der Ludwig-Maximilians-Universität München in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und der Katholischen Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern will die schul- und hochschulbezogene Bildungsforschung durch eine deutliche empirische Fundierung stärken.

Das dritte Internationale Doktorandenkolleg stammt aus dem Bereich der Wirtschaftwissenschaften: Prof. Dr. Joachim Winter (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Dr. Florian Englmaier (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und Prof. Dr. Klaus Schmidt (Ludwig-Maximilians-Universität München) planen mit dem Doktorandenkolleg "Evidence-Based Economics" eine Doktorandenausbildung, die die Methode der Feldempirie mit der Methode der Experimente kombiniert, um wirtschafts-politische Fragestellungen anzugehen. An diesem Internationalen Doktorandenkolleg sind neben der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg auch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die Universität Regensburg beteiligt.

Internationale Nachwuchsforschergruppe

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Konzepts des Elitenetzwerks Bayern wird erstmals eine Internationale Nachwuchsforschergruppe gefördert. Herr Dr. Philippe Cordez (MPI Kunsthistorisches Institut in Florenz) konnte hier mit seinem Antrag "Vormoderne Objekte. Eine Archäologie der Erfahrung" überzeugen. Die Nachwuchsforschergruppe wird an der Ludwig-Maximilians-Universität München in Zusammenarbeit mit dem Elitestudiengang "Aisthesis. Historische Kunst- und Literaturdiskurse" der Katholischen Universität Eichstätt eingerichtet.

Wissenschaftsminister Heubisch begrüßt die Förderung der drei Internationalen Doktorandenkollegs, da sie in Abgrenzung zu anderen bestehenden Promotionsförderungen ein Experimentierfeld darstellen, um ungewöhnliche Formate zu ermöglichen. Es sollen hier verstärkt außerfachliche und interdisziplinäre Aktivitäten eingebaut und - wo sinnvoll - verstärkt Kontakte zur Wirtschaft aufgebaut werden. Die neue Förderlinie der Internationalen Nachwuchsforschergruppen rundet zugleich das Gesamtprogramm des Elitenetzwerks Bayern ab, das nun Fördermöglichkeiten von der Studienzeit bis hin zur frühen Selbständigkeit als Forscherin und Forscher ermöglicht. Minister Heubisch betont: "Die neue Ausschreibungsrunde im Elitenetzwerk Bayern hat erneut gezeigt, dass die Universitäten in Bayern ein großes Potential an herausragenden Forscherpersönlichkeiten haben. Dieses Potential wird durch das Elitenetzwerk Bayern in vorbildlichem Maße genutzt."

Internationale Doktorandenkollegs werden nach einer für alle bayerischen Universitäten offenen Ausschreibung für vier Jahre befristet mit der Möglichkeit einer einmaligen Verlängerung für weitere vier Jahre aus Mitteln des Elitenetzwerks Bayern eingerichtet. Gefördert werden sie mit durchschnittlich bis zu acht Stellen für Doktorandinnen und Doktoranden sowie Sachmitteln von rund 70.000 Euro jährlich. Internationale Nachwuchsforschergruppen werden einmalig für fünf Jahre aus Mitteln des Elitenetzwerks Bayern mit einer Stelle für den/die Leiter/in und bis zu zwei Doktorandenstellen sowie Sachmitteln von bis zu 60.000 Euro jährlich gefördert. Von den Hochschulen wird eine Unterstützung im Rahmen der Grundausstattung der Internationalen Doktorandenkollegs und der Internationalen Nachwuchsforschergruppen sowie eine Eigenbeteiligung in Höhe von 25 Prozent der Sachmittelkosten erwartet.

Die nächste Ausschreibungsrunde im Jahr 2013 für weitere neue Internationale Doktorandenkollegs und Internationale Nachwuchsforschergruppen wird sich auf die Bereiche mit Schwerpunkt in den Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften erstrecken.

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