Evotec gibt Lizenzabkommen für NMDA-Antagonisten bekannt

(PresseBox) (Hamburg, ) Evotec AG (Frankfurter Wertpapierbörse: EVT, TecDAX) gab heute die Vereinbarung eines Lizenzabkommens mit Janssen Pharmaceuticals, Inc. ("Janssen") für Evotecs Portfolio an NR2B-selektiven NMDA-Rezeptor-Antagonisten zur Entwicklung von Arzneimitteln gegen Depressionen bekannt.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Janssen eine exklusive weltweite Lizenz zur weiteren Entwicklung und Vermarktung für eine Serie von niedermolekularen Wirkstoffkandidaten. Janssen Research & Development, LLC, ein Tochterunternehmen der Janssen Pharmaceuticals, Inc., wird die klinische Entwicklung im Rahmen der Vereinbarung durchführen.

Evotec erhält eine Vorabzahlung in Höhe von 2 Mio. US-$ sowie eine weitere Zahlung in Höhe von 6 Mio. US-$ bei Nachweis bestimmter präklinischer Eigenschaften der Kandidaten. Abhängig vom Erreichen verschiedener klinischer und regulatorischer Erfolge wird Evotec von Janssen zudem Meilensteinzahlungen erhalten, die für ein erstes Produkt insgesamt bis zu 67 Mio. US-$ betragen können. Evotec kann darüber hinaus weitere, reduzierte Meilensteinzahlungen für Erfolge in anderen Indikationen und/oder mit anderen Substanzen erhalten. Zusätzlich hat Evotec Anspruch auf kommerzielle Meilensteinzahlungen in Höhe von bis zu 100 Mio. US-$, abhängig vom Erreichen bestimmter Umsatzgrenzen. Die von Janssen an Evotec zu gewährenden Umsatzbeteiligungen an zukünftigen Produktverkäufen können einen bis zu zweistelligen Prozentsatz erreichen. Evotec wird einen Anteil an diesen Zahlungen an F. Hoffmann-La Roche Ltd. weiterreichen, die die Moleküle ursprünglich entdeckt haben.

Die Substanzen aus diesem Portfolio sind oral verfügbare NR2B-selektive NMDA-Rezeptor-Antagonisten. Sie wurden von Evotec über das Stadium der Forschung bis in die klinischen Studien entwickelt. Im Jahr 2009 sind Roche und Evotec eine Vereinbarung zur Entwicklung dieser Substanzen in einer klinischen Phase-II-Studie an Patienten mit behandlungsresistenter Depression eingegangen. Diese Zusammenarbeit wurde im Jahr 2011 beendet. Die an Janssen gewährte Lizenz bezieht sich auf sämtliche Rechte an den Portfoliosubstanzen, die Evotec von Roche zurück erhielt.

Dr. Mario Polywka, Chief Operating Officer von Evotec, kommentierte: "Evotec engagiert sich dafür, den enormen Bedarf an einem wirksamen Behandlungsansatz für Depressionen anzugehen. Diese nun besiegelte Zusammenarbeit mit Janssen spiegelt nicht nur den Wert unserer bisherigen Entwicklungsaktivitäten wider, sondern, was noch viel wichtiger ist, bedeutet auch Hoffnung für zahlreiche Patienten, Zugang zu erstklassigen Behandlungsansätzen zur Linderung ihrer Leiden zu bekommen. Wir sind sehr erfreut, diese Zusammenarbeit mit Janssen Pharmaceuticals einzugehen, einem führenden Unternehmen in diesem Bereich, zur weiteren Entwicklung unserer NMDA-Antagonisten."

Die Unternehmen der Janssen Pharmaceuticals Gruppe setzen ihre umfangreiche Expertise in der Forschung und Entwicklung zusammen mit ihrer operativen Leistungsfähigkeit gezielt ein, um innovative, wirksame Behandlungsmöglichkeiten auf fünf therapeutischen Gebieten auf den Markt zu bringen, darunter Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Immunologie, Infektionskrankheiten und Impfstoffe, Neurologie und Onkologie. Janssen ist mit zahlreichen innovativen Produkten auf den Gebieten der Psychiatrie, Neurologie sowie Schmerz seit über 50 Jahren der Marktführer im Bereich der Neurowissenschaften.

Über NMDA (N-Methyl-D-Aspartat)-Antagonisten

Über ihre normale physiologische Funktion in der Kommunikation zwischen Nervenzellen hinaus nehmen NMDA-Rezeptoren eine Schlüsselrolle in bestimmten pathologischen Krankheitsbildern wie der Alzheimer‘schen Erkrankung, Parkinson, Epilepsie sowie bei neuropathischem Schmerz ein. Es gilt die Hypothese, dass bei reduzierter Übererregung der NMDA-Rezeptoren aufgrund eines Antagonisten die Krankheitssymptome vermindert werden. Umfangreiche Studien der letzten 20 Jahre belegen das Potential von NMDA-Rezeptor-Antagonisten bei der Behandlung dieser Krankheiten. Die klinische Entwicklung nicht-selektiver Antagonisten war jedoch aufgrund ungünstiger Nebenwirkungen wie beispielsweise Halluzinationen begrenzt. Anfang der 1990er Jahre wurden mehrere Subtypen des NMDA-Rezeptors entdeckt, die unterschiedliche NR2(A-D)-Untereinheiten beinhalten. Substanzen, die selektiv auf Rezeptoren mit der NR2B-Untereinheit abzielen, behalten viele der positiven Eigenschaften der früheren nicht selektiven Substanzen bei, verfügen aber über ein verbessertes Nebenwirkungsprofil. Die Trennung von Nebenwirkungen und positiven Eigenschaften durch das selektive Abzielen auf NR2B-Untereinheiten ermöglicht eine höhere Dosierung und birgt damit das Potential, die Wirksamkeit des Wirkstoffs zu erhöhen.

NMDA-Rezeptoren spielen bei der Pathologie von Depressionen und weiteren ZNS-Erkrankungen eine Rolle. Bei der Phase-II-Wirksamkeitsstudie mit dem am weitesten entwickelten NR2B-selektiven NMDA-Rezeptor-Antagonisten aus diesem Portfolio handelte es sich um eine randomisierte Doppelblind-, Placebo-kontrollierte Studie mit ca. 100 Patienten, die an behandlungsresistenter Depression leiden. Die Behandlungsresistenz der Patienten sollte in einer sechswöchigen prospektiven antidepressiven Behandlungsphase vor Beginn der tatsächlichen vierwöchigen, Doppelblind-Behandlung bestätigt werden. Vorrangige Ziele der Studie waren die Untersuchung der Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit. Die antidepressive Wirkung wurde anhand der Montgomery-Asberg Depression Rating Skala (MADRS) sowie weiteren Skalen bewertet. Diese Studie wurde frühzeitig während der Patientenrekrutierung beendet.

Über Depression

Schätzungen zufolge leiden über 120 Millionen Menschen unter Depressionen. Ungefähr ein Drittel der Patienten, die gegen Depression behandelt werden, spricht unbefriedigend auf antidepressive Medikamente an. Es gibt einen erhöhten Bedarf an neuartigen Behandlungsmethoden und die NR2B-selektiven NMDA-Rezeptor-Antagonisten stellen einen der wenigen neuen Ansätze in der klinischen Entwicklung zur Behandlung von Depressionen dar.

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