BLG verzeichnet 2012 Mengenwachstum

Landespressekonferenz Bremen am 17.12.2012
v.l.n.r.: Hans-Joachim Schnitger (Präsident der Bremischen Hafenvertretung), Martin Günthner (Senator für Wirtschaft und Häfen der Freien Hanse-stadt Bremen) und Detthold Aden (Vorstandsvorsitzender der BLG LOGISTICS GROUP) auf der Landespressekonferenz Bremen am 17. Dezember 2012 (PresseBox) (Bremen, ) Am neuen Umschlagsrekord der Bremischen Häfen in Höhe von rund 85 Millionen Tonnen ist die BLG mit ihren Töchtern und Beteiligungen maßgeblich beteiligt. Bremen und Bremerhaven sind die stärksten Standorte im Netzwerk der global agierenden Logistikgruppe. Auch bei den Umsätzen erzielte die BLG mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro wieder ein Wachstum. 2011 waren es gut eine Milliarde Euro.

Im Geschäftsbereich Automobile erwartet die BLG in diesem Jahr insgesamt über sieben Millionen Fahrzeuge (Vorjahr: 6,5). Stärkster Standort im Terminalnetzwerk ist Bremerhaven, wo mit 2,2 Millionen Fahrzeugen (Vorjahr: 2,1) wieder eine neue Rekordmarke angestrebt wird. Träger des Wachstums ist der Export. BLG-Chef Detthold Aden: "Bremerhaven hat sich in den letzten Jahren zunehmend zu einem Exporthafen entwickelt. Wir haben heute 75 Prozent Export und nur noch 25 Prozent Import. Asiatische Hersteller haben Produktionen in Osteuropa aufgebaut beliefern von dort auch die westeuropäischen Märkte. Wir transportieren einen Teil dieser Fahrzeuge, haben sie aber nicht mehr in Bremerhaven." Die BLG engagiert sich deshalb zunehmend auch in den Wachstumsmärkten im Osten. Sie ist bereits in Russland, in Polen, in der Ukraine, in Tschechien, in der Slowakei und in Slowenien mit Autoterminals und Transportdienstleistungen präsent.

Eine "erfreuliche Entwicklung" bescheinigte Aden dem Offshore-Terminal der BLG auf der ABC-Halbinsel in Bremerhaven. Die Installationsschiffe fahren seit September Gründungsstrukturen und weiteres Baumaterial für die Windparks auf See ab. Der Umschlag sei stabil und auch einige Zusatzgeschäfte sorgten schon in diesem Geschäftsjahr für einen positiven Ergebnisbeitrag. Dazu leiste der Spezialponton OFFSHORE BHV I einen guten Beitrag. Aden sieht die Offshore-Windkraft als wichtigen Teil der Energiezukunft. Für Bremerhaven sei die Offshore-Branche ein großer Baustein für die wirtschaftliche Zukunft mit inzwischen über 3.000 neuen Arbeitsplätzen und weiter zunehmender Tendenz.

Im Containerverkehr verzeichnet Bremerhaven als einziger Hafen der Hamburg-Antwerpen-Range noch Wachstum. Aden rechnet mit rund sechs Millionen TEU in diesem Jahr, etwa sieben Prozent mehr als 2011. Wie die anderen großen Containerhäfen meldet auch Hamburg insgesamt für 2012 leicht rückläufige Containerzahlen. Das trifft auch für den EUROGATE Containerterminal dort zu. Der Betrieb des EUROGATE Containerterminals Wilhelmshaven wurde am 21. September erfolgreich gestartet. Aden: "Wilhelmshaven bietet mit seiner Tiefwasserqualität eine optimale und langfristige Kapazitätsergänzung an der deutschen Nordseeküste. Bremerhaven kann nicht weiter ausgebaut werden, weil er an den Nationalpark Wattenmeer grenzt und in Hamburg sind die Ausbaumöglichkeiten begrenzt. Deshalb ist Wilhelmshaven für die langfristige Entwicklung so bedeutend."

Der Containermarkt ist gegenwärtig allerdings durch Überkapazitäten gekennzeichnet. Es kommen immer noch mehr Schiffe in Fahrt, als dem mäßigen globalen Wachstum dieses Verkehrs entspricht. Die Reeder reagieren darauf mit der Reduzierung ihrer Transportangebote. Teilweise werden sogar komplette Dienste gestrichen. Davon sind auch die EUROGATE-Terminals betroffen. Seit dem Spätsommer sind die Volumina rückläufig. Insgesamt rechnet Aden aber im Terminalnetzwerk noch mit einem Wachstum von rund drei Prozent in diesem Jahr. Zu Jahresbeginn wurden noch etwa 10 Prozent Steigerung erwartet worden.

Im Geschäftsbereich Kontraktlogistik entwickeln sich die Geschäfte positiv. Ein großes Neugeschäft in der Autoteilelogistik für BMW in Wackersdorf ist im Juli erfolgreich angelaufen. Das Geschäftsfeld Handelslogistik verläuft weiterhin auf gutem Niveau. Die Baumaßnahmen am Hochregallager Bremen zur Vorbereitung auf das Online-Neugeschäft Tchibo Direct liegen im Zeitplan. Die Baukörper sind fertiggestellt. Zurzeit wird dort die Fördertechnik installiert. Die BLG investiert dort über 50 Millionen Euro. Mit dem Online-Geschäft wird sich das Logistikvolumen für Tchibo verdoppeln. Unerwartet positiv hat sich auch der konventionelle Umschlag im Neustädter Hafen entwickelt. Dort liegt das Volumen mit rund 4,3 Millionen Tonnen bewegter Tonnage um ein Drittel über dem Vorjahr.

Aden: "Obwohl sich die deutsche Wirtschaft im globalen Umfeld noch vergleichsweise stabil zeigt, mehren sich die Anzeichen, dass auch wir 2013 wohl mit einer konjunkturellen Delle rechnen müssen. Bestandsgefährdende Risiken sind aber für keines unserer Geschäftsfelder zu sehen. Die BLG steht insgesamt auf gesunden Füssen und wir sind inzwischen so breit und international aufgestellt, dass uns konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Märkten weniger berühren als früher. Die Entwicklung vom Hafenumschlagsbetrieb in Bremen und Bremerhaven zum internationalen Logistikdienstleister ist insgesamt gut gelungen und damit sind wir weniger risikoanfällig geworden, auch wenn unsere Branche natürlich konjunkturabhängig ist."

Für die BLG ist China einer der wichtigsten Märkte der Gegenwart und der Zukunft. Deshalb wurden die Logistikleistungen unter der Marke BLG China mit Sitz in Peking gebündelt. Die BLG betreibt zusammen mit einem chinesischen Partner im Hafen von Tianjin ein Technikzentrum für Automobile. Weitere Häfen sollen folgen. Zudem agiert die BLG als Autoteilelogistiker für das Mercedes Pkw-Werk in Peking und für das Kleinlastwagen-Werk in Fuzhou. Ein Ziel ist die Einbindung der Transsibirischen Eisenbahn in das Transportnetzwerk der BLG. Aden: "Wir wollen künftig vom Pazifikhafen Wladiwostok asiatische Fahrzeuge in Richtung Westen transportieren."

In Frankfurt/ Main übernimmt die BLG ab Januar die Logistik für zwei Handelsunternehmen und will die Anlagen zu einem E-Commerce-Center für verschiedene Kunden entwickeln. Dafür wurden große Teile des bisherigen Neckermann-Logistikzentrums übernommen. Im E-Commerce gibt es nachhaltiges Wachstum. Deshalb will sich die BLG auch in diesem Geschäft noch stärker etablieren. Den Anfang bildeten die Marken adidas und Reebok im BLG-Logistikzentrum in Emmerich, wobei das Reebok-Geschäft kürzlich nach Bremen verlagert wurde. Anfang 2013 kommen die beiden Handelsunternehmen in Frankfurt hinzu und Anfang 2014 auch das Online-Geschäft von Tchibo.

2012 hat sich die BLG allerdings in ihrem Ergebnis vor Steuern nicht so erfolgreich entwickelt, wie geplant. Aden: "Wir werden voraussichtlich bei etwa 43 Millionen Euro landen. Hauptursachen für das geringere Ergebnis in diesem Jahr sind bei Eurogate die hohen Vor- und Anlaufkosten am JadeWeserPort und am Containerterminal Ust Luga.

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