Darf Amazon book-domains für sich monopolisieren?

(PresseBox) (Koeln, ) Überraschend- oder auch nicht- ist das starke Engagement von Google und Amazon bei den Neuen Top Level Domains. Beide haben sich um zahlreiche Internet-Namen beworben. Darunter sind Marken von Amazon und Google, aber auch generische Namen. Die beiden großen Internetkonzerne sind bereit, viel Geld in die Neuen Top Level Domains zu investierten. Ziel ist offensichtlich, die marktbeherrschende Stellung zu erhalten oder noch auszubauen.

Amazon möchte alle Domainnamen, für die sich die Firma beworben hat, aussschließlich für eigene Zwecke benützen. Kein Problem bei .amazon. Aber Amazon möchte auch generische Namen für sich sichern wie .book. Damit besteht die Gefahr, daß Amazon den Begriff .book im Internet quasi als Monopol für sich beansprucht.

An sich besteht dieses Problem für jede Firma, die sich einen generischen Namen sichert. Bei dem Begriff .book ist das aber besonders problematisch, weil Bücher noch immer in der politischen Willensbildung eine Rolle spielen und ein Monopol auf eine solche Internetadresse auf eine Firma natürlich immer problematisch ist.

Ein zusätzliches Problem entsteht, wenn die Firma "Amazon" heißt. Da schreien nicht nur konkurrierender stationäre Buchhändler auf, sondern viele unabhängige Kritiker sehen eine gefährliche Kombination von großer Marktmacht und Monopolisierung von generischen Begriffe. Die Book-Domains sind dabei nur ein -besonders eindrucksvolles- Beispiel. Amazon möchte aber eine ganze Reihe von generischen Domains ausschließlich für die Zwecke der eigenen Firma benützen, darunter auch z.B. die movie-domains.

Der Fall Google liegt anders. Google hat drei Strategien:
1. Domains für die eigene Firma, wie z.B. .google und .youtube.
2. Domains, die eine bestimmte Zielgruppe registrieren darf - so ähnlich wie bei den aero-domains. Darunter zählen z.B.
.inc und movie.
3. Domains, die alle registrieren dürfen, wie z.B. .book und .shop.

Bei der Gruppe 1 kann man die Kritik von Amazon auf Google übertragen. Denn Google möchte nicht nur hauseigenen Marken und Produkte als Domains, sondern auch allgemeine Begriffe wie .team und .search ausschließlich für firmeneigene Zwecke benützen.

Google und Amazon haben sich zumeist für attraktive Begriffe beworben, für die sich andere auch beworben haben. Es bleibt zu hoffen, daß ICANN die Gefahren, die sich für die Freiheit im Internet durch eine zu große Marktmacht ergeben könnte, bei der Auswahl des qualifizierten Bewerbers mitberücksichtigt. Ein allgemeiner Begriff für firmeneigene Zwecke benützen zu wollen, sollte ein K.o-Argument gegen eine Bewerbung sein, zumindest dann, wenn es alternative Bewerber gibt.

Hans-Peter Oswald
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